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Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat vor der Wiederbelebung des "Völkischen" in Deutschland gewarnt. Völkisches Denken kündige den Dialog auf, sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei der Entgegennahme des Ignatz-Bubis-Preises in der Frankfurter Paulskirche. "Dann gibt es nur noch die eigene Wahrheit und die Lügen der anderen."

Populisten müsse man "genau dort den Riegel vorschieben, wo sie die demokratische Vielfalt aushebeln wollen". Einen Alleinvertretungsanspruch habe in dieser Demokratie niemand, sagte der Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten in seiner Dankesrede.

Peter Feldmann würdigte die Außenpolitik Steinmeiers

Die Stadt Frankfurt würdigte mit der Auszeichnung Steinmeiers Einsatz für Menschenrechte und internationale Völkerverständigung. Der mit 50.000 Euro verbundene Preis erinnert an Ignatz Bubis (1927-1999), den langjährigen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der Frankfurter Immobilienhändler hat sich stets gegen die Ausgrenzung der Juden und auch anderer Minderheiten in der bundesdeutschen Gesellschaft stark gemacht.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) würdigte die Außenpolitik Steinmeiers, die vorausschauend den Dialog und den Ausgleich suche. Der Preis wird seit 2001 alle drei Jahre vergeben. Zuletzt ging er 2013 an das Fritz Bauer Institut, das in Frankfurt den Holocaust erforscht.