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US-Präsident Donald Trump hat nach einem japanischen Medienbericht Unverständnis für Tokios Reaktion auf zwei kürzliche Raketentests durch Nordkorea über Japan hinweg geäußert. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag kurz vor dem Auftakt Trumps Besuch in Japan berichtete, habe dieser vor führenden Vertretern südostasiatischer Länder die Ansicht geäußert, Japan hätte die Raketen Nordkoreas abschießen sollen. Er könne nicht verstehen, warum ein Land von Samurai-Kriegern die Raketen nicht abschoss. Die Nachrichtenagentur berief sich auf namentlich nicht genannte Quellen.

Ungeachtet internationaler Sanktionen hatte Nordkorea Ende August und Mitte September Mittelstreckenraketen getestet, die über Japan hinwegflogen und im Pazifik niedergegangen waren. Japans Selbstverteidigungsstreitkräfte hatten nicht versucht, die Raketen abzuschießen. Zur Begründung hieß es, man habe die Raketen vom Start an beobachtet und sei zum Ergebnis gekommen, dass sie nicht auf japanischem Territorium landen würden. Die Raketen waren in extremer Höhe von mehreren Hundert Kilometern über Japan hinweggeflogen.

US-Präsident Trump trifft nach seiner Ankunft am Sonntag den japanischen Regierungschef Shinzo Abe am Montag zu formellen Gesprächen. Ein zentrales Thema wird dabei die Krise um Nordkorea sein. Die USA sind Japans Schutzmacht. Tokio ist die erste asiatische Station von Trumps fast zweiwöchiger Reise durch die Region.