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US-Verteidigungsminister Mark Esper hat den Iran zur Deeskalation in der Krise zwischen Teheran und Washington aufgerufen. "Wir werden sehen, was passiert. Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet", sagte Esper am Dienstag dem TV-Sender CNN. "Wir hoffen, dass es den kühleren Köpfen in Teheran einleuchten wird und sie entscheiden, diese Situation zu deeskalieren."

Esper äußerte sich am Dienstag mehrfach zu den Spannungen im Nahen Osten. Bei einer Pressekonferenz im Pentagon machte er deutlich, dass Washington mit einem Vergeltungsschlag Teherans rechne und dass die USA darauf reagieren würden. Man sei bereit, nicht nur die eigenen Interessen, sondern auch die der US-Verbündeten zu verteidigen.

Esper widersprach dem Vorwurf, mit der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch das US-Militär vergangene Woche zur Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran beigetragen zu haben. "Wir wollen keinen Krieg mit dem Iran anfangen, aber wir sind darauf vorbereitet, einen zu Ende zu bringen", sagte Esper.

US-Demokraten zweifeln Verhältnismäßigkeit der Tötung an

Die USA hätten sich selbst verteidigt. Über den getöteten General sagte Esper: "Er war eindeutig auf dem Schlachtfeld. Er war ein legitimes Ziel. Seine Zeit war abgelaufen." Nun sei es an der Zeit, die Situation zu entschärfen. "Sehen wir zu, dass wir auf einen anderen Weg zurückkommen, auf einen Weg, bei dem wir uns an den Verhandlungstisch setzen und einen besseren Weg vorwärts finden, wie der Iran damit beginnen kann, sich wie ein normales Land zu verhalten."

Soleimani war der wichtigste Vertreter der iranischen Streitkräfte im Ausland und galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern. Für die gezielte Tötung des Generals hat Teheran Rache geschworen.

Die US-Regierung will den Kongress am Mittwoch in einer geschlossenen Sitzung über den Angriff auf Soleimani unterrichten. Besonders vertrauliche Informationen würden allerdings nur mit der sogenannten "Gang of Eight" - acht hochrangigen Kongressabgeordneten beider Parteien - geteilt, machte Esper klar. Führende Demokraten zweifeln die Begründung der US-Regierung für den Angriff im Irak an und dass dieser verhältnismäßig war. Die Trump-Administration rechtfertigt den Luftschlag damit, dass der General folgenschwere Angriffe auf US-Bürger geplant habe.