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Die USA und Russland haben sich beim G20-Gipfel nicht auf eine Waffenruhe für das Bürgerkriegsland Syrien einigen können. Präsident Barack Obama und Wladimir Putin konnten ihre Differenzen bei einem ihrer seltenen Treffen am Montag in der chinesischen Stadt Hangzhou nicht ausräumen. "Angesichts der bestehenden Lücken im gegenseitigen Vertrauen sind das harte Verhandlungen", sagte Obama.

Zweitägige Verhandlungen der Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow hatten zuvor kein Abkommen über ein koordiniertes Vorgehen in Syrien zustande gebracht. Die Gespräche der beiden sollen jetzt aber in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Russland erneut zu einem Waffenstillstand in der umkämpften Stadt Aleppo auf. Es sei klar, "dass die Zeit drängt, wenn man sich das Leid der Menschen anschaut", sagte Merkel. "Wir brauchen einen längeren Waffenstillstand, um die Grundstruktur einer humanitären Versorgung hinzubekommen." Putin habe großen Einfluss.

Zur ersten Begegnung Putins mit Obama seit Monaten teilte der Kreml hinterher nur mit, es sei ein gutes Gespräch gewesen, das länger als geplant gedauert habe. Es sei um Syrien und die Ukraine gegangen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

Assad-Armee soll Angriffe auf Zivilisten einstellen

Die beiden Mächte verhandeln seit Monaten über Syrien. Die USA wollen, dass die syrische Regierung und deren Schutzmacht Russland Angriffe auf Zivilisten einstellen. Nötig sei "eine Zeit der Ruhe, in der wir der Bevölkerung dringend notwendige humanitäre Hilfe zukommen lassen können", sagte ein Sprecher.

Das gilt zum Beispiel für Aleppo, wo syrische Truppen den von Rebellen gehaltenen Ostteil angeblich am Sonntag wieder vollständig abriegelten. In fünf Jahren Bürgerkrieg gegen den syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad sind etwa 400 000 Menschen getötet worden. Fünf Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Diplomaten sagten am Montag, nur technische Details hätten eine Lösung verhindert. Tags zuvor hatte es zunächst nach einer Einigung ausgesehen. Das US-Außenministerium lud Journalisten zu einer Telefonkonferenz ein, die nachmittags kurzfristig wieder abgesagt wurde. Kerry sprach in Hangzhou von "einigen schwierigen Fragen", die noch zu klären seien. US-Diplomaten sagten, Russland sei in einigen Punkten hinter bereits Vereinbartes zurückgegangen. Im russischen Außenministerium hieß es, es gebe keinen Anlass für "dramatische Erklärungen", die Arbeit an dem Abkommen werde fortgesetzt.