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Im Mordfall Lübcke hat es Medienberichten zufolge weitere Festnahmen gegeben. Dabei soll es sich laut "Spiegel Online" und "Bild.de" um den Händler und den Vermittler der Waffen für Stephan E. handeln. Nach Informationen von NDR, WRD und "Süddeutscher Zeitung" kam es in der Nacht zu Donnerstag zu Durchsuchungen, die sich ebenfalls gegen die Verdächtigen gerichtet hätten. Dabei seien mehrere Waffen gefunden worden. Auch der SWR berichtet über Festnahmen. Neben der Tatwaffe fanden die Ermittler laut Medienberichten auch eine Pump-Gun und eine Maschinenpistole samt Munition.

Ein Sprecher der ermittelnden Sonderkommission sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir bestätigen, dass es an verschiedenen Orten polizeiliche Maßnahmen gegeben hat."

Am Mittwoch hatte der Verdächtige Stephan E. die Tat gestanden. Er habe ausgesagt, er habe die Tat alleine vorbereitet und durchgeführt, berichtete Generalbundesanwalt Peter Frank nach einer Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages. Doch erst die weiteren Ermittlungen könnten zeigen, ob es mögliche "Helfer" oder "Mittäter" gegeben habe.

Nach Angaben von Teilnehmern gab Generalbundesanwalt Frank zwar keine expliziten Informationen zum Motiv. Er habe aber erklärt, dass die Zuständigkeit seiner Ermittlungsbehörde durch die Einlassungen des Tatverdächtigen nicht entfallen sei. Damit sei klar, dass es sich um ein politisches Motiv handele, denn nur in diesen Fällen ist ein Verbrechen ein Fall für die Bundesanwaltschaft.

Mehrfach vorbestraft

Der 45-jährige Stephan E. ist mehrfach vorbestraft und war in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallen. In den vergangenen Jahren hatte ihn der Verfassungsschutz nicht mehr auf dem Radar gehabt.

Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke (CDU) war in der Nacht zum 2. Juni mit einer Schussverletzung im Kopf auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen bei Kassel entdeckt worden. Er starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Lübcke war wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Er hatte sich 2015 auf einer Informationsveranstaltung gegen Schmährufe gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne Deutschland verlassen.