Nicht mal ein Heimsieg kann Borussia Dortmund das Weiterkommen in der Champions League garantieren. "Leider ist es nicht mehr nur von uns abhängig", sagte BVB-Torhüter Roman Bürki am Tag vor dem letzten Gruppenspiel am Dienstagabend (21.00 Uhr/Sky) gegen Slavia Prag. Das vorzeitige Aus bleibt Dortmund nur erspart, wenn bei einem eigenen Erfolg zeitgleich auch der FC Barcelona bei Inter Mailand punktet. Solche Sorgen hat Fußball-Bundesligist RB Leipzig derzeit nicht - im Gegenteil. Für die Sachsen geht es zum Vorrundenabschluss beim Olympique in Lyon am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) in erster Linie ums Geld. Das Achtelfinale ist gebucht, mit dem Gruppensieg können weitere Millionen generiert und investiert werden.

Nach dem deutschen Finale 2013 gegen den FC Bayern (1:2) gelang dem BVB noch viermal der Einzug in das Achtelfinale der Königsklasse. Doch diesmal hängt das Weiterkommen nicht nur von Sieg im letzten Gruppenspiel ab, mit dem das Punktekonto auf immerhin zehn Zähler anwachsen würde, sondern auch vom Abschneiden der Konkurrenz. Gewinnt Inter Mailand daheim gegen Barcelona, wäre Dortmunds vorzeitiges Aus besiegelt. Der BVB hat den direkten Vergleich mit den Italienern (0:2/3:2) verloren, muss gegen Prag darum mehr Punkte holen als Inter gegen die Katalanen.

Witsel-Ausfall schmerzt

"Es ist noch alles möglich", gab sich BVB-Trainer Lucien Favre am Montag erst kämpferisch, fügte dann hinzu: "Es liegt auch an Barça." Das bereits für die K.o.-Runde qualifizierte Starensemble verzichtet jedoch auf Superstar Lionel Messi und reist mit einer B-Elf nach Italien. Trotzdem setzt Dortmunds Lizenzspielerchef Sebastian Kehl auf Schützenhilfe: "Wir hoffen, dass Barça das Spiel ähnlich ernst nimmt wie wir." Zu allererst muss der BVB aber Prag bezwingen.

Klingt einfach, doch der tschechische Double-Sieger ist in der aktuellen Champions-League-Saison auswärts noch unbesiegt. "Prag hat gegen Barcelona und bei Inter Unentschieden gespielt. Es ist eine gute Mannschaft. Wir sprechen von Barça, wir sprechen von Mailand und niemand spricht von Slavia", warnte Favre, dessen Mannschaft der Abstieg in die finanziell unattraktivere Europa League droht.

Schwer wiegt vor dem entscheidenden Spiel der kurzfristige Ausfall von Axel Witsel: Der 30 Jahre alte belgische Nationalspieler hat sich bei einem unglücklichen Sturz zuhause eine Gesichtsverletzung zugezogen und wurde bereits operiert. "Wir können das nicht mehr ändern. Es ist schade für ihn und schade für uns. Er ist einer der wichtigsten Spieler", klagte Trainer Favre. Offen ließ der Coach, wer den Leitwolf im defensiven Mittelfeld ersetzen wird.

Entspannter kann Julian Nagelsmann mit RB Leipzig die Dienstreise nach Frankreich antreten. Für die Sachsen geht es im letzten Gruppenspiel in Lyon in erster Linie ums Geld. Nach dem Erreichen des Achtelfinales locken mit einem Gruppensieg weitere Einnahmen in Millionenhöhe, die für Verstärkungen ausgegeben werden sollen.

Die Leipziger Vereinskasse ist mit Einnahmen von bisher 33,75 Millionen Euro aus der Königsklasse schon gut gefüllt. Für einen Sieg in Lyon würde die UEFA noch einmal 2,7 Millionen Euro überweisen. Mit dem vielen Geld soll auch der Kader verändert werden. "Ein Großteil geht an die Mannschaft. Der Rest wird investiert", bestätigte RB-Vorstandsboss Oliver Mintzlaff.

Ganz oben auf der Transfer-Wunschliste steht neben dem von halb Europa hofierten Sturm-Juwel Erling Haaland (RB Salzburg) auch Nationalspieler Benjamin Henrichs (AS Monaco). Für RB stehen die Chancen auf eine Verpflichtung von Haaland aber nicht gut. Der 19 Jahre alte Stürmer könnte zwar über den kurzen Dienstweg von Schwesterclub Salzburg als 19. Spieler innerhalb des Brauseimperiums von Österreich nach Deutschland wechseln, dürfte aber nach den bisherigen Leistungen nach Höherem streben. Favorit auf seine Verpflichtung im Winter soll vielmehr Borussia Dortmund sein.