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Viertes Champions-League-Spiel, vierte Enttäuschung - Borussia Dortmund geht ohne das erhoffte Erfolgserlebnis in den Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern. Mit dem blamablen 1:1 (1:0) gegen Außenseiter APOEL Nikosia setzte das Team von Trainer Peter Bosz seinen Negativtrend der vergangenen Wochen fort und muss nun sogar um den Einzug in die Europa League bangen. Selbst die 1:0-Führung von Raphael Guerreiro (29. Minute) konnte die Verunsicherung nicht vertreiben. Der Ausgleich durch den ehemaligen Dresdner Mickael Poté (51.), der auch schon beim 1:1 im Hinspiel getroffen hatte, sorgte am Mittwochabend beim BVB und den 64 509 Zuschauern im Signal Iduna Park für großen Frust.

Bosz, der wegen seiner Taktik zuletzt in der Kritik stand, hielt unbeirrt an seinem 4-3-3-System fest - und die Gastgeber setzten sofort auf Offensive. Der Wille, den Abwärtstrend zu stoppen, war bei der Borussia von Beginn an erkennbar. Wie erwartet übernahm sie die Regie und erspielte sich schon in der ersten Viertelstunde gute Torchancen durch Pierre-Emerick Aubameyang (9. Minute), Shinji Kagawa (10.), Christian Pulisic 11.) und Ömer Toprak (14.).

Drückende Überlegenheit

Sechs Torschüsse in der ersten Viertelstunde verdeutlichten die Überlegenheit - nur der erlösende Treffer wollte einfach (noch) nicht fallen. APOEL verteidigte gegen die pausenlos anstürmenden Dortmunder fast immer mit zehn Mann. So entwickelte sich das Duell mehr und mehr zu einem echten Geduldspiel. Gegen den extrem defensiv ausgerichteten zyprischen Meister erspielte sich der BVB deutlichen Vorteile beim Ballbesitz, ließ aber gerade beim finalen Pass vor das gegnerische Tor Präzision und Kreativität vermissen.

Ähnliche Probleme hatte die Borussia schon vor zwei Wochen beim dürftigen 1:1 im Hinspiel. Bosz hatte seine Mannschaft im Vergleich zur peinlichen 2:4-Niederlage in Hannover auf fünf Positionen verändert. Und dabei ein gutes Händchen bewiesen, denn Abwehrspieler Guerreiro traf bei seinem Startelf-Saisondebüt nach einer knappen halben Stunde. Kagawa hatte clever durchgesteckt, der Rückkehrer behielt die Nerven und ließ Nikosias spanischem Keeper Nauzet Perez keine Chance. Der schwächelnde Top-Torjäger Aubameyang, der nun schon in vier Spielen nicht mehr getroffen hat, vergab die große Chance zum 2:0 (39.). In der BVB-Daueroffensive landete sein wuchtiger Kopfball an der Latte (76.).

Ohne durchschlagenden Erfolg

Anders als zuletzt mit erfolglosem Hurra-Fußball agierten die Dortmunder diesmal zwar abgeklärter und nüchterner - doch am Ende erneut ohne durchschlagenden Erfolg. Die Abwehr,die in den letzten fünf Spielen insgesamt zehn Tore kassierte, hatte diesmal fast nichts zu tun. Nur eine Situation vor der Pause war brenzlig: Die erste und einzige Chance der Zyprer vor der Halbzeit vereitelte Maximilian Philipp mit einer Grätsche (41.). Der BVB dominierte nach Belieben, ging aber viel zu fahrlässig mit seinen vielen Chancen um und brachte sich deshalb um eine höhere Halbzeitführung.

Nach der Pause sorgte das Schock-Tor von Poté, der Toprak aussteigen ließ, für Ernüchterung. APOEL kam nun etwas besser ins Spiel. Die Gelb-Schwarzen bewiesen zwar Kampfgeist und Stehvermögen, wurden am Ende aber nicht belohnt.

Eine Woche zum Vergessen für RB Leipzig

Nach dem Aus im DFB-Pokal gegen den FC Bayern und der bitteren Niederlage gegen die Münchner in der Liga hat nicht einmal das Tor-Comeback von Nationalstürmer Timo Werner RB Leipzig vor der zweiten Auswärtsniederlage im zweiten Auswärtsspiel der Champions League bewahrt. Der deutsche Fußball-Vizemeister muss nach dem unnötigen 1:3 (0:1) am Mittwochabend beim FC Porto schwer ums Weiterkommen zittern. Kapitän Hector Herrera (13.), Danilo (61.) und Maxi Pereira (90.+3) erzielten vor 41 616 Zuschauern die für die Portugiesen so wichtigen Tore. Nur 138 Sekunden nach seiner Einwechslung hatte Werner in der 48. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen und seinen ersten Treffer in der Königsklasse erzielt.

«Wir kriegen zwei dumme Tor nach Standards, dabei wissen wir, dass Porto da gefährlich ist», sagte Werner im ZDF. «Nach dem 1:1 hatten wir Aufwind. Es war mehr drin. Nun haben wir zwei Spiele, die müssen wir gewinnen.» Kapitän Willi Orban stellte fest: «Wir haben uns das Spiel selbst kaputt gemacht.»

Direkten Vergleich mit Porto verloren

Zwei Wochen nach dem 3:2-Heimerfolg gegen den 27-maligen portugiesischen Meister rutschten die Sachsen wieder vom zweiten Platz in der Gruppe G ab und haben nun auch den direkten Vergleich mit Porto verloren. Selbst Rang drei ist in Gefahr für die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl: Die AS Monaco, bei der die Leipziger in knapp drei Wochen antreten, hat nach einem 1:1 bei Spitzenreiter Besiktas Istanbul nur noch zwei Punkte Rückstand auf RB.

Für RB setzte sich damit trotz teilweise überzeugender Leistung der Ergebnis-Negativtrend fort: Aus im Pokal, Rückstand im Meisterkampf - und nun das große Zittern in der Champions League. Dabei sollte vier Tage nach der Bundesliga-Niederlage in München endlich wieder ein Erfolgserlebnis her. «Es ist schon wichtig, heute etwas mitzunehmen. Ein Punkt, dann haben wir alles in eigenen Händen», wünschte sich RB-Sportdirektor Ralf Rangnick kurz vor dem Anpfiff im ZDF.

Portugiesen mit der frühen Führung

Die Sachsen begannen wie vor zwei Wochen beim Heimerfolg ohne Nationalstürmer Werner. Hasenhüttl vertraute bis auf eine Ausnahme - Bernardo auf dem rechten Verteidigerposten anstelle von Lukas Klostermann - der Mannschaft, die Leipzigs ersten internationalen Pflichtspiel-Sieg eingeleitet hatte. Nur, dass diesmal die Portugiesen früh in Führung ging.

Dabei schien der Gastgeber nach gut zehn Minuten schon deutlich geschwächt: Stürmer Moussa Marega, gegen den Bernardo kurz vorher sauber und stark geklärt hatte, musste verletzt vom Platz. Nur Sekunden nach dem vermeintlichen personellen Rückschlag trafen die Hausherren. Nach einem Eckball konnte die Leipziger Abwehr nicht klären, Kevin Kampl verlor ein Kopfballduell, Kapitän Willi Orban und Emil Forsberg konnten die Vorlage auf Portos Spielführer Herrera nicht verhindern. Peter Gulácsi im Tor der Leipziger war machtlos gegen den strammen Flachschuss aus zehn Metern.

Gute Reaktion der Leipziger

Leipzig brauchte nicht lange, um den Rückstand zu verdauen. Die beste Torchance der ersten Hälfte resultierte aber aus einer Standardsituation, durch einen Forsberg-Freistoß. Mit einer Glanzparade klärte José Sá im Porto-Tor, der erneut den Vorzug vor Spaniens Torhüter-Ikone Iker Casillas bekam, diesmal aber deutlich mehr Sicherheit ausstrahlte als im Hinspiel.

Nach der Pause kamen Werner und Lukas Klostermann für Bruma und Marcel Halstenberg - und plötzlich ging es ganz schnell. Marcel Sabitzer suchte Werner, der zeigte seine ganze Klasse und schlenzte kurz nach seiner Einwechslung den Ball über den leicht aufgerückten José Sa ins Tor. Letztmals hatte der Confed-Cup-Sieger am 23. September beim 2:1 in der Bundesliga gegen die Frankfurter Eintracht getroffen und den Siegtreffer erzielt. RB spielte nun ganz anders auf, so muss das Hasenhüttl im Geheimtraining am Vorabend in Leipzig geübt haben. Doch nach einem Telles-Freistoß aus 40 Metern sorgte Danilo per Kopf für die Entscheidung. Leipzig versucht zwar alles, in der Nachspielzeit fiel dann aber sogar noch das dritte Tor für Porto.