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Sebastian Vettel stieg knapp fünf Minuten vor Ende der Qualifikation aus seinem Ferrari und klopfte seinen Mechanikern tröstend auf die Schultern. Der viermalige Formel-1-Weltmeister hat auf dem Red Bull Ring in Spielberg am Samstag den nächsten Nackenschlag hinnehmen müssen. Vettel konnte in der K.o.-Ausscheidung im entscheidenden Durchgang nicht mal einen Meter mit seinem Ferrari fahren.

Ein Defekt stoppte den 31-Jährigen, nur Rang zehn. Weil Kevin Magnussen von Haas aber zurückversetzt wird, startet Vettel am Sonntag als Neunter in den Großen Preis von Österreich (15.10 Uhr/Sky und RTL). "Wir sind schneller als die Autos vor uns, es wird sicher ein Spaß" kündigte Vettel aber gar nicht mal so schlecht gelaunt an. Die Pole Position seines Teamkollegen Charles Leclerc und die eigene Leistung bis zum Aus stimmten Vettel zuversichtlich. "Wir waren im Formationsflug unterwegs und hätten uns am Ende wahrscheinlich um die Pole gestritten", betonte Vettel.

Leclerc verwies keinen Geringeren als Mercedes-Superstar Lewis Hamilton auf den zweiten Platz. Dritter wurde Max Verstappen beim Heimspiel von Red Bull vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes. "Das Tempo ist auf jeden Fall da. Ich habe gehofft, dass Charles es schafft und die Mercedes wegwischt, das ist ihm ja auch gelungen", sagte Vettel.

Hamilton musste noch zittern

"Es ist cool, dass drei verschiedene Teams auf den ersten drei Plätzen stehen", meinte Hamilton. Der 34 Jahre alte Brite musste aber noch zittern. Wegen eines Manövers zu Beginn der Qualifikation wurde gegen ihn ermittelt. Vierter wurde Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas.

In Kurve drei hatte Hamilton seinen Mercedes einfach geradeaus gelenkt - sehr zum Verdruss von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen. Der erfahrene Finne schimpfte per Funk und gestikulierte kurz am Steuer. "Das war nicht ideal", räumte Hamilton nach der Qualifikation ein. Beide setzten ihre Fahrt aber fort. Die Rennkommissare kündigten eine Untersuchung an. Hamilton könnte eine Strafe drohen.

Vettel mühte sich, war aber von Beginn an langsamer als Leclerc. An die Spitze setzte sich zunächst Verstappen, elf Tausendstelsekunden war der Niederländer vor zahlreichen Fans aus seiner Heimat aber nur schneller als Hamilton.

51 Grad Asphalttemperatur

Es folgten Bottas, Leclerc und Vettel und eine kurze Pause zur Abkühlung, bevor das sogenannte Q2 bei 51 Grad Asphalttemperatur gestartet wurde. Zehn Kurven - so wenig wie auf keinem anderen Kurs - auf gerade mal 4,318 Kilometern. So schnell wie auf dem Red Bull Ring ist keine Runde im Rennkalender schon wieder beendet. Am besten bewältigte Leclerc im zweiten Durchgang bereits die Strecke.

Dahinter reihte sich Vettel ein, danach kamen Hamilton, Verstappen und Bottas - die drei fuhren ihre Runde auf dem Medium-Reifen, das Ferrari-Duo auf soft. Heißt: Hamilton, Bottas und Verstappen werden auch auf den haltbareren Gummis in das Hitzerennen starten. Denn die Reifen, mit denen die schnellste Runde im sogenannten Q2 erzielt wurde, müssen auch zum Rennstart aufgezogen werden.

Hülkenberg: "Müssen das so hinnehmen"

Für Nico Hülkenberg war im Renault nach Q2 schon Schluss. "Wir müssen das so hinnehmen. Das Auto ist nervös auf der Hinterachse, das ist bei so langgezogenen Kurven wie hier in Spielberg Gift", meinte er. Rang zwölf, dazu fünf Startplätze zurück, weil in seinem Renault neue Antriebsteile eingebaut werden mussten.

Die genaue Ursache für Vettels Defekt blieb zunächst unklar. In der Box wurde vor der finalen Entscheidung um die besten zehn Startplätze emsig am Wagen geschraubt. Vettel blieb erst noch sitzen, dann hievte sich der Hesse aus dem Ferrari. Er sagt: "Wir wissen es noch nicht ganz genau. Im zweiten Qualifying war auf einmal ein Problem mit der Pneumatik. Die Jungs haben noch mal alles probiert." Das muss Vettel im Rennen auch.