- Bildquelle: Bernd Thissen/dpa © Bernd Thissen/dpa

Lucien Favre sorgte sich um seinen wochenlang fehlenden Top-Stürmer Erling Haaland, Julian Nagelsmann rechnete seine Leipziger schon mal zum Sieg bei Bayern München. Trotz erfolgreicher Auftritte in der Champions League könnte die Gemütslage bei den Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund und RB Leipzig kaum unterschiedlicher sein. Vor allem der BVB steht ohne Haaland vor schwierigen Wochen. Immerhin gab es bei angeschlagenen Mats Hummels leichte Entwarnung.

 

1:1 gegen Lazio Rom

"Es sieht so aus, als sei es nicht allzu schlimm", schrieb der Abwehrchef auf Instagram. Beim 1:1 gegen Lazio Rom, das den vorzeitigen Einzug in das Achtelfinale gesichert hatte, war Hummels kurz vor Abpfiff noch mit dick bandagiertem Fuß in die Kabine gehumpelt. Kommt wenigstens der Innenverteidiger glimpflich davon, dürften die Dortmunder in der aktuellen Terminhatz etwas aufatmen.

Doch der Muskelfaserriss von Haaland könnte den Bundesliga-Vierten im Titelrennen weiter zurückwerfen. Schließlich gilt der Norweger mittlerweile als unverzichtbar und ist mit zehn Bundesliga-Treffern und sechs Toren in der Champions League der mit großem Abstand beste Schütze der Borussia. "Das tut uns natürlich weh", klagte Sportdirektor Michael Zorc. "Wir müssen eine andere Balance finden. Es ist etwas anders, wenn Erling vorne steht."

Haarscharfe Rettung

Wie schwierig es ohne Haaland in den Spielen bis Weihnachten werden wird, bekamen die Dortmunder bereits gegen Rom zu spüren. Nur dank der starken Leistung von Torhüter Roman Bürki rettete das Team in der Schlussphase nach den Treffern von Raphael Guerreiro (44.) und Ciro Immobile (67./Foulelfmeter) das Remis über die Zeit. Dass seine Mannschaft den vorzeitigen Gruppensieg verpasste, war dem Schweizer unter diesen Umständen relativ egal. "Ich denke momentan an unsere verletzten Spieler. Der erste Platz ist nicht relevant."

Um das Weiterkommen in der Champions League geht es für Leipzig nach dem 4:3 bei Istanbul Basaksehir erst am Dienstag im Finale gegen Manchester United. Zuvor müssen die Sachsen im Bundesliga-Topspiel bei Bayern München bestehen. Als Mutmacher zog Nagelsmann die Statistik heran. "Unsere Spiele in München waren bisher 0:3, 0:2, 0:1, 0:0. Wenn man das logisch weiterführt, dann könnte es sein, dass wir dort gewinnen", sagte der 33-Jährige vor dem Abflug aus Istanbul nach München.

Wichtiger als die Statistik ist für die RB-Profis in diesen körperlich fordernden Wochen die Psyche. "Wir sind aber in einer guten Verfassung. Wir sind Zweiter in der Liga, in der Champions League auf Kurs - von daher haben wir das Selbstvertrauen", sagte Kapitän Marcel Sabitzer. Für eine Überraschung in der Allianz Arena darf RB allerdings nicht so verschwenderisch mit seinen Chancen umgehen wie in der Türkei. "Das müssen wir abstellen", betonte Sabitzer. "Denn gegen bessere Gegner wird es sonst schwer."

Dass bei Leipzig nichts unmöglich ist, hat man in Istanbul gesehen. Da lieferte Königstransfer Alexander Sörloth endlich das ab, wofür Leipzig im Sommer 20 Millionen Euro überwiesen hatte: wichtige Tore. "Das Tor nimmt mir eine Menge Druck. Jetzt kann ich mich auf mein Spiel und meine Entwicklung konzentrieren", sagte der Norweger. Zumal ihm so ein Siegtor in dritten Minute der Nachspielzeit noch einmal Extra-Energie verschaffen dürfte. Das sieht auch Nagelsmann so: "Ab jetzt geht es bergauf, so ist es meistens bei Stürmern."