Frühe Tore, wenig Spannung - Borussia Dortmund hat das Fußball-Märchen von Holstein Kiel beendet und zum zehnten Mal das Endspiel im DFB-Pokal erreicht. Auch ohne den verletzten Torjäger Erling Haaland wurde der Bundesliga-Fünfte beim 5:0 (5:0)-Kantersieg im Halbfinale über das bisherige Überraschungsteam seiner Favoritenrolle in sehenswerter Manier gerecht. Am Tag der Arbeit sorgten die Torschützen Giovanni Reyna (16./23. Minute), Marco Reus (27.), Thorgan Hazard (32.) und Jude Bellingham (42.) im leeren Signal Iduna Park schon früh für klare Verhältnisse.

Damit kommt es am 13. Mai in Berlin zum reizvollen Duell zwischen dem BVB und RB Leipzig um die Rolle als zweite Kraft im deutschen Fußball hinter Branchenführer München. Anders als in der zweiten Pokal-Runde gegen den FC Bayern gelang dem Zweitligisten Kiel diesmal kein Coup. Für die Kieler war es eine ähnlich deutliche Halbfinale-Schlappe wie 1941 beim 0:6 gegen Schalke. Die Niederlage dürfte zudem den Aufstiegsambitionen der Norddeutschen wenig förderlich sein.

 

Getrübt wurde die Freude über den Finaleinzug beim BVB durch die Verletzung von Mateu Morey (74.). Der Spanier verletzte sich im Zweikampf und wurde zwölf Minuten nach seiner Einwechslung vom Platz getragen - begleitet von den erschrockenen Blicken seiner Mitspieler.

Der BVB präsentierte sich nach ausgeglichener Anfangsphase auch ohne den angeschlagenen Haaland extrem effektiv. Gleich die ersten drei Torchancen nutzten die Gastgeber. Die Kieler hatten nur rund eine Woche nach dem Ende ihrer zweiten Corona-Quarantäne der offensiven Wucht des Bundesliga-Fünften wenig entgegenzusetzen. Nach der Pause nahm der BVB das Tempo etwas heraus und spielte nicht mehr mit letzter Konsequenz, dennoch reichte es für Kiel nicht zu einem Tor.

Außenseiter Kiel: Offensiv mutig, defensiv zu schwach

Zu Beginn gelang es den Norddeutschen noch, die Partie ausgeglichen zu gestalten. Der BVB hatte zwar mehr vom Spiel, erarbeitete sich aber kaum Torchancen. Die erste Gelegenheit nutzte der Gastgeber dann aber gleich: Reyna hatte nach einem Zuspiel von Jadon Sancho Platz und traf ins lange Eck. Nur sieben Minuten später ließ der 18-Jährige seinen zweiten Treffer folgen. Reus und Raphael Guerreiro leiteten im Strafraum jeweils mit der Hacke weiter, Reyna schob zum 2:0 ein.

Dem Außenseiter war die Belastung mit zuletzt zwei Partien innerhalb von vier Tagen nach dem Ende der zweiwöchigen Corona-Quarantäne mehr und mehr anzumerken. Vor dem eigenen Tor waren die in der Liga sonst so defensivstarken Kieler nicht energisch genug, offensiv blieben sie aber mutig. Fabian Reeses Schuss klatschte an den Pfosten (27.), BVB-Torhüter Marwin Hitz parierte gegen Ahmet Arslan (40.).

Morey: Verletzt in der Schlussphase

Trotz einiger defensiver Nachlässigkeiten dominierte der BVB die Partie und blieb brutal effizient. Nach einem Chip-Ball von Emre Can war Reus frei durch und traf zum 3:0. Dem BVB gelang offensiv nun fast alles, Kiel musste den nächsten Rückschlag wegstecken: Stürmer Janni Serra humpelte verletzt vom Platz, für ihn kam Arslan (30.). Und der BVB hatte offensiv noch immer nicht genug, Hazard und Bellingham erhöhten noch vor dem Seitenwechsel für den BVB.

Nach der Pause ließ es der Bundesligist etwas ruhiger angehen. Der Pokalsieger von 2017 verwaltete die klare Führung, der Außenseiter blieb engagiert, aber glücklos im Abschluss. Arslans Kopfball landete in den Armen von Hitz (64.), Mats Hummels blockte den Versuch von Finn Porath (67.). Auf der anderen Seite fehlte dem BVB nun die Effizienz aus der ersten Halbzeit. Überschattet wurde die Schlussphase der Partie dann von der Verletzung von Morey.