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Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland soll als Impuls für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Nachhaltigkeit dienen. Dieser Aufgabe möchten sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und sein Präsident Reinhard Grindel gerne stellen. In einer Zeit, wo das Nationale in einigen Ländern immer mehr betont werde, könne die EM dazu beitragen, "europäische Werte für die Fans erfahrbar zu machen", sagte Grindel am Donnerstag in Berlin auf der DFB-Jahreskonferenz Gesellschaftliche Verantwortung.

Neben den europäischen Werten sei sich der DFB auch seiner Verpflichtung bewusst, die UN-Menschenrechtscharta bei einer Großveranstaltung wie der EM umzusetzen. "Das Thema Menschenrechte hat bei der Bewerbung für die EURO eine so große Rolle wie noch nie gespielt", sagte Grindel. Sylvia Schenk von Transparency International Deutschland lobte den Verband für seinen Einsatz: "Es ist toll, dass der DFB generell ein Nachhaltigkeits-Konzept für Menschenrechte erstellt hat."

Kampf gegen Rassismus

Grindel hob in seiner Rede das Engagement des DFB auf Feldern wie dem Fan-Dialog oder der Vergabe des Julius-Hirsch-Preises an Vereine hervor, die sich im Kampf gegen Rassismus einbringen. Auch den Kampf gegen jegliche Art von Diskriminierung nehme der DFB ernst, versicherte der 57-Jährige.

Der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der sich vor fünf Jahren als homosexuell geoutet hatte, hat im Fußball eine Sensibilisierung für dieses Thema ausgemacht. Der DFB-Botschafter für Vielfalt berichtete von einem Vorfall, als er jüngst bei einem Fußballspiel auf der Tribüne beleidigt worden sei. Andere Zuschauer seien sofort eingeschritten, und die Polizei hätte bei ihm angerufen und gefragt, ob er Anzeige erstatten möchte. "Vor fünf Jahren wäre das glaube ich, noch nicht passiert", meinte der frühere Spieler des VfB Stuttgart.

Grindel erhofft sich durch die EM auch einen Anstieg der Mitgliederzahlen in den Vereinen und "neue Impulse für die ehrenamtliche Basis". Gerade über die Menschen, die sich mit "Herzblut"in den Amateurvereinen engagieren würden, sollte mehr berichtet werden, meinte Ex-Nationalspieler Cacau, der beim DFB Integrations-Beauftragter ist. "Wir als Verband müssen diese Arbeit stärken", forderte der frühere Stuttgarter Stürmer.