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Mit dem neunten Heimsieg in Serie bleibt Borussia Mönchengladbach dem Spitzenreiter in der Fußball-Bundesliga auf der Spur. Der Tabellenzweite bezwang am Sonntagabend Hannover 96 mit 4:1 (2:1) und vergrößerte den Vorsprung auf die Verfolger auf drei Punkte bei vier Zählern Rückstand auf Borussia Dortmund. Die seit 19 Auswärtsspielen sieglosen Niedersachsen hingegen stecken auf Rang 16 im Tabellenkeller fest.

Vor 48.692 Zuschauern im Borussia-Park erzielten Thorgan Hazard (7.), Michael Lang (44.), Lars Stindl (58.) und Denis Zakaria (76.) die Treffer für die Gastgeber, Bobby Wood traf nach 22 Sekunden mit dem schnellsten Saisontor für Hannover.

Schwerer Zusammenprall zwischen Ginter und Bazee

Die Gastgeber ließen sich von dem schnellen Gegentreffer nicht beirren und zogen ihr gewohntes Angriffsspiel auf. Schon in der 7. Minute gelang Hazard nach einer schönen Kombination im Strafraum mit einem Schlenzer ins linke obere Eck der Ausgleich. Für den Belgier war es bereits der achte Saisontreffer, für Gladbach das 100. Bundesligator gegen Hannover.

Hazard sorgte für die meiste Gefahr im Borussen-Angriff. Kurz nach dem Ausgleich scheiterte der 25-Jährige an Hannovers Keeper Michael Esser und versuchte nach einer halben Stunde vergeblich, den Torhüter aus spitzem Winkel zu überlisten.

Besser machte es Rechtsverteidiger Lang, dem noch vor der Pause das 2:1 gelang. Für den Schweizer war es das erste Saisontor. Zuvor musste Borussias Nationalspieler Matthias Ginter nach einem heftigen und unglücklichen Zusammenprall mit Hannovers Noah Joel Sareren Bazee ausgewechselt und sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden.

1000. Gegentor für Freiburg

Die Gäste waren dennoch gut im Spiel, hatten viel Ballbesitz, aber weniger Chancen als die Gladbacher, die durch Stindl, Hazard und Lang weitere Möglichkeiten hatten. Nach knapp einer Stunde traf Kapitän Stindl dann nach Flanke von Hazard mit einer Direktabnahme zum 3:1. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Zakaria mit dem 4:1. 

Werder Bremen kam indes beim SC Freiburg zu einem späten Punktgewinn. Mit dem 1000. Gegentor für Freiburg in der Geschichte der Bundesliga verhinderte Ludwig Augustinsson die vierte Niederlage in Serie für Bremen gerade noch. Der schwedische Abwehrspieler rettete mit seinem Treffer in der Nachspielzeit am Sonntag ein 1:1 (0:1) bei den Breisgauern.

Vor den 24.000 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion zeigte das Team von Trainer Florian Kohfeldt allerdings eine über weite Strecken schwache Leistung und hatte viel Glück, weil die Gastgeber ihre Chancen zum Sieg nicht nutzten. U21-Nationalspieler Luca Waldschmidt (42. Minute) hatte die Freiburger per Hand-Elfmeter in Führung gebracht.

Werder-Offensive kommt spät in Fahrt

Wie sehr die aktuelle Situation den Bremern zusetzt, zeigte sich in Freiburg von Beginn an. In der ersten halben Stunde war von Werder in der Offensive nichts zu sehen. Stattdessen scheiterten die Freiburger Waldschmidt (11.), Pascal Stenzel (17.) und Marco Terrazzino (25.) mehrfach aus der Distanz.

Auch Torjäger Kruse blieb im Angriff ohne gefährliche Aktionen. Vor der Länderspielpause waren Zweifel am Fitnesszustand des 30-Jährigen aufgekommen. Bei seinem Ex-Club in Freiburg zeigte Kruse zwar eine engagierte Laufleistung, agierte aber mehrmals unglücklich.

Die restliche Bremer Offensive brauchte eine halbe Stunde, um sich an ihre alten Qualitäten zu erinnern. Innerhalb von nur zwei Minuten vergaben Martin Harnik (31.) und Davy Klaassen die bis dahin größten Gelegenheiten des Spiels. Immerhin machten die Chancen den Gästen Mut, Werder traute sich in der Folge mehr zu - bis der Rückschlag folgte.

Freiburgs Günter: "Das ist natürlich bitter"

Einen erneuten Distanzschuss von Waldschmidt (40.) wehrte Innenverteidiger Niklas Moisander mit dem ausgestreckten Arm ab. Schiedsrichter Bastian Dankert schaute sich die Szene nochmal auf dem Videobildschirm an und entschied anschließend auf Elfmeter, den Waldschmidt souverän verwandelte.

Überraschend war, dass Werder gerade über die Außenbahnen kaum Gefahr entwickelte. Stattdessen hätten Waldschmidt (50.) und Lucas Höler (85.) die Führung noch ausbauen können, scheiterten aber an Torhüter Jiri Pavlenka. Kurz vor Schluss traf Höler zudem freistehend den Pfosten (87.).

Das wurde durch die späte Offensive der Bremer bestraft, die Augustinsson zum Ausgleich nutzte. "Das ist natürlich bitter. Wir laufen viermal allein auf den Torwart zu, da müssen wir einen machen, dann ist das Spiel gegessen", sagte Abwehrspieler Christian Günter. Damit wurde auch die Freiburger Freude über das Comeback von Nationalspieler Nils Petersen nach Verletzungspause in der 68. Minute getrübt.