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RB Leipzig ist dran an den Bayern. Und die Lust auf die neu entbrannte Titeljagd ist nicht zu überhören. «Klar, sind die Ergebnisse gut dieses Wochenende. Aber wir wollen immer gewinnen», sagte Stürmer Yussuf Poulsen und schickte gleich noch eine freundliche Kampfansage Richtung München. "Wir nehmen es gerne an, dass wir ein bisschen näher dran sind und noch einen geilen Kampf haben", meinte der Däne nach dem keineswegs glanzvollen, aber sehr effektiven 3:0 am Sonntag beim unglücklichen Abstiegskandidaten Hertha BSC.

Auch RB-Kapitän Marcel Sabitzer sieht nach seinem Traumtor zur wichtigen Führung im Berliner Olympiastadion keinen Grund für Understatement. Das Image eines im Augenblick der großen Chance schon wieder zu kraftlosen und zaudernden Bayern-Konkurrenten wollen die Sachsen in der Fußball-Bundesliga jedenfalls nicht mehr bedienen. "Für uns hat es geheißen, dran zu bleiben, wirklich da zu sein, wenn sie mal schwächeln. Jetzt haben wir die Punkte aufgeholt, jetzt sind es noch zwei", sagte der Österreicher.

Trainer Julian Nagelsmann hatte den dezenten, aber bestimmten Duktus zur Bayern-Jagd vorgegeben, unaufgeregt, aber mit einer klaren Zielsetzung. "Am Ende habe ich schon den Anspruch, dass sich ein Team innerhalb eines Jahres entwickelt, und ich glaube, wir haben uns in allen Bereichen entwickelt. Die sollte weiter gehen, die Entwicklung. Dann kann es eine gute Saison werden", sagte der RB-Coach.

Nagelsmann lobte vor allem die neue defensive Stabilität. "Ich glaube, dass wir variabler geworden sind. Der große Unterschied ist, dass wir insgesamt besser verteidigen", sagte der 33-Jährige, wohl wissend, dass Titel oft in der Abwehr gewonnen werden.

Nach dem 22. Spieltag der Vorsaison waren die Bayern sogar nur einen Zähler vor RB, doch das Momentum war damals ein anderes. Aus vier Punkten Vorsprung war nach der Saisonhalbzeit schnell ein Rückstand geworden. Jetzt hat Leipzig sich zwar eine bittere 0:2-Niederlage in der Champions League gegen den FC Liverpool geleistet, aber innerhalb von zwei Spieltagen von sieben Punkten Rückstand auf die nach ihrem Katar-Trip aus dem Tritt geratenen Bayern gleich fünf aufgeholt.

"Wenn wir fokussiert sind und in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze kommen, dann kann es ein spannender Kampf bis zum Ende werden, aber ich weiß auch, dass harte Wochen vor uns sind", sagte Sabitzer. Schon am kommenden Samstag wartet in Borussia Mönchengladbach ein angeschlagener und somit unangenehmer Kontrahent.

Möglicherweise kann das kaum noch zu vermeidende Königsklassen-Aus gegen die Reds von Jürgen Klopp noch ein Vorteil sein, wenn im April und Mai der Fokus auf den nationalen Wettbewerb ausgerichtet ist. Der Spielplan meint es gut mit RB. Alle Konkurrenten aus den Top Vier müssen noch nach Leipzig. Am Karsamstag (3. April) ist der FC Bayern dort zu Gast.