Nach dem Tod des italienischen Fußball-Nationalspielers Davide Astori soll eine gerichtsmedizinische Untersuchung am Dienstag Klarheit über die Umstände seines Todes bringen. Das teilte die Staatsanwaltschaft der Stadt Udine am Montag mit. Damit solle ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden.

Der 31 Jahre alte Kapitän des Erstligisten AC Florenz war am Sonntag in einem Hotel in Udine tot aufgefunden worden. Dort sollte seine Mannschaft am gleichen Tag gegen den lokalen Club antreten. Nach ersten Angaben der Behörden war er an einem Herzstillstand gestorben. Der Staatsanwaltschaft zufolge war Astori bereits mehrere Stunden lang tot, bevor er leblos aufgefunden wurde.

"Keinerlei Substanzen"

"In dem Hotelzimmer war alles in völliger Ordnung", sagte der Staatsanwalt Antonio De Nicolo. "Es wurden keinerlei Substanzen entdeckt, die zum Tod geführt haben könnten. Da es sich bei dem Toten um einen erst 31-jährigen Mann handelte, werden wir alle möglichen Untersuchungen vornehmen, um ein Fremdverschulden ausschließen zu können."

Der Fußballverband FIGC hatte alle Sonntagsspiele der Serie A und Serie B abgesagt. Astori hatte 14 mal für die italienische Nationalmannschaft gespielt. Vor dem Sitz und den Ausbildungsstätten des Verbandes wehten die Flaggen auf halbmast. In den kommenden Tagen werden alle Auswahlmannschaften des Verbandes als Zeichen der Trauer in ihren Spielen Schweigeminuten einlegen und mit Trauerflor antreten, teilte der Verband am Montag mit. Den Anfang machte Italiens U19-Team der Frauen, das am Sonntag gegen Norwegen mit Trauerflor gespielt hatte. Die Frauen-Nationalmannschaft solle am Montag in ihrer Partie gegen Finnland ebenfalls mit Trauerflor antreten.

In den sozialen Medien entbrannte unterdessen eine Diskussion darüber, ob Sportärzte das Herzproblem hätten vorhersehen können. Astori hatte seit 2008 für die Fußball-Clubs Calgiari, Rom und Florenz gespielt. "Wir haben exzellente medizinische Untersuchungen", sagte Roms früherer Teamarzt Ernesto Alicicco der Nachrichtenagentur Adnkronos. Professionelle Fußballspieler würden alle sechs Monate getestet werden.