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Für die Unterzeichnung seines letzten großen Vertrages beim FC Bayern erschien Robert Lewandowski mit modischer Brille. Im Hintergrund funkelte der Champions-League-Pokal, an der Seite des mit seiner Familie in München heimisch gewordenen Torjägers strahlten am Donnerstag Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Der mit fünf Treffern in zwei Spielen glänzend in die Bundesliga-Saison gestartete Pole will seine Tore bis 2023 im Trikot des deutschen Fußball-Rekordmeisters erzielen - also bis er fast 35 Jahre alt ist.

"Der FC Bayern ist meine sportliche Heimat geworden", äußerte Lewandowski, als fix gemacht wurde, was von seinen Beratern zuvor mit dem Serienmeister ausgehandelt worden war. "Ich bin davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahren noch viel erreichen werden", sagte der Torjäger, dessen Sehnsuchtsziel der Gewinn der Champions League ist. "Der FC Bayern ist einer der drei größten Vereine der Welt". Und Lewandowski für Rummenigge sogar "der beste Mittelstürmer der Welt".

"Der logische Schritt"

Trainer Niko Kovac zeigte sich "glücklich". Lewandowski ist der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor in dem mit Leihspieler Philippe Coutinho aufpolierten Bayern-Kader. "Es ist der logische Schritt, mit 31 hier den Anker zu werfen", sagte Kovac über den Angreifer, den er zum weiteren stellvertretenden Kapitän ernannt hatte.

"Er hat eine große Verantwortung zu tragen, der er gerecht wird", so Kovac weiter. Der Saisonstart war der Beweis. "Er ist sehr gut in der Spur, hat schon fünf Tore geschossen", sagte Kovac. Als "super" bezeichnete das auch Kapitän Manuel Neuer: "Wir wissen, dass wir einen der besten Stürmer der Welt in unseren Reihen haben."

Sportdirektor Salihamidzic sieht Lewandowski, dessen Kontrakt zuvor bis 2021 lief, in einer veränderten Rolle. "Robert ist dabei, ein so wichtiger Spieler für den FC Bayern und seine Fans zu werden, wie Franck Ribéry und Arjen Robben es waren."

"Mehr Minuten"

Schon am kommenden Samstag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellenletzten FSV Mainz 05 könnte Tormaschine Lewandowski sein Konto weiter aufstocken. Zumal Offensivstar Coutinho nach seinem 33-Minuten-Debüt beim 3:0 auf Schalke bei seiner Premiere in der Allianz Arena schon länger zum Einsatz kommen soll. "Wir wollen zusehen, dass wir ihm mehr Minuten geben", sagte Kovac. Der Brasilianer mache im Training Fortschritte. "Unser Ziel ist es, ihn so schnell wie möglich fit zu bekommen."

Der Spanier Thiago soll nach der Spielpause gegen Schalke wegen Problemen an der Halswirbelsäule wieder auflaufen. Das würde eine Rückversetzung von Joshua Kimmich aus dem Mittelfeld in die Verteidigung nach sich ziehen. "Er wird nicht endgültig die Position rechter Verteidiger verlassen, dafür ist er da zu gut", sagte der Bayern-Coach deutlich zu Kimmich, der wie im Nationalteam auch im Verein am liebsten dauerhaft auf der Sechs spielen würde.

Mit Blick auf die mit je zwei Siegen gestarteten Titelkonkurrenten Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen wird Kovac in der Startphase der Saison nicht nervös. "Ich bin nicht ängstlich, dass etwas in die falsche Richtung läuft", bemerkte der Kroate angesichts von zwei Punkten Rückstand. Gegen den punktlosen Tabellenletzten aus Mainz werde es aber nur dann "leicht, wenn wir es ernst annehmen", betonte der 47-Jährige. Team-Kapitän Neuer beruhigte seinen Chef. "Dass wir das zweite Spiel auf Schalke gewonnen haben, ist ein gutes Signal. Wir wollen so weitermachen", sagte der Nationaltorhüter.