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Das olympische Feuer in Tokio brennt. Mit einem Jahr Verspätung haben die umstrittenen Olympische Spiele mitten in der Corona-Pandemie begonnen. Um 23.13 Uhr Ortszeit erklärte Kaiser Naruhito am Freitag im fast leeren Nationalstadion die XXXII. Olympischen Spiele für offiziell eröffnet. 35 Minuten später entzündete Tennis-Weltstar Naomi Osaka die Flamme.

Nach den Spielen 1964 ist die japanische Hauptstadt zum zweiten Mal Schauplatz des Sport-Spektakels. Bis zum 8. August kämpfen rund 11 000 Sportlerinnen und Sportler ohne Zuschauer um Gold, Silber und Bronze.

Die deutschen Teilnehmer liefen vor rund 900 Ehrengästen als 115. von 206 Teams ein, angeführt von Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig und Wassersprung-Rekordeuropameister Patrick Hausding als Fahnenträger. "Viel Erfolg bei den Olympischen Spielen in Tokio! Alle guten Wünsche aus Berlin! Kommen Sie heil zurück!", hatte Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier bei einer Videoschalte dem deutschen Team gewünscht.

Erster Corona-Fall im deutschen Team

Doch schon am Eröffnungstag musste der Deutsche Olympische Sportbund den ersten Coronafall verzeichnen. Radsportler Simon Geschke wurde positiv auf das Virus getestet und kann daher nicht am Straßenrennen am Samstag teilnehmen. Schon vorher hatten die Veranstalter 19 Coronafälle im Zusammenhang mit Olympia gemeldet. Das war der bisherige Höchstwert seit Beginn der Erfassung der Tests am 1. Juli. Damit stieg die Zahl der positiven Fälle auf über 100.

Die unspektakuläre Eröffnungsshow vor Milliarden TV-Zuschauern fand in einem beinahe trostlosen Rahmen statt. Dieser passte zur Stimmung im Land. Anders als vor 57 Jahren bestehen in Japan wegen der steigenden Corona-Zahlen große Vorbehalte gegen das Großevent. Rund um die Zeremonie gab es vereinzelte Proteste.

"Ja, es ist ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten", sagte IOC-Präsident Bach mit Verweis auf die Pandemie. Trotzdem sei "heute ein Tag der Hoffnung". Er selbst, das Internationale Olympische Komitee und die japanische Regierung werden nicht nur im Gastgeberland wegen ihres Corona-Umgangs kritisch gesehen. Dazu kommen Skandale in der lokalen Organisation.

Olympia im Zeichen der Pandemie

Zudem wurde vor der Opening-Zeremonie deutlich, dass auch die Wetterbedingungen bei den Spielen neben Corona ein Thema werden. Hitze und die Luftfeuchtigkeit machten den Sportlerinnen und Sportler schon in den ersten Wettkämpfen zu schaffen. Die russische Bogenschützin Swetlana Gombojewa erlitt in der Qualifikationsrunde einen Hitzschlag, der deutschen Ruderin Leonie Menzel gingen die Kräfte aus. Beide erholten sich später.

Zu Beginn der kommenden Woche könnte die Region laut Wettervorhersage ein Taifun treffen. Die Unwetterwarnung sorgte schon für Verschiebungen beim Rudern. So muss der Deutschland-Achter wegen umfassender Änderungen am Rennkalender am Samstag und damit einen Tag früher als geplant ran.

Bei den Vorwettkämpfen am Freitag untermauerte Einer-Ruderer Oliver Zeidler mit einem Sieg im Viertelfinale seine Goldambitionen. Ebenso zog der Doppelvierer der Frauen direkt ins Finale ein. Die deutschen Bogenschützinnen um Rio-Silbermedaillengewinnerin Lisa Unruh verpassten indes in der Qualifikationsrunde vordere Plätze und bessere Ausgangspositionen für den Einzelwettkampf.