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Die spanische Regierung hat gelassen auf die angekündigte Prüfung durch die FIFA wegen angeblicher staatlicher Einmischung in interne Angelegenheiten reagiert. «Dass Spanien nicht zur WM fahren könnte, ist ein Szenario, das ich überhaupt nicht in Betracht ziehe», sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. «Wir werden nicht nur hinfahren, wir werden gewinnen.»

«Ernstes Risiko»

Der Fußball-Weltverband hatte dem spanischen Verband RFEF eine staatliche Einmischung in interne Angelegenheiten vorgeworfen. Schlimmstenfalls könnte laut der Zeitung «El Pais» Spanien von der WM im kommenden Jahr in Russland ausgeschlossen werden. Es bestehe ein «ernstes Risiko», hatte das Blatt geschrieben.

Die FIFA hatte zuvor in einer Mitteilung bestätigt, dass Delegationen der FIFA und der UEFA nach Madrid entsandt werden sollen, um die Situation zu prüfen. Dabei hieß es, die Verbände der einzelnen Länder müssten unabhängig von jeder Einflussnahme Dritter agieren.

Konkret geht es nach Angaben von «El País» um eine Forderung des Obersten Nationalen Sportrats (CSD), der nach den Korruptionsvorwürfen gegen Ex-Verbandspräsident Angel Maria Villar auf Neuwahlen beim RFEF gepocht haben soll.

«Vorbildlich»

Regierungschef Rajoy sagte, dem zuständigen Ministerium für Bildung, Kultur und Sport sei kein entsprechendes Schreiben zugestellt worden. Er versicherte, das Verhalten der Regierung sei «vorbildlich» gewesen, und sowohl das Ministerium als auch der Sportrat hätten deren volle Unterstützung.

Der spanische Verband teilte mit, bereits am Rande der WM-Auslosung in Moskau sei der neue RFEF-Präsident Juan Luis Larrea wegen der Vorwürfe mit Vertretern von FIFA und UEFA zusammengetroffen. Die Bedenken der FIFA seien auch dem Sportministerium in Madrid mitgeteilt worden. Man hoffe auf ein baldiges Treffen aller Beteiligten, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Bei der Auslosung vor zwei Wochen waren der Selección Portugal, Marokko und der Iran als Vorrundengegner zugelost worden.