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Langjährige Weggefährten haben Franz Beckenbauer zum 75. Geburtstag an diesem Freitag als außergewöhnliche Persönlichkeit gewürdigt. Günter Netzer lobte ihn als "das große Glück des deutschen Fußballs", Uwe Seeler bezeichnete den Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft als "normal und menschlich".

Der frühere Nationalspieler und Bundestrainer Jürgen Klinsmann schrieb bei Twitter: "Der Fußball, egal ob in Deutschland oder überall auf der Welt, hat Dir unendlich viel zu verdanken!! Bleib gesund und vor allem Dir treu!". Und auch der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter gratulierte auf Twitter: "Du verdienst einen Diamant-Orden für Deinen außergewöhnlichen Beitrag zu unserem Spiel. Pass auf. Genieße das Leben!"

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts, beim DFB 1990 Nachfolger des Weltmeister-Trainers Beckenbauer, schrieb in einer Kolumne für das Nachrichtenportal "t-online": "Was Franz für den DFB, für Bayern München und den Fußball überhaupt gemacht hat – das ist sensationell. Ich sage immer: Der Franz ist ein Geschenk vom lieben Herrgott."

Netzer: Er war und ist der Beste

Auf den Punkt brachte Beckenbauers Lebensleistung Günter Netzer (75): "Er war der Beste. Ist der Beste. Und es gibt keinen Besseren, der ihm folgen könnte", sagte der frühere Nationalspieler, der mit Beckenbauer als Spieler 1974 Weltmeister und 1972 Europameister geworden war, dem "Sportbuzzer".

"Einen Menschen wie Franz Beckenbauer kann man nicht beschenken. Auch nicht zum Geburtstag", führte Netzer aus. "Er hat sich durch so vieles selbst beschenkt. Das Einzige, was meine Frau Elvira und ich ihm wünschen können, dass er seine gesundheitlichen Rückschläge gut verkraftet und uns lange erhalten bleibt."

Auch Beckenbauers Leistung als Organisationschef der WM 2006 hob Netzer hervor, ohne dabei auf die Wirrungen der bis heute ungeklärten Millionenzahlung im Vorfeld einzugehen. "Die WM 2006 hat er natürlich zu großen Teilen selbst geholt, mithilfe von Funktionären, die ihm die Arbeit erleichtert haben", sagte der frühere Gladbacher Bundesliga-Profi, der wie Beckenbauer das deutsche Spiel vor allem der 1970er-Jahre geprägt hatte. "Gerade er als Vorzeigefigur hat ganz viel bewirkt. Es war härteste Arbeit, als er in 177 Tagen weltweit 31 Länder besuchte, um Deutschland in einem guten Licht zu präsentieren", unterstrich Netzer.

Ehrenspielführer Uwe Seeler ehrte Beckenbauers Persönlichkeit mit den Worten: "Du bist von Anfang an bescheiden aufgetreten – und bist es bis jetzt geblieben. Ein größeres Kompliment kann ich Dir nicht machen." In der "Hamburger Morgenpost" (Freitag) erinnerte der 83 Jahre alte Seeler an das Auftreten des "Kaisers" auf dem Spielfeld. "Aufbrausend warst Du wie ich nur auf dem Platz. Da hast Du schon gern einmal geschimpft wie ein Bierkutscher. Du wolltest einfach nur gewinnen. Und wehe, einer tat nicht alles dafür! Es war immer eine Freude, mit Dir Fußball zu spielen."