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Florian Wellbrock hat bei der Schwimm-WM Gold über 1500 Meter Freistil gewonnen. Der 21-Jährige schlug am Sonntag im südkoreanischen Gwangju nach 14:36,54 Minuten an. Er siegte in einem packenden Rennen vor dem Ukrainer Michailo Romantschuk und dem italienischen Olympiasieger Gregorio Paltrinieri.

Für Wellbrock war es nach Gold im Freiwasser über zehn Kilometer der zweite Titel bei dieser WM. Dem Magdeburger gelang eine besondere Premiere: Nie zuvor holte ein Athlet bei einer Schwimm-Weltmeisterschaft Einzel-Gold im Becken und im Freiwasser.

"Unbeschreiblich. Ich brauche, glaube ich, erstmal ein bisschen dafür", sagte Wellbrock in der ZDF-Mediathek. "Ich wusste, dass ich hinten raus stärker bin als Paltrinieri."

Achte Medaille

Mit dem ersten WM-Titel für den Deutschen Schwimmverband (DSV) im Becken seit dem Sieg von Marco Koch 2015 über 200 Meter Brust setzte Wellbrock den furiosen Schlusspunkt am letzten Tag der Titelkämpfe. Zuletzt hatte Jörg Hoffmann 1991 über 1500 Meter Freistil gewonnen. Wellbrock füllte das Konto des DSV auf nun acht Medaillen in Südkorea auf.

Nach Silber von Wellbrocks Freundin Sarah Köhler über 1500 Meter Freistil war es die zweite Medaille für die Schwimmer in den prestigeträchtigen Wettbewerben in der Halle. In der ersten WM-Woche hatten die Freiwasserschwimmer mit zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze vorgelegt. Zudem steuerten die Wasserspringer Tina Punzel und Lou Massenberg eine Bronzemedaille bei.

Ende gut, alles gut

Wellbrock selbst erlebte in Südkorea ein sportliches und emotionales Auf und Ab. Nach seinem Titel und der souveränen Olympia-Qualifikation im Hafenbecken von Yeosu präsentierte er sich locker und gelöst. Der Druck als Hoffnungsträger der deutschen Schwimmer schien dem Ausnahmekönner aus Magdeburg nichts anhaben zu können.

Umso überraschender war es, dass ihm sein erster Beckenauftritt über 800 Meter komplett misslang. Wellbrock schied als 17. im Vorlauf aus und zog sich anschließend zurück. Am Abschluss-Wochenende feierte er nun ein überragendes Comeback.

"Das Selbstbewusstsein ist wieder da und er hat gemerkt, er hat die Kontrolle", sagte Teamchef Bernd Berkhahn, nachdem sich sein Schützling als Zweiter des Vorlaufs am Samstag souverän für das Finale qualifiziert hatte. "Es ist noch Luft nach oben und dann muss man sehen, was am Ende dabei rauskommt", hatte er vor dem Endlauf gesagt. Es kam ziemlich viel dabei raus.