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Florian Kohfeldt hat mit Werder Bremen nach einer völlig verkorksten Vorsaison nur mühsam den Wiedergutmachungskurs aufgenommen. Sein Team hatte am Samstagabend in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Drittliga-Absteiger FC Carl Zeiss Jena große Anlaufschwierigkeiten und setzte sich nur mühevoll mit 2:0 (0:0) durch. Vor zugelassenen 1.600 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld trafen Joshua Sargent (49. Minute) und Tahith Chong (87.) für Bremen. Eine große Überraschung glückte dem Regionalligisten SSV Ulm 1846. Union Berlin siegte erst nach Verlängerung.

Die Thüringer starteten hellwach, versuchten den Spielaufbau der Gäste mit hohem Pressing zu stören. Allerdings patzten die Jenaer immer wieder beim eigenen Herausspielen. Das nutzte Werder mit schnellem Kombinationsspiel, oft aber zu ungenau. Die Bremer Führung verpasste Theodor Gebre Selassie, der Leonardo Bittencourts Flanke aus Nahdistanz an den linken Pfosten setzte (18.). Auf der Gegenseite prüfte Maximilian Oesterhelweg zwei Minuten später Bremens Keeper Jiri Pavlenka.

Der dreimalige DDR-Meister glaubte spürbar an seine Chance. Immerhin hat Jena eine große Pokalvergangenheit: 1981 stand der Club im Europapokal der Pokalsieger im Endspiel gegen Dinamo Tiflis (1:2). Der letzte Coup nach vier Viertelfinalteilnahmen war 2015/16 gelungen, als Jena in der ersten Runde den damals noch erstklassigen Werder-Rivalen Hamburger SV mit 3:2 nach Verlängerung besiegt hatte.

SSV Ulm 1846 wiederholt Pokal-Sensation

Am Samstagabend agierte das Kohfeldt-Team ohne Milot Rashica ideenlos. Jena wurde dadurch immer mutiger. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff forderten die Gastgeber einen Elfmeter, nachdem Gebre Selassie Dominik Boch zu Fall brachte.

In Halbzeit zwei versuchte Kohfeldt mit Davy Klaassen und Chong neuen Schwung reinzubringen. Das gelang auf Anhieb: Nach einer Augustinsson-Flanke köpfte Sargent zum 1:0 ein. Das gab dem sechsmalige Pokalsieger von der Weser Sicherheit. Das 2:0 auf dem Fuß hatte Bittencourt (57.), der nach einem herrlichen Klaassen-Pass den Ball am Tor vorbei spitzelte. Bremen dominierte nun die Partie, war aber in der Chancenverwertung nachlässig. Chong machte erst kurz vor Schluss alles klar.

Der SSV Ulm 1846 sorgte erneut für eine Überraschung und warf den Zweitligisten FC Erzgebirge Aue raus. Zwei Jahre nach dem Erstrunden-Erfolg gegen den damaligen Pokalsieger Eintracht Frankfurt siegten die Ulmer gegen Aue 2:0 (1:0). Tobias Rühle (37. Minute) und Felix Higl (90.) machten mit ihren Toren vor rund 430 Zuschauern im Donaustadion den verdienten Sieg der Gastgeber perfekt.

DFB-Pokal: Union Berlin muss in die Verlängerung

Von den Sachsen kam dagegen überraschend wenig. Philipp Zulechner hätte die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster in der 29. Minute in Führung bringen können, der Stürmer scheiterte aber frei vor dem Ulmer Tor. Im Anschluss fanden die Gäste kaum noch Lösungen gegen den diszipliniert verteidigenden Regionalligisten von Trainer Holger Bachthaler.

Der 1. FC Union Berlin erreichte nur mit viel Mühe und erst nach einer 30-minütigen Sonderschicht die zweite Runde. Der Bundesligist gewann beim Zweitligisten Karlsruher SC 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer erzielte Neuzugang Nico Schlotterbeck per Direktabnahme in der 118. Minute. Die Partie wurde gemäß der aktuellen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg vor 450 Zuschauern ausgetragen - darunter auch der frühere Karlsruher und heutige U21-Nationaltrainer von Schlotterbeck, Stefan Kuntz.

Fortuna Düsseldorf zog ebenfalls nach einem Geduldsspiel in Ingolstadt in die zweite Runde ein. Der Bundesliga-Absteiger gewann 1:0 (0:0) beim Drittligisten aus Oberbayern. Der frühere FCI-Profi Thomas Pledl markierte im leeren Ingolstädter Sportpark mit seinem Joker-Treffer in der 80. Minute das Siegtor für den Favoriten vom Rhein.