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Das deutsche Baugewerbe bekommt weiterhin etwas weniger neue Aufträge. Im November vergangenen Jahres lag der Auftragswert mit 6,9 Milliarden Euro 2,3 Prozent unter dem Vergleichsmonat aus dem Jahr 2019, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete. Ohne die Preissteigerungen und kalendarische Effekte wären es sogar 5,9 Prozent weniger gewesen als ein Jahr zuvor.

Damit setzt sich die verhaltene Entwicklung bei den Bauaufträgen fort. Zwar steigerte sich der bereinigte Auftragswert im Vergleich zum Oktober um 2,0 Prozent. In den betrachteten ersten elf Monaten des Jahres ist der um Preissteigerungen bereinigte Auftragswert aber um 2,9 Prozent gesunken.

Wohnungsbau boomt weiter

Laut dem Zentralverband des Baugewerbes (ZDB) ist der Rückgang vor allem auf die im zweiten Corona-Lockdown stark gesunkenen Aufträge im Wirtschaftsbau zurückzuführen, während die Nachfrage für den Wohnungsbau weiterhin ungebrochen sei. Auch im zweiten Lockdown bemühten sich die Unternehmen, die Produktion hochzuhalten, was an den Umsatzsteigerungen zu erkennen sei. Der Verband zeigte sich zuversichtlich, die Umsatzzahlen auch im laufenden Jahr auf dem Niveau von 2020 halten zu können.

Gut durch die Krise

"Im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen ist unsere Branche bisher aber noch gut durch die Krise gekommen", bilanzierte auch der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel. Die Order-Einbrüche seien auch regional begrenzt auf Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Berlin, wo es im Vorjahr 2019 extreme Auftragsspitzen gegeben habe. Eine Nachfrageschwäche zeige der Straßenbau, bei dem Bund, Länder und Kommunen die eingeplanten Mittel auch vergeben müssten.