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Fast jeder zweite Anleger erwartet laut einer Umfrage den Austritt Griechenlands ("Grexit") aus der Eurozone innerhalb des nächsten Jahres. Der sogenannt "Euro Break-up Index" (EBI) stieg im März von 36,8 Prozent im Vormonat auf 49,0 Prozent, teile das Analysehaus Sentix am Dienstag in Frankfurt mit. Damit notiert der Indikator mittlerweile wieder auf Niveaus wie zur Hochzeit der Euro-Krise im Sommer 2012. Der Indikator misst die Wahrscheinlichkeit, dass ein Land in den nächsten zwölf Monaten die Eurozone verlässt. Für den Anstieg verantwortlich ist aber fast alleine Griechenland.

 Einen Austritt von Griechenland erwarten laut Sentix mittlerweile 48,3 Prozent, nachdem es im Vormonat nur 35,5 Prozent gewesen waren. "Die Beteuerungen der Politik, es gäbe kein anderes Szenario als den Euro-Verbleib Griechenlands, werden von rund der Hälfte der Investoren nicht für bare Münze genommen", kommentierte Sentix-Analyst Sebastian Wanke. Nur 11 Prozent erwarten einen Austritt von Zypern, das mit Griechenland wirtschaftlich eng verflochten ist.

 Andere Länder spielen kaum eine Rolle. Für Italien, Spanien, Portugal und Irland liegen die Werte unter zwei Prozent und damit laut Wanke "unterhalb der Fühlbarkeitsschwelle für das Risiko eines Euro-Exits". Der Fall Griechenlands wird also als isoliertes Phänomen wahrgenommen.