Ihr Name ist Programm: „Hayden Kryze, cuz she can handle WHAT? Any Crisis”. Jahrelanges Mobbing während der Schulzeit haben Hayden krisenresistent gemacht. Wenn heute jemand sagt: „Du tanzt aber feminin“, dann freut sich Hayden, dass sie in ihrer Rolle so überzeugt. Einmal war ein Zuschauer sogar so sehr von ihrer Performance gerührt, dass ihm das den Mut gab, sich selbst zu outen. In ihren Auftritten kombiniert Hayden gekonnte Dance-Moves mit exzellentem Lip-Sync zu atemberaubenden Live Performances. Und die regelmäßigen Tanz-Workouts zeigen Wirkung: Nicht umsonst bezeichnet die sportliche Drag Queen sich selbst als Muscle-Queen. Aber hat die Muscle-Queen auch das Zeug zur Queen of Drags?

Hayden Kryze im Interview:

Was bedeutet Drag für dich?

Drag ist für Hayden ein Gefühl. Es ist für sie eine Möglichkeit aus dem Alltag auszubrechen: "Es ist das Gefühl, irgendwo seine ganz eigene Welt aufbauen zu können, in der man auch der Star ist. Man lässt seine Welten kollidieren, das ist das was mich am meisten interessiert."

Mit welchen Vorurteilen wirst du oft konfrontiert?

„Was missverstanden wird, ist das "shady" sein. Bei Drag geht es darum scharfzüngig zu sein. Man greift jemanden scharf an. Wir sind Künstler, also sollte man das nicht zu persönlich nehmen. Ich nehme das immer mit sehr viel Humor. Das ist auch ein Zeichen, das Drag setzen kann: Lach über dich selbst, seh dich im Spiegel an, akzeptiere dich selbst." 

Hast du Vorbilder?

"Meine Mutter gehört zu meinen großen Vorbildern, was Stärke und Durchhaltevermögen angehen. Sie hat mich ganz alleine großgezogen, ohne finanzielle Unterstützung von irgendjemandem und wir sind wunderbar zurechtgekommen."

Welche Vorurteile hörst du am häufigsten?

"Die Vorurteile kommen vor allem aus der Szene selbst, sagt sie: "Viele Vorurteile sind zum Beispiel, der möchte z.B. eine Frau sein. Dieses Vorurteil geht über die Gay-Grenze hinaus. Oder dass wir schwach wären, im Gegenteil, Drag macht stark."

Ab wann wirst du zur Hayden?

Für Hayden schwierig an einer Sache festzumachen: "In meinem Kopf bin ich weder Mann noch Frau, ich nehmen die besten Sachen aus meinen beiden Welten und versuche die zu vereinen. Aber es sind die Nägel, wenn die Nägel drauf sind, dann ist die Verwandlung echt, wenn die Nägel drauf sind weiß ich, jetzt kann es losgehen."