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Woher kommt der Name Enissa?

„Inessa Armand war eine russische Revolutionärin und angebliche Liebhaberin von Lenin. Meine Eltern fanden die Frau und den Namen toll, haben ihn aber immer falsch ausgesprochen – und so wurde ich zu Enissa.“

Vor zwei Jahren hast Du noch auf dem Weihnachtsmarkt Pfeffer verkauft – jetzt bekommst Du Deine eigene Show auf ProSieben – ziemlich steile Karriere, oder?

„Ich lebe den absoluten Cinderella-Traum, denn ich habe immer schon davon geträumt, eine eigene Personality-Show zu haben. Dass ich innerhalb von zwei Jahren so einen Sprung mache, das ist der Gipfel – und ich kann dieses Glück kaum fassen! Ich muss mich jeden Tag kneifen, sonst denke ich: Gleich wache ich auf und stehe wieder auf dem Weihnachtsmarkt. Da war es übrigens auch schön: Frische Luft und rote Bäckchen!“

Bist Du afugeregt vor großen Auftritten?

„Ich habe eiskalte Füße und jede Menge Lampenfieber, aber das hat mir bisher auch sehr geholfen. Ich halte einen gewissen Grad an Aufregung für sehr gesund, denn es hilft mir dabei, Bodenhaftung zu bewahren.“

Bei „Studio Amani“ wirst Du u.a. die Themen, die Dich die Woche über beschäftigt haben, Revue passieren lassen – welche Themen sind das? Bei welchen Themen reagierst Du am emotionalsten?

„Im ‚Studio Amani‘ sind alle Themen willkommen – von ernsten politischen Angelegenheiten bis hin zur Schwierigkeit, den Lidstrich beim linken Auge genauso hinzubekommen wie beim rechten. Aber egal, worum es sich dreht: Ich habe bei keinem Thema Angst davor, Stellung zu beziehen und Haltung zu zeigen. Ich freue mich auf viele Diskussionen – während und nach der Sendung!“

Wirst Du auch bei politischen Themen „die Hosen runterlassen“?

„Ich werde mich ganz klar einordnen. Ich würde sogar meinen Wahlschein vor laufender Kamera ausfüllen! So sehr ich Höflichkeit liebe und es mag, wenn man Menschen, die eine andere Meinung haben, mit Respekt gegenübertritt, so sehr hasse ich Diplomatie. Meine Zuschauer werden also eine klare Haltung von mir bekommen – und zwar nicht von einer Politikerin oder einer Gesellschaftswissenschaftlerin, sondern von Enissa Amani. Und dann können wir diskutieren.“

Welche Gäste dürfen wir erwarten und auf welche freust Du Dich besonders?

„Ich habe ein lange Liste an ProSieben mit meinen Wunschgästen geschickt: Von George Clooney bis Barack Obama sind alle dabei. (lacht) Das kann auch mal ein in Deutschland unbekannterer Mensch sein, so lange ich ihn spannend finde. Ich freue mich vor allem auf Diversität: Sollte ich mit Richard David Precht und Rapper Haftbefehl auf der Couch philosophieren können, wäre ich sehr glücklich.“

Im Trailer rüttelst Du an der ProSieben-Tür – bist Du auch privat so beharrlich und zielstrebig?

„Ich bin eher ein ‚Hans-im-Glück‘. Meine Eltern haben mir nie den amerikanischen Traum verkauft und gesagt: ‚Mach einfach, alles ist möglich!‘ Ihnen war wichtig: ‚Mach etwas, was Dich glücklich macht – aber gehe auch davon aus, dass Du mal scheitern kannst.‘ Also habe ich angefangen, das zu machen, was mir Spaß bringt – und versuche, nicht allzu verbissen nach Erfolg zu schielen.“

Worüber kannst Du besonders herzhaft lachen?

„Meistens sind es Geschichten, die ich persönlich nachempfinden kann, also: Was mir auch passiert ist, was meine Mutter auch immer gesagt hat, was ich mir auch dauernd denke. Ich mag Menschen, die sich über die Welt wundern – und die sich auch mal über die eigene Beschränktheit lustig machen können.“

Und wo vergeht Dir grundsätzlich das Lachen?

„Ich mag keine blinde Provokation. Ich möchte eine Message haben, weil ich ein Mensch bin, der lieber Brücken baut, damit sich alle besser verstehen. Dafür bietet Comedy tolle Werkzeuge. Einfach nur auf ein Thema drauf hauen und ohne Inhalt provokant zu sein, ist nicht meins.“