Paleo-Diät - was ist das? Der Begriff Paleo-Diät bezieht sich auf das Paläolithikum, also die Altsteinzeit und die damalig etablierte Ernährungsweise. So kommt es auch zur alternativen Bezeichnung der Paleo-Diät als Steinzeiternährung. Bereits Mitte der siebziger Jahre beschrieb der Gastroenterologe Walter L. Voegtlin den Menschen als Fleischesser. Seiner Meinung nach eignet sich die moderne Ernährung mit Industrieprodukten und Fast Food nicht für die menschliche Lebensweise. Schlimmer noch, sie verantwortlich für Übergewicht und Krankheiten sein. Richtig populär wurde die Paleo-Diät jedoch erst später durch Dr. Loren Cordain. Er stellt die Ernährung der Steinzeit-Menschen als Jäger und Sammler in den Mittelpunkt seiner Ernährungsphilosophie. 

Paleo-Anhänger beurteilen die Steinzeit-Diät als die geeignetste Ernährungsform für den Menschen und dessen Gesundheit. Was sich schon in der Steinzeit positiv ausgewirkt hat, soll auch heute noch gelten. Wie vor Jahrhunderten stehen auf dem Paleo-Speiseplan deswegen frische und unverarbeitete Zutaten wie Fleisch (keine Massentierhaltung!), Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Obst, Ei, Kräuter, Honig, Beeren, Pilze und Nüsse. Lebensmittel wie Getreide (damals wurde kein Ackerbau betrieben), Kartoffeln, Hülsenfrüchte, raffinierter Zucker, raffiniertes Salz, verarbeitete Öle oder Milch und Milchprodukte (früher gab es keine Viehhaltung) sind kein Bestandteil der Paleo-Ernährungsweise. 

Es soll auch prominente Anhänger der Ernährungsphilosophie geben. So sind angeblich zum Beispiel die Schauspielerinnen Katie Holmes, Blake Lively und Jessica Biel Paleo-Fans. Kein Wunder, dass viele auf das Paleo-Programm schwören, denn neben dem Gewichtsverlust soll die Paleo-Diät z.B. auch dazu in der Lage sein, die Blutzuckerwerte (Diabetes) zu verbessern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verhindern. Die Ernährungsweise soll außerdem die Folgen von Autoimmunerkrankungen lindern können, indem sich das Immunsystem beruhigt und Entzündungsprozesse abnehmen. 

Wer auf das Paleo-Konzept schwört, fokussiert sich auf eine gesunde Ernährungsweise mit viel Fleisch und tierischen Lebensmitteln. Wenn statt Fertigpizza und Junkfood gesunde Biokost und Produkte aus Freilandhaltung im Einkaufskorb landen, geht das natürlich nicht nur den Rettungsringen um die Hüften, sondern auch dem Geldbeutel eher an die Substanz. Gute Qualität hat schließlich ihren Preis.
Kraftsportler bevorzugen die Paleo-Diät oft aufgrund der reduzierten Aufnahme von Kohlenhydraten. Allergikern tut die Abwesenheit von Gluten oder Milchprodukten in der Paleo-Ernährung gut. Liebhaber von Brot und Käse werden mit der Ernährungsform allerdings nicht glücklich. Und dass Vegetarier und Veganer die Paleo-Diät nicht unbedingt favorisieren, liegt auf der Hand. Dennoch gibt es mögliche Alternativen für Nicht-Fleischesser, damit sie die Steinzeit-Diät ebenfalls praktizieren können.

Was versteht man unter Ernährung nach dem Prinzip der Paleo-Diät?

Die Idee hinter der Paleo-Diät stellt die Steinzeit-Nahrung in den Fokus. An diese soll der Organismus seit mehreren Millionen Jahren gewöhnt und angepasst sein. Paleokonforme Lebensmittel soll er deswegen am besten verdauen und verwerten können. Da damals neben dem Sammeln das Jagen im Vordergrund stand, ist der Ernährungsplan der Paleo-Diät von Fleisch geprägt. So ergibt sich aufgrund der überwiegend tierischen Produkte eine fett- und proteinreiche bzw. kohlenhydratarme Ernährungsweise.
Da sich die Paleo-Diät an der ursprünglichen Ernährungsform der Jäger und Sammler orientiert und nur naturbelassene Lebensmittel zulässt, ergibt sich folgende Ernährungszusammensetzung:
Bei der Steinzeit-Diät darfst du per Definition essen, was du jagen könntest, also Fleisch (aus artgerechter Haltung), Fisch (Wildfang) oder Wild. Dazu kommt das, was du sammeln könntest, wie z.B. biologisch angebaute Früchte, Gemüse, Eier, Beeren oder Pilze. Folglich landen keine modernen oder verarbeiteten (Industrie-)Lebensmittel auf dem Teller. Dazu gehören etwa Brot, Getreideprodukte und Kartoffeln (Steinzeitmenschen bestellten keine Felder), Milchprodukte (Jäger und Sammler hatten keine Nutztiere) oder gepresste Öle. Verabschiede dich also von Fertigprodukten, Fast Food und Zucker. Moderne Lebensmittel enthalten laut Paleo-Anhängern viele Kohlenhydrate, die den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen und die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck fördern. Außerdem sollst du getreu dem Paleo-Ernährungsplan auf Kichererbsen und Bohnen verzichten, weil sie Verdauungsprobleme und Blähungen verursachen können. Statt zu raffinierten, gepressten Ölen greifst du z.B. zu Schmalz oder Talg, bei nativen Pflanzenölen sind etwa Oliven- und Kokosöl erlaubt.
Im Hinblick auf die Ernährungsempfehlung im Sinne der Lebensmittelpyramide ergibt sich folgender Schluss: Ein Teil der Hauptbestandteile der Paleo-Diät befindet sich mit Obst und Gemüse auf der breit angelegten, zweiten Stufe der Ernährungspyramide. Daher ist der Paleo-Ansatz sicher auch für viele gesundheitliche Vorteile verantwortlich. Jedoch besetzen Fisch, Fleisch und Milchprodukten als weiterer Hauptbestandteil der Steinzeit-Diät nur die vierte Stufe der Pyramide. Das bedeutet, dass diese Produkte eigentlich weniger stark auf dem Speiseplan vertreten sein sollten.

Paleo Diät Plan: Das sind die Regeln

Erlaubte Lebensmittel im Überblick

Bei der Paleo-Diät darfst du bei folgenden Lebensmitteln zugreifen:

  • Fleisch (Wildfleisch, Geflügel) und Fisch
  • Eier
  • Salat
  • Nüsse
  • Samen
  • Tierisches Fett wie Schmalz (während des Abnehmprozesses in Maßen)
  • Pflanzliches Fett wie kaltgepresstes Kokosöl, Olivenöl, Avocadoöl, Macadamia-, Walnuss- und Sesamöl (für den Gewichtsverlust in begrenzter Menge)
  • Obst (vor allem Beeren) und Gemüse (Wildpflanzen)
  • Honig und Ahornsirup zum Süßen

Verbotene Lebensmittel auf einen Blick

Diese Auswahl an Lebensmitteln darf bei der Steinzeit-Diät nicht mehr auf deiner Einkaufsliste stehen:

  • kein Zucker
  • kein Getreide
  • keine Hülsenfrüchte, wie Linsen und Bohnen
  • keine Fertiggerichte
  • kein Zucker, Zuckerersatzstoffe und Süßstoffe, Süßigkeiten
  • keine Softdrinks, Alkohol, Kaffee
  • keine Getreide und Getreideprodukte (v.a. aus Weißmehl) wie Gebäck, Kuchen, Nudeln, Couscous und Bulgur 
  • keine Kartoffeln und Reis
  • keine Hülsenfrüchte (auch Erdnüsse und Sojaprodukte)
  • keine Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Sahne, Quark, Käse
  • keine raffinierten Pflanzenöle und -fette
  • keine Zusatzstoffe
  • keine industriell hergestellten und verarbeiteten Lebensmittel wie Wurst- und Fleischwaren

Wer die Paleo-Diät vor allem nutzt, um Gewicht zu verlieren, hat gute Chancen das eine oder andere Kilo abzunehmen. Denn ohne Zucker und Getreide (Weißmehl!) ist die Erleichterung auf der Waage nicht weit entfernt. Dazu trägt auch der hohe Eiweißanteil der Paleo-Ernährung bei, der länger und schneller satt macht. Ganz zu schweigen vom Gesundheitsaspekt: Hohe Anteile an Gemüse, Obst, Nüssen, Samen und Pilzen haben einen positiven Effekt auf den Organismus.
Tipp: Am besten nicht sofort komplett auf eine Ernährung im Sinne der Paleo-Diät umstellen. Leichter fällt es vielen in der Praxis, wenn sie den Speiseplan nach und nach entsprechend der Paleo-Regeln anpassen. Denn vor allem der Verzicht auf Kohlenhydrate ist nicht leicht zu realisieren. Einfacher gelingt die Umstellung, wenn du innerhalb eines Monats sukzessive deine Ernährungsgewohnheiten nach dem Paleo-Prinzip ausrichtest.

Paleo-Diät vegetarisch oder vegan: Geht das überhaupt?

Aufgrund des hohen Fleischkonsums während der Paleo-Diät klingt es unglaublich, doch auch für Vegetarier und Veganer kann die Steinzeit-Ernährung Sinn machen. Dafür müssen jedoch Paleo-Regeln gebrochen bzw. angepasst werden. So sind zum Beispiel die klassisch in der Paleo-Diät verbotenen Hülsenfrüchte für Vegetarier und Veganer essentiell, um den Eiweißbedarf zu decken. Mit Pflanzenfetten gibt es für Veganer und Vegetarier gute Alternativen zu tierischen Fetten. Veganer verzichten im Gegensatz zum klassischen Paleo-Anhänger und zum Vegetarier außerdem auf Gerichte mit Eiern und Honig.
Sowohl Vegetarier als auch Veganer können jedoch aus dem Vollen schöpfen, was den Obst- und Gemüsekorb angeht. Dazu zählt auch das oft in Vergessenheit geratene Wurzelgemüse mit Sorten wie Pastinaken oder Petersilienwurzeln.
Fazit: Die Paleo-Diät kann auch von Vegetariern oder Veganern praktiziert werden, wenn sie ein paar Regeln brechen bzw. anders interpretieren.

Ist die Paleo Diät gesund?

Mit dem Ziel der Paleo-Diät sich wie die Steinzeitmenschen zu ernähren, geht der Wunsch nach ganzheitlicher Gesundheit einher. Damit ist auch ein energiereicher Lebensstil mit hohem Leistungsniveau und einem ausgeglichenen Körperbewusstsein gemeint. Du sollst dich nach einem Paleo-Gericht satt und vital fühlen – und zwar ohne Völle- oder Trägheitsgefühl. Ermöglichen soll das die Orientierung an qualitativ hochwertigen Produkten aus der Natur. Das Paleo-Konzept sieht kein Kalorienzählen oder komplizierte Regelwerke vor, sondern setzt auf den Speiseplan unserer Vorfahren, den du flexibel ausgestalten kannst. 

Wissenschaftler und US-Professor Loren Cordain, Herausgeber bekannter Paleo-Ratgeber, rät außerdem zu Ausdauer- und Krafttraining, um den steinzeitlichen Lebensstil komplett auszufüllen und für einen ausgeglichenen Stoffwechsel zu sorgen. Diese Lebensweise soll den Körper nach Ansicht der Paleo-Anhänger lange gesund halten. So finden sich zahlreiche Paleo-Fans, die die Steinzeit-Diät nicht nur kurzfristig praktizieren, sondern als festen Ernährungsstil in ihr Leben integriert haben. Sie empfinden den reduzierten Speiseplan als besonders passend für das menschliche Wesen, da Lebensmittel auf diese Weise in ihren Augen am besten verarbeitet werden können.

Die Rückbesinnung auf natürliche Kost soll auch das Risiko für Übergewicht, Diabetes, Krebs, Allergien, Autoimmun- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimieren. Das Schlankmacher-Prinzip bei der Paleo-Diät ist der Verzicht auf Zucker, Mehl und schlechte Fette. Anfänger starten mit einem Ernährungsplan für eine Dauer von 30 Tagen, um den Körper zu reinigen. In dieser Phase ist der Konsum von Alkohol, Kaffee und Nikotin ebenfalls nicht erlaubt. Im Rahmen des Low-Carb-Gedankens werden auch Kohlenhydrate so weit es geht von der Einkaufsliste gestrichen. Wer nach den 30 Tagen doch wieder Kohlenhydrate oder Milchprodukte auf den Speiseplan setzen möchte, sollte das erst in geringen Mengen und nur gelegentlich tun. Auch die Reaktion des Körpers sollte danach beobachtet werden.

Vorteile der Paleo Diät

Die Steinzeit-Diät ist einfach in der Praxis anzuwenden, da es weder zahlreiche noch komplizierten Regeln gibt. Die Eckpfeiler sind strikt, aber eindeutig, so dass sie verständlich sind. Gegessen werden darf von den erlaubten Paleo-Lebensmitteln soviel und so oft wie man möchte. Zudem ist der Anspruch an qualitativ hochwertige und frische, natürliche Lebensmittel extrem hoch. Diese Art der Ernährung soll Vitalität, Energie und Leichtigkeit schenken. Sie soll lange satt machen ohne zu beschweren oder ein träges Gefühl auszulösen.

Nachteile der Paleo Diät

Probleme können auftreten, wenn der Körper doch nach einem höheren Bedarf an Ballaststoffen aus Getreide oder Kalzium aus Milchprodukten verlangt. Nur durch Gemüse ist es nicht möglich diesen Mangel ausgleichen. Auch der Verzehr von großen Fleischmengen ist nicht ohne Skepsis zu genießen, da nicht klar ist, wie gut der Körper diese verstoffwechseln kann. Zuletzt muss man für den Einkauf nach der Paleo-Einkaufsliste auch einen großen Geldbeutel mitbringen, weil frische, natürliche (Bio-)Lebensmittel nicht gerade billig sind.

Was Wissenschaftler und Studien dazu sagen:

  • Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich Paleo positiv auf Taillenumfang, Blutdruck, Cholesterinwerte, Blutzuckerwerte und Blutfettwerte auswirkt. 
  • Weitere Studienergebnisse bescheinigen einen Effekt auf Stoffwechselstörungen wie Diabetes. So kann die Paleo-Ernährung demnach verantwortlich für gebesserte Insulinwerte sein.
  • Ärzte empfehlen die Paleo-Diät auch Akne-Patienten, weil dabei der Milchkonsum heruntergefahren wird. Das kann die Entstehung von Pickeln minimieren. 
  • Weitere Untersuchungen stellen fest, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt und auch Entzündungswerte im Blut abnehmen können.
  • Außerdem unterstreichen wissenschaftliche Aussagen, dass die Paleo-Diät einen Vorteil gegenüber der Mittelmeerdiät besitzt, weil sie länger sättigt und Übergewicht besser bekämpfen soll

FAZIT:
Es gibt viele wissenschaftliche Studien, die der Paleo-Diät einen gesundheitlichen Nutzen unterstellen. Jedoch gibt es keine fundierten, wissenschaftliche Belege für den grundsätzlichen Paleo-Ansatz, dass der Körper Probleme mit der Verarbeitung von Getreide- und Milchprodukten haben soll. Auch der Verzicht auf Hülsenfrüchte ist nicht eindeutig positiv bewertet. Daher muss jeder selbst entscheiden, was dem eigenen Körper und der persönlichen Lebensweise guttut.

Kritik und mögliche Risiken einer Paleo Diät

Wie jeder Ernährungsansatz hat auch die Idee der Paleo-Diät Befürworter und Gegner, die die Steinzeit-Diät und ihren Nutzen eher kritisch betrachten. Hier kann man zuerst bei modernen Krankheiten ansetzen, die es heute gibt, die aber in der Steinzeit noch nicht auftraten. Zum Nachteil der Paleo-Diät kann man z.B. auslegen, dass die Steinzeitmenschen nicht lange genug lebten, um heute Krankheitsbilder zu entwickeln. Zumal viele Krankheiten auch mit unserer Lebensweise zu tun haben und nicht nur mit den Lebensmitteln, die wir zu uns nehmen. So arbeiten wir in der modernen Welt oft im Sitzen, was ebenso das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs erhöhen kann. Zudem ist nicht konkret bekannt, was die Höhlenmenschen im Detail gegessen haben. 

Gesundheitliche Risiken, die die Paleo-Diät zu einer gefährlichen Ernährungsweise machen, gibt es nicht. Dennoch kann ein zu hoher Fleischkonsum für eine hohe Konzentration an Harnsäure im Körper führen, was auf lange Sicht Gicht oder Nierensteine zur Folge haben kann. Hinzu kommt, dass der Verzicht auf Salz und Milchprodukte die Menge an Jod im Körper aus dem Gleichgewicht bringt. Daher kann es nötig sein, Jod extra zu sich zu nehmen, um Probleme mit der Schilddrüse zu vermeiden.

Außerdem kann man sich fragen, ob das Paleo-Konzept wirklich auf die Gegenwart übertragen werden kann, da wir uns vom Steinzeitmenschen offensichtlich unterscheiden. Die Menschen damals waren wesentlich beweglicher und aktiver als wir es heute sind. Und natürliche Lebensmittel sind heute um einiges mehr belastet als früher.
Schließlich sollte man auch in Betracht ziehen, dass wir uns im Laufe der Evolution sehr wohl an die neuen, modernen Ernährungsweisen angepasst haben, indem sich die Gene veränderten und auf die aktuellen Ernährungsformen eingestellt haben. So konnte der Mensch früher beispielsweise Milchzucker nur in den ersten Jahren während des Stillens verarbeiten. Später war ihm das nicht mehr möglich. Mit Einsetzen der Viehhaltung und dem Melken von Kühen zur Milchversorgung hat sich auch der menschliche Körper im Laufe der Zeit angepasst.  Die Gene veränderten sich, um dem Körper die Milchverarbeitung zu ermöglichen. Deswegen konnte der Mensch fortan auch nach dem Abstillen, dank des Enzyms Laktase, Milchzucker spalten und so Milch verdauen.

Oft wird auch kritisiert, dass sich durch die Paleo-Ernährung der Cholesterinspiegel erhöhe und dies zu Herzproblemen führen kann. Dem sei entgegnet, dass das meiste Cholesterin vom Körper selbst produziert wird. Wenn der Organismus also zu viel Cholesterin von außen aufnimmt, gleicht der Körper es mit einer verringerten Produktion in gewissem Umfang selbst aus.
Wer behauptet, dass Paleo-Ernährung durch die kohlenhydratarme Kost negative Effekte auf die Gesundheit hat, dem sei gesagt: Kohlenhydrate in Nudeln, Reis und Brot werden zwar vom Speiseplan gestrichen, dafür nimmt man während der Paleo-Diät über stärkehaltiges Gemüse wie Kochbananen oder Maniok trotzdem Kohlenhydrate zu sich. Diese versorgen den Körper zusätzlich mit wertvollen pflanzlichen Sekundärstoffen.

Erfahrungen mit der Paleo Diät

Es gibt die unterschiedlichsten Erfahrungen, die Menschen mit der Paleo-Diät machen. Für alle, die diese Ernährungsform wählen, um abzunehmen, war es oft der beste Weg zur Gewichtsreduktion. Wer sich an die Paleo-Grundlagen hält, kann im Monat durchschnittlich bis zu sechs Kilogramm abnehmen. Nebenbei schwärmen viele vom positiven Gesundheitseffekt der naturbelassenen Ernährung. Paleo-Fans fühlen sich dynamischer und energiegeladener. Vor allem Sportler schwören auf die proteinreiche und kohlenhydratarme Paleo-Ernährung zum athletischen Muskelaufbau. Der Verzicht auf industriell verarbeitete Lebensmittel sorgt ihrer Meinung nach für weniger Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder sogar Allergien. Auch die Abwesenheit von Zucker und Weizen sehen viele als verantwortlich für ein klares Hautbild ohne Pickel oder Akne. Ebenso berichten Paleo-Praktiker von einer verbesserten Darmflora durch die ballaststoffreiche Ernährung mit Obst und Gemüse. Schließlich befürworten Paleo-Anhänger, dass die Ernährungsweise einfach im Alltag umsetzbar ist und sogar Restaurantbesuche integriert werden können. Das mache die Umstellung leicht umsetzbar und praktikabler. Wer sich jedoch radikal auf das Paleo-Konzept umstellt, braucht neben Geld eine ordentliche Portion Zeit und Disziplin. Denn die hochwertigen Paleo-konformen Produkte müssen sorgfältig ausgewählt und zubereitet werden. Und: Die obligatorischen Frühstücksbrötchen oder die schnellen Spaghetti sind auf dem Teller tabu, was nicht jedem leicht fällt.

Die besten Paleo Diät Rezepte

Das optimal abgestimmte Paleo-Gericht besteht aus Gemüse, einem Proteinlieferanten wie Ei, Fisch oder Fleisch sowie Fett. Zum Dessert gibt es Obst nach Belieben.
Es gibt zahlreiche Bücher zur Paleo-Küche, die den Einstieg in die Ernährungsweise erleichtern und Abwechslung auf den Speiseplan bringen. Wer es gerne unkompliziert mag, dem bietet der Buchhandel und das Internet sogar Paleo-Rezepte, die sich mit dem Thermomix zubereiten lassen. Jeder Koch-Typ kommt hier auf seine Kosten. Zur Inspiration kommen hier exemplarisch einige Paleo-Gerichte für jede Tageszeit und je nach Zeitbudget.

Frühstück

Eier mit Gemüse-Salsa

Zwei Eier entsprechend des gewünschten Härtegrades kochen. Währenddessen eine halbe Zucchini, eine Tomate, eine halbe Paprika und eine halbe oder ganze Frühlingszwiebel waschen, putzen und klein würfeln. Etwas Dill waschen, trocken tupfen und grob hacken. Mit den Gemüsewürfeln in eine Schüssel geben und mit einem Teelöffel Olivenöl vermischen,  nach Belieben würzen und ggf. mit etwas Chili schärfen. Dann Eier pellen und auf der Gemüse-Salsa anrichten.

Schnelles Frühstück: Rührei mit fruchtiger Nachspeise

Zwei bis drei Eier verquirlen und anbraten. Als Nachtisch Früchte der Saison zum Obstsalat würfeln.

Mittagessen

Indisches Lamm

Schneide 350 Gramm Lammrückenfilet in etwa ein bis zwei Zentimeter große Würfel. Mische sie mit einem Esslöffel Tandoori-Gewürzmischung und lasse sie einige Minuten ziehen. Währenddessen eine mittelgroße (rote oder weiße) Zwiebel schälen und würfeln. Eine gelbe Paprikaschote putzen und ebenfalls würfeln. 150 Gramm frische Ananas klein schneiden. Dann das Fleisch mit einem Esslöffel Rapsöl in der Pfanne anbraten. Danach aus der Pfanne nehmen, um anschließend darin die Zwiebel- und Paprikawürfel anzudünsten. Nun mit 100 Milliliter Gemüsebrühe ablöschen und 200 Milliliter Kokosmilch dazugeben. Schließlich zwei Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen. Zuletzt Lammwürfel und Ananas untermischen und weitere zwei bis drei Minuten kochen lassen. Für mehr Schärfe pfeffern oder Chili zugeben.

Schnelles Mittagessen: Gefüllte Paprika
Ein bis zwei Paprika putzen und waschen. Mit angebratenem, gewürztem Hackfleisch füllen und im Ofen 20 Minuten bei 180 Grad fertigbacken. In der Zwischenzeit vier bis fünf große, gehäutete Tomaten pürieren und in einem Topf aufkochen. Dann nach Wunsch geschnittene Kräuter zugeben und kurz köcheln lassen. Zuletzt etwas abkühlen lassen und als leichte Tomatensauce servieren.

Abendessen

Pastinaken-Suppe

Zuerst sechs Pastinaken schälen und grob würfeln. Dann eine Zwiebel schälen und hacken. Nun eine Stange Lauch putzen und in Ringe schneiden. Anschließend 150 Gramm Speck in einem Topf (ohne Fett!) auslassen und knusprig anbraten. Aus dem Topf nehmen und beiseite stellen. In dem ausgelassenen Fett des Specks die Zwiebeln glasig dünsten, dann Pastinaken und Lauch untermischen und anrösten. 500 Milliliter Fleischbrühe zum Ablöschen dazugeben. Wer mag würfelt einen geschälten Apfel und gibt ihn zur Brühe. Alles für ca. 20 bis 30 Minuten köcheln lassen. Währenddessen drei Stiele Petersilie waschen, trocknen und hacken. Zuletzt den Topf vom Herd nehmen, den Inhalt pürieren, würzen und mit Petersilie und Speck bestreuen.

Schnelles Abendessen: Fischfilet mit Gemüse der Saison & Knabber-Snack
Fisch aus Wildfang im Gemüsebett andünsten.

Snack für die Couch

Frisches Obst grillen und noch leicht warm servieren. Oder: Nüsse bei mittlerer Hitze in der Pfanne oder im Ofen knusprig rösten.

Kuchen & Desserts

Dessertidee: Gegrillte Obstspieße

Bananen schälen und in breite Scheiben schneiden. Dann Zitronensaft mit Honig mischen und Bananenstücke unterheben. Danach in Kokosraspeln wenden. Dann Erdbeeren oder andere saisonale Früchte putzen, waschen, trocknen lassen und abwechselnd mit Bananenstücken auf die Grillspieße stecken. Die Obst-Spieße nun zwei bis vier Minuten goldbraun grillen. Am besten heiß servieren.

Kuchenvorschlag: Apfelkuchen

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Dann eine Springform mit einem Esslöffel Ghee (indisches Speisefett als Butter-Alternative) einfetten. Zwei Äpfel in dünne Scheiben schneiden. In die Kuchenform legen. Nun 50 Gramm gemahlene Mandeln, 50 Gramm Kokosmehl, drei Eier, 80 Milliliter Kokosmilch, zwei Teelöffel Zimt, ein Teelöffel Backpulver und drei Esslöffel Honig mischen. Nun die Teigmasse über die Apfelscheiben geben. Im Ofen für 15 Minuten backen. Zuletzt zwei Esslöffel Kokosblütenzucker darüberstreuen und weitere zehn Minuten in den Ofen geben.