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Bauchstraffung – die Schönheits-OP für einen flachen Bauch

Ein Bauch wie ein Topmodel? Das erreicht doch jeder mit Sport und Salat. Falsch! Wenn manches Fettpölsterchen einfach nicht verschwinden oder der Post-Schwangerschafts- oder Diät-Bauch auf Teufel komm raus nicht straff werden will, dann hilft nur noch das Skalpell: Zu Risiken und Nebenwirkungen, mit welchen Kosten und Ergebnissen ihr bei der Bauchdeckenstraffung rechnen dürft, fragt euren Schönheitschirurgen oder uns.

Ist eine Bauchdeckenstraffung für mich geeignet?

Eine Bauchdeckenstraffung ist für alle Frauen und Männer geeignet, bei denen sich aufgrund von massiven Gewichtsschwankungen oder Schwangerschaften schlaffe Hautlappen – auch Fettschürzen genannt – in der Bauchregion gebildet haben, die sich mit Sport oder speziellen Diäten nicht mehr beseitigen lassen. Grund dafür ist die mit zunehmendem Alter nachlassende Elastizität des Bindegewebes in der Unterhaut. Ähnlich wie bei einem gerissenen Gummiband kann eine Überdehnung der Bauchdecke, z.B. durch jahrelanges Übergewicht dann nicht mehr selbstständig rückgängig gemacht werden, Bauchhaut und Bauchmuskeln bleiben schlaff und hängen.

Abhilfe kann dann nur noch ein plastischer Chirurg schaffen, der die Fettschürze entfernt und so Bauch und Taille wieder festigt. Häufig wird der Eingriff mit einer vorangehenden Fettabsaugung am Bauch (sog. Lipoabdominoplastik) verbunden. Im Allgemeinen sollte die Gewichtsabnahme jedoch vor der OP abgeschlossen sein. Ebenso das Körperwachstum: Teenager müssen sich also gedulden und die Kilos erst einmal abtrainieren. Ohne Schweiß eben kein Preis.

Welche Kosten kommen bei einer Bauchstraffung auf mich zu?

Die Kosten für Schönheits-OPs wie die Bauchstraffung sind nicht leicht abzuschätzen und variieren zum Teil enorm. Je nachdem, wie viel Haut entfernt werden muss, ob eine Fettabsaugung mit einhergeht oder nur bestimmte Bereiche des Bauchs gestrafft werden sollen, ergeben sich Kosten zwischen ca. 5000 Euro und 8000 Euro in DACH-Regionen. Allerdings hängt der Preis auch stark vom plastischen Chirurgen ab – Erfahrung und Betreuung kosten, und was wie und wo abgerechnet wird, behält sich jeder Arzt selbst vor.

Tipp: Achte bei der Suche Deines Schönheitschirurgen immer darauf, welche Leistungen neben dem eigentlichen Eingriff noch im Preis enthalten sind.

Werden die Kosten einer Bauchdeckenstraffung von der Krankenkasse getragen?

Wie bei allen Eingriffen der plastischen Chirurgie, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Abdominoplastik nur, wenn sie muss. Schönheitsmakel, die nur den Patienten stören, aber sonst keinerlei Auswirkungen auf dessen Gesundheit haben, werden also im Regelfall nicht bezahlt, es sei denn, es ist medizinisch dringend empfohlen. Eine Bauchdeckenstraffung ist z.B. dann notwendig, wenn die Hautlappen aufgrund ihrer Größe zu Rückenproblemen oder Hautreizungen durch übermäßiges Schwitzen führen. Wird die OP hingegen nach einer Schwangerschaft gewünscht, muss die Patientin selbst dafür aufkommen. Solche Fragen sind im Vorfeld auf jeden Fall mit dem Arzt zu klären. Erst dann, kann ggf. ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Ob er letztlich genehmigt wird, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

Wie läuft eine Bauchdeckenstraffung ab?

Bevor es ans Eingemachte geht, erfolgt ein intensives Erstgespräch mit dem behandelnden Schönheitschirurgen. Hier werden Ablauf der Bauchdeckenstraffung, Fragen zu Kosten,  Risiken sowie Erwartungen geklärt und besprochen, inwieweit diese realistisch umgesetzt werden können. Wichtiger als die genaue Operationstechnik oder die Kosten sollte es jedoch  Ziel des Erstgesprächs sein,  ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Fühlt man sich als Patient gut aufgehoben, ist im nächsten Schritt eine Einverständniserklärung zu unterschreiben, welche die Operationstechnik inklusive Risiken und Nebenwirkungen schriftlich festhält. Eine weitere Voruntersuchung erfolgt dann einen Tag vor dem Termin des Eingriffs.

Je nach Operationsmethode dauert eine totale Bauchdeckenstraffung meist nicht länger als drei Stunden und findet unter Vollnarkose statt. Danach muss der Patient zwei bis drei Nächte zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Teilweise Bauchstraffungen laufen deutlich schneller ab. Hier ist der Patient bei vollem Bewusstsein, wird jedoch lokal betäubt und spürt ein leichtes Ziehen im Bauch. 

Nach ca. zehn Tagen können die Fäden gezogen werden, wobei der Arzt im Zuge von mehreren Nachuntersuchungen Heilungsverlauf und Erfolg der Bauchstraffung überwacht.

Tipp: Notiere dir alle Fragen im Vorfeld, dann vergisst du nichts.

Vor der Operation

Vor der Bauchdeckenstraffung brauchst du nicht viel beachten. Wichtig ist jedoch, dass du den Arzt über Vorerkrankungen, Allergien, und die Einnahme von Medikamenten informierst, damit dieser während der OP nicht mit Komplikationen überrascht wird und entsprechend reagieren kann. Außerdem sollten ca. zwei Wochen vor dem Eingriff keine Blutverdünner (z.B. Aspirin) oder auch Medikamente, die in den Hormonhaushalt einwirken (z.B. Antibabypille) eingenommen werden. Wie vor jeder OP, steht auch Rauchen und Alkohol auf der roten Liste. Wird die Bauchstraffung zusätzlich in Kombination mit einer Fettabsaugung durchgeführt, ist auch "Überfressen"  drei bis vier Wochen vor der OP strengstens untersagt.

Das passiert während der Operation – Die Operationstechnik

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Methoden der Bauchdeckenstraffung. Welche davon in Frage kommt, hängt vom Anliegen des Patienten und dessen anatomischen Voraussetzungen ab. Wie man sich bereits denken kann, ist eine totale Bauchdeckenstraffung wesentlich aufwendiger als eine partielle und auch als die Lipoabdominoplastik (Fettabsaugung mit Bauchstraffung), die sich jede für sich in ihrer Technik unterscheiden.

Totale Bauchstraffung: Diese Methode wird dann angewandt, wenn besonders große Fettschürzen entfernt werden müssen. Dabei wird entlang der Schamhaargrenze von einem Beckenknochen zum anderen ein waagerechter Schnitt gesetzt. Da der Nabel bei großen Hautlappen zwangsläufig versetzt werden muss wird dieser in einem zweiten Schritt kreisrund vom Übrigen Gewebe ausgeschnitten. Die Haut wird nun von der Bikinizone bis zum unteren Rippenbogen angehoben und die darunter liegenden geraden Bauchmuskeln wieder zusammenführt und vernäht.

Danach wird die Bauchhaut über die Muskeln nach unten gezogen, wobei die überschüssigen Hautlappen entfernt werden – d.h. auch die Stelle, an der sich zuvor der Nabel befunden hat. Dieser muss nun neu platziert werden. Dafür wird ein Loch gebildet, der Nabel dort fixiert. Drainageschläuche sorgen in den ersten zwei bis drei Tagen nach der OP für den Abfluss von Blut und Wundsekret.

Partielle Bauchdeckenstraffung: Hier ist der Bauchschnitt kleiner, da nur die Bauchhaut zwischen Schambereich und Nabel entfernt und glattgezogen wird. Letzterer muss meist nicht neu positioniert werden.

Lipoabdominplastik: Bei dieser Methode wird nur das Fettgewebe, das direkt unter der Bauchhaut sitzt, abgesaugt. Erst dann wird ein Schnitt im Bereich der Bikinizone vorgenommen und die Haut gemäß der partiellen Bauchdeckenstraffung geglättet. Geeignet für alle, die ihr Bauchfett per Training und Ernährung nicht wegbekommen.

Nach der Operation

Unmittelbar nach der Bauchdeckenstraffung werden dem Patienten ein Verband und Kompressionswäsche angelegt, die er vier bis sechs Wochen Tag und Nacht tragen muss. Andernfalls können sich Knötchen und Narben bilden, die das Ergebnis der OP möglicherweise entstellen. Im Allgemeinen sind Schmerzen, Schwellungen oder Blutergüsse nach der OP nicht selten, klingen jedoch im Laufe der folgenden drei Monate ab. Die Fäden sind meist selbstauflösend, müssen also nicht gezogen werden, ansonsten nach etwa zwei Wochen. Auf starke körperliche Belastungen wie Sport sollte in den ersten zwei Monaten nach dem Eingriff verzichtet werden, ebenso auf Vollbäder oder Massagen. Ergänzend unterstützen durchblutungsfördernde Maßnahmen den Heilungsprozess – ein bisschen Bewegung und kalte Duschen sind also herzlich willkommen. 

Wichtig zu wissen: Auch die Arbeitsfähigkeit kann eingeschränkt sein. Den Eingriff also am besten im Urlaub planen und dem Körper 14 Tage Ruhe gönnen.

Risiken einer Bauchstraffung: Mit welchen Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen muss ich rechnen?

Es gibt keine Operation, die komplett risikofrei verläuft. Die Bauchstraffung ist da leider keine Ausnahme. Grundsätzlich können auch hier Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Blutgerinnsel auftreten. Da Letztere eine einen Gefäßverschluss zur Folge haben können, erhalten einige Patienten vorbeugend Anti-Thrombose-Spritzen, bis sie wieder voll einsatzbereit sind. Zudem kann es häufig zu Taubheitsgefühlen in der Bauchregion kommen, die allerdings nach einiger Zeit von selbst verschwinden. Bildet sich Wundsekret in entstandenen Hohlräumen, wird dieses mithilfe von Drainagen abtransportiert. Narben lassen sich bei der Bauchdeckenstraffung leider nicht vermeiden, sie verblassen jedoch mit der Zeit. Plastische Chirurgen platzieren diese absichtlich in der Bikinizone, sodass sie von außen nicht sichtbar sind.

Welche Erfolgsaussichten hat eine Bauchdeckenstraffung und sind diese dauerhaft?

Die Frage, wie es mit den Erfolgsaussichten steht, ist eindeutig mit "sehr gut" zu beantworten. Die Bauchdeckenstraffung sorgt für eine wohlgeformte, schlankere Figur, straffere Bauchmuskeln und gefestigtes Gewebe – und zwar in einem Aufwasch. Das zieht nicht unbemerkt vorbei und tut Wunder für die physische Zufriedenheit und das Selbstbewusstsein. Völlig klar. Damit die Ergebnisse dauerhaft bleiben, sollte allerdings weiterhin stark auf die Ernährung und auf regelmäßige Bewegung geachtet werden. Legt man wieder an Gewicht zu, schwinden auch die Ergebnisse. Frauen, deren Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, sollten die Schwangerschaften erst abwarten und den Eingriff erst danach überlegen. Zwar lässt sich die OP nach ausreichend Zeit (ca. einem Jahr) wiederholen, ob das ratsam für den Körper ist, muss jedoch jeder selbst wissen.