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Kleine Brüste sind hipper denn je. Kaum jemand versteckt sein A-Körbchen heute noch unter einem XXL-Push-Up-BH. Doch manchen Frauen ist klein eben zu klein, bei anderen stimmt die Symmetrie nicht, oder die Schwerkraft hat ganze Arbeit geleistet. Das kann am Selbstbewusstsein nagen und irgendwann zu einem Besuch beim Beauty-Doc führen. Welche Methoden zur Brustvergrößerung es gibt, was sie kosten und wie viel Risiko dabei ist, erfährst du hier:

Wann ist eine Brustvergrößerung möglich/notwendig?

Eines vorweg: Eine Brustvergrößerung ist eine OP, die im Großteil der Fälle medizinisch nicht notwendig ist und aus rein kosmetischen Gründen durchgeführt wird. Sie ist zunächst einmal für alle Frauen möglich, die unter ihren kleinen, asymmetrischen, möglicherweise fehlgebildeten Brüsten leiden oder durch Schwangerschaft oder Gewichtsverlust an Brustvolumen verloren haben. Einzige Voraussetzung: Das Brustwachstum muss bereits abgeschlossen sein. Auf "Sweet 16 Boob Jobs" wie es in den USA oder Brasilien Gang und Gäbe ist, lassen sich plastische Chirurgen hierzulande selten ein, da mit 16 Jahren häufig noch mit wachstumsbedingten Veränderungen der Brust gerechnet werden muss. Volljährigkeit ist für eine Brust-OP also ein Muss. Ebenfalls müssen im Vorfeld Auffälligkeiten wie etwa Zysten, Verwachsungen oder Tumore ausgeschlossen werden.

Diese drei Methoden für eine Brustvergrößerung gibt es

In der plastischen Chirurgie unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Zugangswegen, durch die das Brustimplantat eingepflanzt werden kann: dem axillären, periareolären und intramammären Zugang. Welcher der optimale Zugang ist, hängt von den jeweiligen körperlichen Voraussetzungen ab und ist im Beratungsgespräch mit dem Chirurgen zu klären.

Axillärer Zugang

In den USA und Südkorea weit verbreitet, besticht die endoskopisch-axilläre Brustvergrößerung durch völlige Narbenfreiheit. Dabei werden die Brustimplantate über die Achselhöhle eingebracht. Dank Schlüssellochchirurgie bleiben die Schnitte hierbei sehr klein und verheilen im Regelfall sehr schnell.

Periareolärer Zugang

Bei dieser Methode erfolgt ein kleiner Schnitt an der Areola bzw. am Übergang zwischen Brusthaut und Warzenhof, an dem das Brustimplantat eingeführt wird. Diese Methode kommt häufig bei Brustfehlbildungen, wie z.B. der tubulären Brust (Schlauchbrust) zum Einsatz, da die Unterbrustfalte in Richtung Bauchnabel verlagert werden kann. Auch Narben sind kaum sichtbar.

Intramammärer Zugang

Der inframammäre Zugang ist der am häufigsten praktizierte, da er übersichtlich ist und eine gute Modellierung der Brust versichert. Der Hautschnitt erfolgt in der Unterbrustfalte und ist zwischen 3 und 5 Zentimeter lang. Eine Narbe ist demnach unumgänglich, kann jedoch mit Geschick so in der Falte platziert werden, dass sie später kaum auffällt.

Bruststraffung: Die Alternative zur Brustvergrößerung

Eine Bruststraffung kommt für viele Patientinnen dann in Frage, wenn die Brust im Zuge des Älterwerdens oder aufgrund von Schwangerschaften an Spannkraft nachgelassen hat und nunmehr schlaff und welk erscheint. Mithilfe verschiedener Techniken kann der Busen gestrafft und ästhetisch auf ein neues Level gehoben werden. Die Kosten für eine Bruststraffung beginnen bei ca. 4000 Euro.

Brustvergrößerung ohne OP

Neben der Kostenfrage schwingt bei vielen Frauen die Angst vor der Narkose, Schmerzen oder Narben mit. Silikonbrüste sind eben nicht jedermanns Geschmack. Wünscht man sich optisch dennoch eine Vergrößerung der Brust, kann diese mit Eigenfett, Hyaluronsäure oder Kochsalzlösung unterspritzt werden. Diese Methoden sind jedoch nicht von langer Dauer und bewirken zudem keine starke Vergrößerung. Kostenpunkt Eigenfettunterspritzung: ab 5000 Euro.

Welche Implantate werden verwendet?

Bei Brustimplantaten wird zwischen Form, Inhalt und Oberfläche unterschieden:

Implantatformen: Hier kann man zwischen runden und anatomisch geformten Implantaten wählen. Während runde das Dekolleté prall gefüllt aussehen lassen (typischer "Silikonbusen"), wirken anatomische bzw. tropfenförmige Implantate natürlicher. Welche der beiden Formen letztlich zum Einsatz kommen, hängt vom persönlichen Geschmack und den anatomischen Voraussetzungen, d.h. der eigenen Brustform ab. 

Inhalt: Bezüglich des Füllmaterials differenziert man zwischen Silikon-Kohäsivgel, sterilen Kochsalzlösungen und einem Zweikammerkissen, das eine Kombination der beiden anderen darstellt. Das Silikonkissen kommt dabei am häufigsten zum Einsatz, da seine Textur einen sehr natürlichen Effekt erzielt. Die Kochsalzlösungen haben den Vorteil, im Falle eines Implantatrisses keine gesundheitsschädlichen Stoffe in den Körper zu leiten, nehmen jedoch im Laufe der Jahre an Volumen ab. Das Zweikammerkissen vereint jeweils das Beste der beiden Materialien, ist dafür auch am teuersten.

Oberfläche: Brustimplantate haben entweder eine glatte oder raue Oberfläche, wobei Letztere heutzutage bevorzugt eingesetzt wird, da das Implantat schlechter verrutschen kann und das Risiko einer Gewebeverhärtung damit deutlich gemindert ist.

Überblick: Methoden und Preise

Methode Intramammärer Zugang Periareolärer Zugang Axillärer Zugang Bruststraffung Eigenfett
Dauer Ca. 60 Min. Ca 60 Min. Ca. 90 Min. 2-3 Std. Ca. 3 Std.
Kosten Ab 3000 € Ab 4000 € Ca. 7000 € Ab 4500 € Ab 5000 €
Klinikaufenthalt 1 Nacht 1 Nacht 1 Nacht 1-2 Nächte 1 Nacht
Gesellschaftsfähig Nach 4 -5 Tagen Nach 4-5 Tagen Nach 4-5 Tagen nach 1 Woche Nach 3 Tagen

Können Brustimplantate auslaufen?

Eine Garantie, die ein Implantatversagen völlig ausschließt, gibt es leider nie. Aufgrund der heutigen Qualitätsstandards ist das Risiko einer Ruptur (wenn das Implantat reißt), oder Dislokation (wenn es seine Position ändert) allerdings minimal. Besteht der Verdacht, dass ein Implantat beschädigt sein könnte, kann eine schnellstmögliche Untersuchung ein Auslaufen und damit gesundheitliche Schäden verhindern. Dann wird es entfernt und durch ein neues ausgetauscht.

Müssen Brustimplantate ausgetauscht werden?

Kurz gesagt: ja! Nach etwa 20 Jahren sollten die Brustimplantate ersetzt werden. Zwar werben einige Implantat-Hersteller mit der lebenslangen Haltbarkeit ihrer Produkte, doch empfiehlt die plastische Chirurgie einen Wechsel innerhalb dieser Zeitspanne. Manchmal können auch medizinische (Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Ruptur) oder ästhetische Gründe vorliegen, die einen Austausch der Brustimplantate unabdingbar machen. Viele Patientinnen verbinden den Implantatwechsel häufig mit einer Bruststraffung, -vergrößerung oder auch -reduktion.

Welche Kosten kommen bei einer Brustvergrößerung auf mich zu?

Schönheitsoperationen sind keine kleine Sache und erfordern jede Menge Geschick und Expertise. Klar, dass sich die Ärzte das einiges kosten lassen. Bei Vergrößerungen der Brust kommt zudem noch ein weiterer Kostenfaktor hinzu: der des Materials. Wie teuer eine Brust-OP letztlich ausfällt, hängt also zum einen vom behandelnden Arzt, zum anderen von der Methode sowie der Größe und dem Inhalt des angestrebten Körbchens ab. So kann die Patientin mit Kosten zwischen insgesamt 5000 Euro und 7000 Euro inkl. Klinikübernachtung rechnen – ein Preis, der wohlüberlegt sein will. Allerdings bieten die meisten plastischen Chirurgen oder Kliniken mittlerweile Finanzierungssysteme an, die es den Patientinnen ermöglichen, die Summen in Raten zu abzuzahlen.

Wann zahlt die Krankenkasse eine Brustoperation?

Dass die Krankenkasse für die Kosten einer Brustvergrößerung aufkommt, ist unwahrscheinlich, da es sich in den meisten Fällen um eine reine Schönheitsmaßnahme der Patientin handelt. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Macht der Zustand der Patientin eine Brustvergrößerung aus medizinischer Sicht notwendig, etwa im Zuge einer krebsbedingten Brustamputation, oder attestiert der Arzt einen enormen psychischen Leidensdruck, kann ein Antrag auf Kostenübernahme gestellt werden. Die Krankenkasse überprüft dann, ob der Fall gerechtfertigt ist. Ein Versuch ist das Ganze jedenfalls wert.

Risiken einer Brustvergrößerung: Mit welchen Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen muss ich rechnen? 

Die Brust-OP zählt für erfahrene Schönheitschirurgen zu den eher unspektakulären Routineeingriffen. Die üblichen Risiken sind möglich. Unerwartete Blutungen, Wundheilungsstörungen oder Komplikationen der Vollnarkose können also immer mal auftreten, sind aber nicht an der Tagesordnung. So weit so gut. Die Schmerzen nach der OP haben es dafür leider in sich und sind von einem sehr starken Druckgefühl bei teilweiser Atemnot gekennzeichnet. In unter fünf Prozent der Fälle kommt es vor, dass sich das Bindegewebe um die Brustimplantate nach einigen Jahren verhärtet (Kapselfibrose), was unter Umständen chirurgisch korrigiert werden muss. Deshalb ist ein Check-Up alle  fünf bis zehn Jahre wichtig!

Was passiert nach der Brust OP? 

Unmittelbar nach der OP wird der Patientin ein spezieller Stütz-BH angelegt, den sie vier bis sechs Wochen tragen sollte. Nach einem Klinikaufenthalt von einer Nacht darf die Patientin für gewöhnlich nach Hause, sollte sich aber möglichst noch schonen. Körperliche Belastungen (z.B. Sport, schwer heben), Saunagänge oder Sonnenbäder sind in den ersten vier bis sechs Wochen tabu. Duschen oder Schlafen in Bauchlage sind etwa sieben Tage nach dem Eingriff wieder erlaubt. Normalen Alltagstätigkeiten kann bereits nach drei bis vier Tagen, dem Beruf nach zwei Wochen wieder nachgegangen werden. Bis die endgültigen Ergebnisse voll sichtbar werden, vergehen in der Regel ein bis zwei Monate. In der Zwischenzeit sind die Brüste – gerade am Anfang – noch stark geschwollen und äußerst sensibel. Gut zu wissen: Der gesamte Heilungsprozess wird vom behandelnden Schönheitschirurgen begleitet.

Extratipp: Wenn du mit dem Gedanken spielst, dich einer Brustvergrößerung zu unterziehen, dann lege sie am besten in Herbst und auf keinen Fall ins Frühjahr. Zwar ist das Schlimmste nach knapp zwei Monaten überstanden, doch hat dein Körper viel mitgemacht und das sieht man. Bikini-ready bist du also eh erst im darauffolgenden Sommer.

Ergebnisse: Vorher/Nachher

Welche Resultate sich bei einer Brustvergrößerung erzielen lassen, siehst du hier:

Vorher Nachher-Bilder:

Erfahrungen: Das berichten Patienten

Isi Glück @isi_glueck: 

"Als ich aufgewacht bin, lag ich auch schon in meinem Zimmer. Der Schmerz ließ sich eigentlich ganz gut aushalten und fühlte sich an wie ein sehr starker Muskelkater. Dazu kam ein Druckgefühl auf der Brust, das zusätzlich vom Brustverband verstärkt wurde. Damit die Schwellung schneller abklingt, habe ich einen Kühlpack bekommen, den ich mir direkt auf die bandagierte Brust legen konnte. Die Narkose habe ich ganz gut vertragen, ich war lediglich müde und habe daher den ganzen Tag damit verbracht zu schlafen und zwischendurch ein bisschen fern zu schauen."

Sabrina Chérie: 

"Meine erste Nacht war leider schlaflos und langatmig. Ich konnte mich nicht eigenständig ins Bett legen bzw. aufstützen um mich langsam und kontrolliert abzulegen bzw. um es mir im Bett gemütlich zu machen. Zudem durfte ich nur auf dem Rücken schlafen, was natürlich auch eher ungewohnt ist und schnell ungemütlich werden kann.

Auch alltägliche Dinge wie das Umziehen, Reißverschlüsse öffnen und schließen, das nach oben Greifen oder Haarewaschen waren ohne Unterstützung kaum zu bewerkstelligen. Ohne Hilfe hätte ich meine Brust wahrscheinlich nur unnötig belastet und mir ungewollt Schmerzen bereitet."

Jani @janisview:

"Meine Brust-OP ist jetzt schon vier Monate her und ich habe es seitdem keinen Tag bereut. Im Gegenteil: Wenn ich mich jetzt im Spiegel anschaue, bin ich glücklich und zufrieden mit meinem Körper. Ich fühle mich weiblicher, kaufe wieder gerne Bikinis und habe ein besseres Selbstwertgefühl. Alleine diese Tatsachen bestätigen, dass es für mich die richtige Entscheidung war."