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Altersvorsorge

Altersvorsorge: Was junge Menschen schon in jungen Jahren beachten müssen

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Das gilt umso mehr für die Altersvorsorge. Doch viele verlassen sich immer noch auf die gesetzliche Rente. Die Folge: Im schlimmsten Fall leben Millionen Deutsche im Alter in Armut. Jetzt heißt es, gegenzusteuern.

15.11.2016 12:23 Uhr / Tobias Fülbeck

Schritt 1: Ohne Sparen kein Vermögen

Bei den mickrigen Zinsen mag manch einer denken: Auf dem Bank-Konto gibt’s eh keine Zinsen, gönn' ich mir lieber ein neues Auto oder neue Klamotten  - selbst dann, wenn es eigentlich nicht nötig ist. Um aber überhaupt im Alter Geld zu haben , um die Rentenlücke zu schließen, muss zunächst etwas auf die hohe Kante gelegt werden. Da hapert es. Vor allem bei der sogenannten Generation Y, den zwischen 1985 und 2000 Geborenen.

Die verhalten sich laut Experten bei der Altersvorsorge „geradezu fahrlässig“. Nur ein Drittel kümmert sich hier um eine Absicherung jenseits der gesetzlichen Rente. Berufsanfänger sollten sieben Prozent ihres Nettogehalts sparen. Bei älteren Menschen sollten es zehn Prozent des Nettogehalts sein.

Schritt 2: Geld weg vom Girokonto! 

Viele Menschen horten große Summen auf ihrem Girokonto. Besser schnell ein kostenloses Tagesgeldkonto eröffnen. Geht mit ein paar Klicks im Internet. Das Geld ist sofort verfügbar und wird mit immerhin bis zu 1 Prozent verzinst. Für Neukunden gibt es manchmal sogar etwas mehr.

Das allein reicht jedoch nicht. Ein Beispiel: Wer 300 Euro im Monat spart und in eine Lebensversicherung einzahlt, hatte im Jahr 2006 noch einen Garantiezins von 2,75 Prozent. Heute sind es nur noch 1,25 Prozent. Klingt erst mal nicht erschreckend. Doch nach 30 Jahren - bei einer Sparrate von 300 Euro pro Monat - ergibt sich eine Rendite-Lücke von 37.300 Euro, wie die "FAZ" kürzlich vorrechnete. Langzeitsparer sind derzeit die großen Verlierer. 

Der logische Schritt 3: In Aktien investieren

Aktien dürfen in keinem Altersvorsorge-Konzept fehlen, raten Experten. Im Gedächtnis ist zwar noch immer das Börsen-Desaster der Deutsche Telekom, die zur Volksaktie ausgerufen wurde und dann gnadenlos abstürzte. Doch Anleger neigen dazu, das Negative besser in Erinnerung zu behalten als das Positive. Wer 15 Jahre Geduld mitbringt und das Risiko im deutschen Aktienmarkt streut, hatte noch nie Verluste, rechnete die FAZ kürzlich vor. Apropos Risiko streuen: Empfohlen werden hier ETFs, also Aktien-Indexfonds.

Diese Fonds bilden einen bestimmten Index ab, zum Beispiel Börsenbarometer wie den DAX oder den amerikanischen S&P 500. ETFs gibt es schon ab einer monatlichen Rate von 25 Euro. Also lieber einmal aufs Kino mit Popcorn, Cola und Co. verzichteten. Wichtig: Frage den Bankberater direkt nach ETFs. Denn viele Berater empfehlen vor allem die aktiv gemanageten Fonds, die deutlich höhere Gebühren kassieren.

(Text: Tobias Fülbeck)

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