22 Filialen hat der irische Mode-Discounter Primark mittlerweile in Deutschland. Bei der Neueröffnung in Hamburg-Billstedt kam es zu chaotischen Szenen, wie lokale Medien berichteten (siehe Video).  

Der Hype um die Kette scheint also nach wie vor da zu sein.

Primark gibt es seit 2009 in Deutschland. Die erste Kette öffnete in Bremen. Der "Aldi unter den Textilhändlern" verkauft T-Shirts ab 2,50 Euro und Jeans für 13 Euro. Und offensichtlich trifft er damit einen Nerv der Verbraucher. Doch Primark ist nicht allein. Zahlreiche ausländische Ketten bestimmen immer stärker das Bild der deutschen Innenstädte. So wie zum Beispiel Zara, H&M und Mango.

Wer steckt hinter Primark?

Das 1969 in Irland gegründete Primark ist eine Tochtergesellschaft der Firma Associated British Foods und hat weltweit 320 Filialen in elf Ländern.

Im Herbst 2015 eröffnete die erste Filiale in den USA.

Wo gibt es Primark-Filialen?

In Deutschland gibt es Primark-Filialen in Bremen, Frankfurt (zwei Filialen), Gelsenkirchen, Dortmund, Hannover, Saarbrücken, Essen, Berlin (2), Karlsruhe, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Dresden, Kaiserslautern, Braunschweig, Weiterstadt, Leipzig, Mannheim und Hamburg. 5000 Menschen arbeiten laut Unternehmensangaben in Deutschland für Primark.

Wo sind Neueröffnungen von Primark geplant?

2017 folgt eine Primark-Filiale in Ingolstadt, deren Eröffnung hat sich allerdings auf Herbst 2017 verschoben, wie der "Donaukurier" berichtet. Außerdem sind Verträge abgeschlossen für Bonn, Münster, Wuppertal und München. Im Februar 2017 wurde bekannt, dass auch eine Primark-Filiale in Bielefeld geplant ist.  Für wahrscheinlich 2019 ist eine Primark-Filiale in Kiel angekündigt worden.

„Es gibt keine definierte Zielmarke, wie viele Stores wir in Deutschland eröffnen wollen. Ziel ist es, ein gesundes Wachstum zu erreichen und die richtigen Standorte zu finden“, sagte Primarks Deutschlandchef Wolfgang Krogmann.

Warum ist Primark so billig?

Kritiker werfen dem Discounter vor, die billigen Preise nur auf Kosten der Arbeitsbedingungen der Zulieferer hinzubekommen. Primark wehrt sich – und behauptet, man produziere in denselben Fabriken wie die Konkurrenz.

Primark-Deutschland-Chef Krogmann ergänzt: "Wir schlagen weniger auf den Preis drauf als unsere Mitbewerber. Das können wird uns leisten, weil wir große Stückzahlen verkaufen und auf Zwischenhändler verzichten."  

Außerdem verzichte das Unternehmen auf teure Werbekampagnen. Die Produktionsbedingungen würden kontrolliert, betont das Unternehmen.

Lieferanten müssten Verhaltenskodizes einhalten, die etwa Kinderarbeit und Diskriminierung verbieten und sichere und hygienische Arbeitsbedingungen festschreiben.

Warum ist Primark häufiger in den Negativschlagzeilen?

Manche Beobachter werfen Primark vor, jungen Menschen ein falsches Konsumverständnis mit auf den Weg zu geben. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" konterte Primark-Finanzvorstand John Bason: Die Wertevermittlung sei nicht Aufgabe von Primark - sondern die der Eltern. 

Im Sommer 2014 war Primark zudem in die Kritik geraten, weil Kunden von angeblichen Hilferufen berichtet hatten, die in Kleidung eingenäht waren. Der Modehändler hatte damals von einem "Streich" gesprochen. 

(Text: Tobias Fülbeck)