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Was steckt hinter der Erkrankung?

Tourette-Syndrom

Beim Tourette-Syndrom handelt es sich um eine Erkrankung des Nervensystems, die sich vor allem in verschiedenen Tics ausdrückt. Der wohl bekannteste Tic, der mit Tourette in Zusammenhang gebracht wird, ist die Koprolalie, bei der meist Schimpfwörter unkontrolliert ausgerufen werden

Mann schreit, Buchstaben fliegen aus seinem Mund
Unkontrolliertes Ausrufen von Wörtern kann ein Symptom von Tourette sein © iStock

Doch Tourette ist viel mehr als das. Und damit Betroffene auf mehr Verständnis in der Gesellschaft stoßen, erfahrt ihr hier Hintergründe zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmethoden.

Anzeichen und Symptome für das Tourette-Syndrom

Charakteristisch für eine Erkrankung am Tourette-Syndrom sind die sogenannten Tics oder auch Ticstörungen. Ohne das Vorhandensein solcher Tics kann ein Tourette-Syndrom nicht diagnostiziert werden. Umgekehrt ist das Auftauchen eines Tics aber noch kein Grund, direkt eine Erkrankung am Tourette-Syndrom zu vermuten. Wer sich das Tourette-Syndrom und Ticstörungen genauer ansieht, erkennt schnell, weshalb das so ist: Bei einem Tic handelt es sich um eine unwillkürliche Bewegung, die von Betroffenen oft immer wieder auf dieselbe Weise wiederholt werden muss und häufig auch sehr schnell ausgeführt wird. Meist sind diese motorischen Tics nicht rhythmisch, sie treten aber dennoch in Serien auf. Neben rein motorischen Tics können beim Tourette-Syndrom auch vokale Tics auftreten, bei denen die Betroffenen unwillkürlich Laute oder auch ganze Worte äußern. Erst wenn diese Tics mehrfach am Tag und über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr hinweg auftreten, spricht man vom Tourette-Syndrom. Dabei können die Tics durchaus phasenweise in verringerter Form auftreten oder sogar ganz verschwinden.

Um zu verstehen, wie ein Tic sich in etwa anfühlen kann, wird häufig das Beispiel eines Schluckaufs herangezogen. Es ist zwar möglich diesen für eine gewisse Zeitlang zu unterdrücken, dann aber entlädt sich der motorische Druck unwillkürlich, ohne dass der Betroffene etwas dagegen tun kann. Ähnlich verhält es sich auch beim Tourette-Syndrom: Erkrankte spüren mitunter durchaus, wenn sich ein Tic nähert, können diesen oftmals auch für eine gewisse Zeit unterdrücken, ihn aber nicht komplett verhindern. Meist entlädt er sich dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Ursachen und Diagnose eines Tourette-Syndroms

Wer mit Blick auf das Tourette-Syndrom die Ursachen näher kennenlernen will, der steht wie so viele Wissenschaftler vor einem Rätsel. Fakt ist, dass das Tourette-Syndrom häufig bereits im Kindesalter das erste Mal zum Vorschein kommt und sich oftmals mit voranschreitendem Alter etwas bessert. Ob das Tourette-Syndrom zu den Erbkrankheiten zu zählen ist, konnte bislang noch nicht vollends geklärt werden. Viele Forscher gehen davon aus, dass eine gewisse genetische Form der Erkrankung existiert. Um diese These zu verifizieren, fehlen allerdings noch weitreichende Untersuchungen und Studien. Anhand der bisherigen Forschungserkenntnisse kann jedoch bestätigt werden, dass beim Tourette-Syndrom und den Ursachen der Stoffwechsel im Gehirn eine wichtige Rolle spielt. Dieser ist bei Betroffenen gestört, was vor allem die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin sowie deren Funktion zu beeinträchtigen scheint. 

Diagnostiziert wird das Tourette-Syndrom auch heute noch in erster Linie aufgrund von langjährigen Beobachtungen. Das Tourette-Syndrom bei Kindern und auch bei Erwachsenen lässt sich häufig gar nicht anders feststellen, denn mithilfe einer Blutanalyse oder anderen herkömmlichen Untersuchungsverfahren kommen Ärzte häufig nicht weiter. Da das Tourette-Syndrom sich vor allem im Kindes- und Jugendalter zuerst zeigt, können bei einer frühen Behandlung meist relativ schnell entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Dann kann es durchaus vorkommen, dass man einem Betroffenen die Erkrankung gar nicht anmerkt – oder wer hätte gedacht, dass zum Beispiel David Beckham unter Tourette leidet?

Behandlungsmöglichkeiten beim Tourette-Syndrom

Es existieren zahlreiche Erbkrankheiten, die sich mithilfe der richtigen Medikamente hervorragend in den Griff bekommen lassen. Für Tourette gibt es diese Therapie noch nicht. In den meisten Fällen ist das auch gar nicht nötig, da die Begleiterscheinungen dieser Erkrankung prinzipiell nicht gefährlich sind. Zwar gibt es Tics, bei denen Betroffene sich unwillkürlich selbst verletzen, diese sind allerdings sehr selten. Wenn eine Behandlung notwendig wird, erfolgt diese häufig mithilfe verschiedener Medikamente. Allerdings zeigen die Tendenzen, dass Betroffene mit zunehmendem Alter häufig unter sich verringernden Beschwerden leiden. Mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter reduzieren sich die Symptome bei rund 70 % aller am Tourette-Syndrom Erkrankten und bei vielen tauchen die Symptome anschließend gar nicht mehr auf. 

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