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2 Millionen Deutsche leiden an einer Hautkrankheit, die sie nicht kennen

Nur die Neurodermitis kommt in Deutschland noch häufiger vor: Etwa zwei Millionen Menschen hier zu Lande leiden unter dieser Hautkrankheit. Wir klären im Video Krankheitsbild und Therapien.

28.04.2017 16:29 | 1:18 Min | © Wochit

Wenn das Absterben der eigenen Hautzellen vor anderen Menschen schwer zu verbergen ist, dann liegt Psoriasis vor, zu Deutsch: Schuppenflechte. Psoriasis leitet sich vom griechischen Begriff "psora" ab. Er wird mit "Juckreiz" übersetzt. Der quält rund zwei Millionen Bundesbürger. Ihre Häufigkeit unter Erwachsenen beträgt zwei bis drei Prozent der Bevölkerung. Betroffene leiden nicht nur körperlich, sondern vor allem auch seelisch.

Salben, Crémes und Tabletten

Die hässlichen, juckenden Schichten aus abgestorbenen Hautzellen lassen sich äußerlich mit Salben und Crémes bekämpfen. Von innen können Ärzte Tabletten zum Einsatz bringen.

Ursachen des Hautstaus

Die Schuppenflechte kann vererbt sein und werden. Allerdings geht sie - und das oft unbemerkt - genauso auf äußere Faktoren (Umwelt, Klima, Hautverletzungen) zurück, ist psychisch (Stress) oder durch körperliche Abhängigkeiten (Alkohol, Medikamente) bedingt. Sie tritt häufig erstmals während der Pubertät auf, der Phase der elementaren körperlichen und geistigen Veränderungen, der Phase, in der aus Kindern Erwachsene werden. Die Schuppenflechte wird sichtbar, weil sich die Hautzellen der Betroffenen in einem krankhaften Maße erneuern. Es entsteht ein - ohne Kleidung - nicht zu verbergender Stau.

Seelisch belastend

Und genau diese Sichtbarkeit ist es, die die Erkrankten insbesondere seelisch belastet. Der Deutsche Psoriasis Bund e.V. (DPB) lehrt Betroffene unter anderem Strategien im Umgang mit der Krankheit und deren schlimmen Nebenwirkungen wie Diskriminierung und Stigmatisierung. In Alltag und Beruf ausgegrenzt zu werden, kann das Leben zur Hölle machen. Zitat von der Webseite psoriasis-bund.de: "Die Wissensvermittlung, die psychosoziale und emotionale Unterstützung in der Selbsthilfe kann genauso wichtig sein, wie die richtige Ärztin bzw. der richtige Arzt."

Sonne und Meer helfen

Bei der Frage nach wirkungsvollen Therapien kristallisierten sich das Meer und die Sonne, oder auch Salz und Licht heraus. Eine solche Umfrage unter Patienten ist auf statista.de nachlesbar. Mit 81,2 Prozent liegt dort das allgemeine Meeresklima hinter dem Spitzenreiter (88,2 Prozent) Totes Meer. Es folgen die so genannte Balneo-Phototherapie (74,3 Prozent) und die UV-Bestrahlung (68,9 Prozent).

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