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Hormonfreie Verhütung: Vorteile und Risiken

27.12.2016 • 15:47

Depression und Panikattacken: Verändert dieses Verhütungsmittel deine Psyche? Wir zeigen Vorteile, Risiken und Möglichkeiten der hormonfreien und der hormonbasierten Verhütung.

Lange galt die Pille als die Erfindung für sexuelle Selbstbestimmung der Frau. In den letzten Jahren rückt sie aber immer mehr in die Kritik. Das Verursachen von Depression, Schlafstörung und Blutgerinnsel wird ihr vorgeworfen. Aber stimmt das? Und was sind die Alternativen? Fest steht: Es gibt einige. Klar ist aber auch: Du solltest das Thema Verhütung immer mit deinem Gynäkologen besprechen.

Verhütung mit Hormonen

Zu den hormonbasierten Verhütungsmitteln zählen Pille, Hormonring, Hormonstäbchen und Hormonspiralen. Die Anwendung ist einfach, das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft gering. Das Wirkungskonzept: Dem Körper wird vorgespielt, bereits schwanger zu sein. Der Eisprung wird gehemmt, Schleim versperrt den Spermien den Weg und auch die Gebärmutterschleimhaut baut sich nicht so auf wie normal. Dass trotzdem ein Ei entsteht, dieses befruchtet wird und sich dann auch noch einnisten kann, ist bei einer zuverlässigen Einnahme der Pille also relativ unwahrscheinlich.

Depression durch die Antibaby-Pille?

Das Ganze klingt einfach, steht aber immer wieder in der Kritik, so zuletzt besonders Hormonspiralen mit dem Hormon Levonorgestrel. Ob das gerechtfertigt ist, wird gerade in Studien untersucht. Fakt ist: Immer wieder klagen Frauen über Stimmungsschwankungen, das steht sogar im Beipackzettel. Die Geschlechtshormone schlagen auf die Psyche. Lustlosigkeit und Stimmungsschwankungen sind mögliche Folgen. Besonders am Anfang der Einnahme ist das Risiko höher, da sich der Körper oft erst an die Hormone gewöhnen muss. Für viele Frauen ist das Risiko aber zu groß, sie suchen nach Alternativen.

Der hormonfreie Klassiker: Kondome

Die einfachste und älteste Alternative ist wohl das klassische Kondom. Schon vor hunderten von Jahren wurde es verwendet, um Schwangerschaften zu verhindern, damals war es noch aus Schafsdarm. Heute gibt es Kondome in allen möglichen Variationen: Mit Latex, latexfrei, besonders dünn, mit Noppen und so weiter. Der Vorteil bei Kondomen: Sie schützen nicht nur vor Schwangerschaften, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten. Der Nachteil: Die Frau macht sich komplett abhängig von der Zuverlässigkeit der Männer. Wenn das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, das Material beschädigt ist oder das Kondom nicht richtig verwendet wird, schützt es auch nicht mehr.

Teuer aber langanhaltend: die Kupferspirale

Die Kupferspirale, auch Intrauterinspirale genannt, muss ein Gynäkologe in die Gebärmutter einsetzen. Dieser Vorgang kann unter Umständen schmerzhaft sein. Die abgegebenen Kupfer-Ionen hemmen die Spermienbewegung und verdicken zusätzlich den Schleim im Gebärmutterhals sowie das Sekret in Eileiter und Gebärmutter. Sollte also doch ein Spermium zu weit vordringen, kann sich die Eizelle nicht einnisten. Die Methode gilt als relativ sicher und vor allem stressfrei: Bis zu fünf Jahre kann sie im Körper bleiben, kostet allerdings zwischen 100 und 300 Euro. Über Risiken und Nebenwirkungen informieren Frauenärzte.

Das oft unterschätzte Diaphragma

Ein Diaphragma ist eine Silikonkappe, die man über den Muttermund stülpt und die so verhindert, dass Spermien die Gebärmutter erreichen. Man setzt es vor dem Geschlechtsverkehr ein und lässt es danach noch etwa acht Stunden drin. Setzt man es richtig ein, ist das Risiko einer Schwangerschaft gering. Sitzt es aber nicht richtig oder verrutscht es, ist kein Schutz gegeben.

Für Körper-Kennerinnen: die Temperaturmethode

Diese Methode bedarf einiges an Körperwissen, Apps oder Zyklusblätter und Kalender. Durch morgendliches Temperaturmessen und einer weiteren Prüfung, zum Beispiel der Konsistenz des Zervixschleims oder das Abtasten des Muttermundes, können die fruchtbaren Tage ermittelt werden. In der Regel ist die Frau nämlich nicht mal eine Woche pro Zyklus fruchtbar. Allerdings ist der Zyklus nicht immer regelmäßig. Wer die Symptome falsch deutet, riskiert dann eine Schwangerschaft.