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Nacktfoto-Filter für das iPhone: Das hat es damit auf sich

11.11.2021 • 14:26

Mit dem neuen iPhone-Update iOS 15.2 sollen als Nacktbilder eingestufte Fotos künftig verschwommen dargestellt werden, sowie ein Warnhinweis zu "möglicherweise sensiblen" Inhalten eingeblendet werden.

Neues iPhone-Update: Nacktfilter im Kampf gegen Kinderpornografie

Mit dem nächsten iPhone-Update iOS 15.2 soll es künftig ein Feature geben, das Nacktfotos erkennt. Die Software kann allerdings nur die Bilder scannen, die vom User in die eigene iCloud hochgeladen werden. Die Bilder sollen dann auf dem Bildschirm nur noch verschwommen zu sehen sein und gleichzeitig soll ein Hinweis erscheinen, der vor "möglicherweise sensiblen Inhalten" warnt.

Die Software verpixelt dabei nicht automatisch jedes Foto, auf dem eine nackte Person zu sehen ist, sondern gleicht das Nacktbild mit einer Datenbank ab, in der bekanntes kinderpornografisches Material abgespeichert ist. Eltern brauchen also keine Sorge zu haben, dass harmlose Familienschnappschüsse vom Strand oder von ihrem Kind in der Badewanne, sie sofort als Straftäter erscheinen lassen.

Filter soll Eltern auf "Grooming" aufmerksam machen

Vielmehr sollen Eltern von dem geplanten Update profitieren, in dem sie eine Warnmeldung erhalten, sobald ihr Kind – solange es noch nicht volljährig ist – im Apple-Chatdienst iMessage Nacktfotos erhält oder verschickt.

Immer wieder werden Kinder beim sogenannten "Grooming" in bekannten Chatdiensten dazu aufgefordert Nacktfotos von sich zu verschicken. Meistens handelt es sich dabei um Erwachsene, die sich im Chat als Gleichaltrige ausgeben und mit zunächst harmlosen Unterhaltungen das Vertrauen der Kinder gewinnen wollen.

"Grooming" lässt sich sinngemäß als "Anbahnung" übersetzen. Das englische Wort "grooming" bedeutet sich zurechtmachen, sich hübsch machen und bezieht sich darauf, dass den Minderjährigen online Komplimente gemacht werden, um ihnen zu schmeicheln. Da diese Form der Kontaktaufnahme mit der Absicht des Missbrauchs oder der Absicht an Nacktfotos zu gelangen meistens online geschieht, spricht man häufig auch von "Cyber-Grooming".

Was passiert, wenn der Nacktfilter Kinderpornografie findet?

Apple wird angeblich nicht informiert, wenn die Software einen Verdacht auf Kinderpornografie feststellt. Einzig das Konto des betreffenden Users soll gesperrt werden.

In den USA sollen nach jetzigem Stand User, die nach Bildmaterial mit kinderpornografischem Inhalt suchen, automatisch auf eine Seite weitergeleitet werden, die ihnen Hilfe anbietet.

Außerdem sollen alle Bilder, die von dem sogenannten "Nacktfilter" gemeldet werden, von einem Mitarbeiter angesehen und noch einmal individuell bewertet werden. Nach aktuellem Stand, soll der Mitarbeiter dann entscheiden können, ob er das Bildmaterial beziehungsweise den Nutzer bei einer entsprechenden Behörde meldet.

Kritik am geplanten iPhone-Update

Kritiker des geplanten Software-Updates befürchten, die Funktion könne missbraucht werden, um Unschuldige zu diskreditieren, indem man ihnen kinderpornografisches Material unterjubele. Kritik gibt es auch von Datenschutzorganisationen. Apple enttäusche alle Nutzer, die angenommen hätten, der Schutz ihrer Daten hätte bei Apple oberste Priorität.

Das genaue Release Datum des Updates ist noch nicht bekannt. Aktuell steht das iPhone-Update iOS 15 zur Verfügung.

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