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Wie Cannabis wirkt und warum der Konsum für Jugendliche besonders schädlich ist

14.10.2021 • 11:33

Unter einer mögliche Ampelregierung würde die Legalisierung von Cannabis in Deutschland wohl wahrscheinlicher. Vor allem Entkriminalisierung und bessere Kontrollierbarkeit werden oft als Pro-Argumente genannt. Doch besonders bei jungen Konsumenten kann die Droge schwere Schäden anrichten.

Der Konsum von Cannabis kann Jugendlichen erheblich schaden

  • Experten warnen vor gefährlichen Auswirkungen des Kiffens auf das Gehirn
  • Gerade Jugendliche sind besonders von Langzeitfolgen betroffen
  • Gefahren des Kiffens unter Jugendlichen viel zu wenig bekannt
  • Eine Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP) könnte Cannabiserwerb und Konsum in Deutschland bald legalisieren

Online ist inzwischen häufig von einer Kiffer-Koalition die Rede. Gemeint ist damit die Ampelkoalition, die sich momentan zu Vorsondierungen trifft. Dazu gehören SPD, Grüne und FDP.

Sollte es bei den Gesprächen zu einer Einigung kommen und Deutschland in Zukunft von einer Ampelkoalition regiert werden, könnte das auch die Legalisierung von Cannabis bedeuten. Denn alle drei Parteien fordern die kontrollierte Ausgabe von Cannabis an Volljährige. Allerdings halten viele Cannabis und seinen Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) immer noch für harmlos.

Was genau ist Tetrahydrocannabinol – kurz THC?

Tetrahydrocannabinol – kurz THC – ist eine psychoaktive Substanz, die zu den Cannabinoiden zählt. Laut Wikipedia kommt diese Substanz in Pflanzen der Gattung Hanf, also Cannabis, vor und ihr wird der Hauptanteil der berauschenden Wirkung zugesprochen.

Sehr hohe THC-Gehalte werden allerdings nicht nur in den eigentlichen Hanfblüten, sondern auch in hanfhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln gefunden. Dabei darf dafür eigentlich nur THC-armer Hanf verwendet werden. Gerade bei Kindern, Schwangeren oder Menschen, die sehr häufig und viele hanfhaltige Nahrungsmittel konsumieren, sind gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich.

Wirkung von Cannabis: Wie wirkt THC im Gehirn?

Andries Korebrits, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Helios Park-Klinikum in Leipzig, warnt eindringlich vor den Folgen: "Das THC passt auf Rezeptoren im Gehirn, die für unterschiedliche Stoffe empfindlich sind. Da sich diese Rezeptoren an unterschiedlichen Stellen im Gehirn befinden, kann man nie genau wissen, wie das THC letztlich auf den Konsumenten oder die Konsumentin wirkt."

Das sei auch das fiese an Cannabis, erklärt der Facharzt weiter. Dass sie bei jedem eine andere Wirkung entfalte. Manche würden völlig ruhig und entspannt, andere ängstlich und unruhig und wieder andere spüren überhaupt nichts.

Einig sind sich Fachleute jedoch darin, dass der Konsum von Marihuana bei jungen Leuten große Schäden im Gehirn anrichten kann. "Man geht davon aus, dass sich das Gehirn bis ungefähr zum 20. Lebensjahr noch entwickelt", so Andries Korebrits. "Der Konsum im Jugendalter hemmt diese Entwicklung und damit nachweislich auch die der Intelligenz. Das hängt auch damit zusammen, dass durch den Konsum von Cannabis die Motivation und Konzentrationsfähigkeit sinkt und viele Betroffene die Schule abbrechen."

Cannabis Folgen: Massive Schädigung des Gehirns durchs Kiffen

Diese Entwicklungsschäden des Gehirns ließen sich auch später nicht wieder gut machen. Entgangene Entwicklungsschritte sind auch nach dem Ende des Cannabiskonsums nicht nachzuholen, damit bleiben lebenslange Spätfolgen. Kaum ein Jugendlicher bedenkt wohl beim Kiffen, dass er gerade seinem Gehirn irreversible Schäden zufügt und womöglich seinen gesamten weiteren Lebensweg verändert.

Dazu kommt, dass sich der Gehalt von THC in Folge von Züchtungen in den letzten Jahren massiv erhöht hat. Waren die Folgen des Konsums in den 60er-Jahren noch vorwiegend Entspanntheit und Sorglosigkeit, reichen sie heute von Aggressivität, Inkontinenz und Impotenz bis zu Selbstverletzung und Suizidgedanken.

Warum wollen SPD, Grüne und FDB Cannabis legalisieren?

Die Politik erhofft sich bessere Kontrollierbarkeit, Steuereinnahmen über den legalisierten Verkauf und Entkriminalisierung des Geschäfts mit Cannabis und dessen Konsum. Je mehr offizielle Verkaufsstellen entstehen, desto kleiner wird der Schwarzmarkt, so die Hoffnung der Ampelkoalition. Erfahre hier, wann es zu einer Cannabis-Legalisierung in Deutschland kommen könnte.

Experten warnen indes vor großen gesundheitlichen Risiken, vor allem vor einer Schädigung des Gehirns. Ein Joint auf dem Schulhof oder mit der Clique am Nachmittag, mit Freunden auf der Party oder auch mal alleine zum Runterkommen - in Deutschland ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Im Clip siehst Du was passieren könnte, wenn SPD, Grüne und FDP regieren.

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat fast die Hälfte der 18- bis 25-Jährigen schon einmal gekifft. Eine bedenkliche Entwicklung, die durch eine mögliche Legalisierung noch verstärkt werden könnte.