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Frauen in der Lehre

Über Jahrhunderte hinweg wurde Frauen der Zugang zu Universitäten – ob nun als Studentinnen oder Professorinnen – verwehrt. Mittlerweile sind sie von dort nicht mehr weg zu denken. Auch in der Lehre setzen Professorinnen heute neben ihren männlichen Kollegen deutliche fachliche Akzente.

So wurde im Jahr 1999 der Frauenanteil an deutschen Lehrstühlen erstmals erhoben. Er lag damals bei nur 11 Prozent. Dieser Anteil hat sich in den zwanzig darauffolgenden Jahren mehr als verdoppelt und liegt 2019 bei 34 Prozent.

Drei Fakten zu Frauen an deutschen Universitäten

  1. Frauen dürfen erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts offiziell an deutschen Universitäten studieren. Es war die philosophische Fakultät der Universität Heidelberg, die ihnen als erste Hochschule in Deutschland die Türen öffnete.
  2. In Berlin ist der Frauenanteil in der Professor:innenschaft am höchsten und liegt bei rund 33 Prozent – Bayern ist mit 22 Prozent (Stand 2019) das Schlusslicht.
  3. Die meisten Professorinnen und Professoren gibt es für die Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Dort liegt der Professorinnenanteil bei 31 Prozent.

Mehr Fokus auf Gender-Studien

Der positiven Entwicklung an den deutschen Universitäten dürfte ein Zusammenspiel aus gesellschaftlichen wie politischen Veränderungen zugrunde liegen.

Ein solcher Paradigmenwechsel kann sich durch den steigenden Frauenanteil auch in den Fächergruppen ergeben. Immer häufiger gibt es in den einzelnen Bundesländern auch sogenannte Gender-Professuren – auch, weil einige Frauen seit Jahren in diesen Bereichen Forschung betreiben.

An Universitäten wie Fachhochschulen gab es in ganz Deutschland 185 Professor:innen, die im Bereich Gender tätig waren. Dafür legten Wissenschaftlerinnen wie Margarete von Wrangnell den Grundstein. Aber wer ist die Chemikerin eigentlich?

Margarete von Wrangnell war die erste Professorin Deutschlands

Obwohl Margarete von Wrangnell in Russland geboren wurde, kam sie 1903 an die Universität Greifswald und besuchte dort einen Botanikkurs. Ein Jahr später schrieb sie sich an den Universitäten in Tübingen und Leipzig ein und studierte dort so erfolgreich Chemie, dass sie sogar summa cum laude promovierte.

Nach Forschungsaufenthalten in Hohenheim und Berlin wurde die Agrikulturchemikerin 1923 zur ersten ordentlichen Professorin Deutschlands bestellt – wiederum an der Universität Hohenheim.

Vor fast 100 Jahren machte Margarete von Wrangnell also den Weg für Frauen in der Lehre frei. Doch das große Ziel, ein 50:50-Anteil von Frauen und Männern in der Professur, scheint bei  in Deutschland in den nächsten Jahren noch nicht erreichbar.

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