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Folge 4 Staffel 2013

Tattoo-Entfernung

In Deutschland gibt es ca. 10 Millionen Tätowierte. Doch rund 5% von ihnen wollen ihr Tattoo wieer los werden. Wir haben einen Dermatologen bei der Entfernung alter Jugendsünden begleitet.

07.11.2013 17:00 | 6:05 Min | © ProSieben

So werdet ihr alte Jugendsünden wieder los

Laut einer Umfrage der Uni Regensburg denken fünf Prozent der Tätowierten irgendwann darüber nach, ihr Tattoo entfernen zu lassen. Bei gut zehn Millionen Menschen mit dem bleibenden Körperschmuck alleine in Deutschland kommen damit knapp 500.000 Betroffene zusammen. Doch wie und wo wird man die unliebsame Hautverzierung wieder los?

Jugendsünde Tattoo

Arzt oder Kosmetikerin: Wer kann ein Tattoo entfernen?

Name der verflossenen Liebe, schlecht gestochenes Tribal oder Arschgeweih - diese Motive will heute keiner mehr auf der Haut tragen. Das inzwischen peinlich gewordene Tattoo entfernen? Gar nicht so einfach. Betroffene können sich mit diesem Vorhaben an unterschiedliche Adressen wenden: Sowohl Ärzte als auch einige Kosmetikstudios und Tattoo-Shops bieten entsprechende Behandlungen an. Experten raten jedoch dazu, sich grundsätzlich an einen Mediziner zu wenden. Die Entfernung in einer Arztpraxis ist zwar meist etwas teurer als bei anderen Anbietern, da die verschiedenen Methoden gesundheitliche Risiken mit sich bringen können, sind Patienten hier aber in der Regel am besten aufgehoben. Grundsätzlich erkennt ihr eine kompetente Praxis daran, dass ihr eine ausführliche Beratung erhaltet und der Arzt euch über die Behandlung und ihre Risiken umfassend informiert.

Tattoo entfernen per Laser

Wer ein Tattoo entfernen lassen möchte, muss sich nicht nur für das Wo, sondern auch das Wie entscheiden. Es gibt verschiedene Methoden mit jeweils unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Als besonders sicher und erfolgsversprechend gilt die Laser-Variante. Sie soll relativ schmerzfrei sein und punktet zudem mit einem vergleichsweise niedrigen Risiko der Narbenbildung. Kein Wunder also, dass viele Betroffene sich für diese Behandlung entscheiden, um ihre alten Tattoos loszuwerden. Und so funktioniert das Ganze: Der Arzt kann das Tattoo entfernen, indem er mit dem extrem gebündelten Lichtstrahl der Maschine die Farbpigmente in der Haut in kürzester Zeit so stark erwärmt, dass sie aufplatzen und dann über die Lymphe vom Körper selbst abtransportiert werden. Wie das in der Praxis vonstatten geht, könnt ihr euch im Video anschauen.

Ganz unbedenklich ist aber auch das Laser-Verfahren nicht. Ende 2015 stellte das "Bundesinstitut für Risikobewertung" (BfR) bei Untersuchungen erstmals fest, dass bei der Entfernung blauer Tattoos giftige und zum Teil krebserregende Stoffe entstehen können. Außerdem sind mehrere Sitzungen nötig, damit die Tinte gänzlich verblasst. Einige Kliniken versprechen aber, dass Tattoos schon nach vier bis sechs Behandlungen verschwinden.

Waterjet-Cutting und Diathermie

Ähnlich wie die Entfernung mit dem Laser funktioniert die Methode des sogenannten Waterjet-Cuttings. Hier wird statt Licht jedoch ein gebündelter Wasserstrahl benutzt, um ein Tattoo zu entfernen. Nur wenige Experten weltweit verwenden diese Methode bisher, bei der die Haut mithilfe des Wasserstrahls aufgeschnitten wird, um danach die so freigelegten Farbpigmente herauszuspülen. Wer auf diese Weise ein Tattoo entfernen lässt, muss sich in der Regel einer Vollnarkose unterziehen. Dafür ist auch hier das Risiko der Narbenbildung vergleichsweise gering.

Eine Alternative zu Laser und Waterjet stellt das Diathermie-Verfahren dar. Diese Technik nutzt Strom, um die Farbpigmente in der Haut zu verbrennen. Was brutal klingt, birgt in der Tat einige Risiken. Der Strom kann nicht nur das Tattoo entfernen, sondern auch umliegende Hautpartien verletzen. Zudem gilt die Prozedur als recht schmerzhaft und langwierig.

Weitere Methoden im Überblick

Leidgeplagte Körperschmuckträger haben aber noch weitere Optionen, mit denen sie ihre Jugendsünde loswerden. Bei der Dermabrasion wird die komplette Haut im betroffenen Bereich abgetragen. Hierfür verwenden die Spezialisten häufig einen Sandstrahl oder eine manuelle Fräse, die das Tattoo aus der Haut herausschleifen. Der Erfolg hängt davon ab, welche Farben benutzt wurden und in welcher Hautschicht sich die Tinte befindet.

Dermatologen können auch mit einem chemischen Peeling ein Tattoo entfernen. Dazu behandeln sie die entsprechende Hautstelle mit einer chemischen Substanz wie zum Beispiel Fruchtsäure. Da die Haut an der behandelten Stelle effektiv verätzt wird, gilt diese Prozedur jedoch als sehr schmerzhaft.

Es gibt aber auch chirurgische Maßnahmen, um ein Tattoo zu entfernen.  Hier schneidet ein Arzt die komplette Hautpartie heraus, um das Tattoo zu beseitigen. Die umliegende Haut muss im nächsten Schritt so gedehnt werden, dass sie über der Wundstelle wieder vernäht werden kann. Zu beachten ist bei dieser Methode, dass der Körperschmuck eine gewisse Größe nicht überschreiten darf und zwangsläufig Narben zurückbleiben.

Tattoo entfernen: Mit diesen Kosten könnt ihr rechnen

Das Entfernen des Tattoos sollte mindestens ebenso gut überlegt sein, wie das ursprüngliche Stechen des Körperschmucks. Egal, für welche Methode sich Betroffene entscheiden: Die Prozedur ist oft schmerzhaft, birgt Risiken und ist noch dazu nicht gerade preiswert. Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, da sie die Behandlung als ästhetischen Eingriff werten. Jeder, der ein Tattoo entfernen lassen möchte, muss die Rechnung also aus eigener Tasche zahlen. Dabei können die Kosten je nach Anbieter und Behandlungsmethode variieren. Zudem beeinflusst auch die Tattoogröße sowie die verwendete Tinte den Preis. Wer sich für die gängigste Methode entscheidet und per Laser ein mittelgroßes, einfarbiges Tattoo entfernen möchte, kann mit etwa 1.000 Euro rechnen.

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