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BlackRock: Was steckt hinter dem größten Vermögensverwalter der Welt?

  • Veröffentlicht: 10.09.2020
  • 13:00 Uhr
  • Galileo

Die Fonds-Gesellschaft BlackRock verwaltet rund 7,4 Billionen US-Dollar. Wessen Geld ist das? Wie groß ist der Einfluss des Unternehmens damit? Und welche Rolle spielt Aladdin dabei?

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Die Bedeutung von BlackRock

  • 7,4 Billionen US-Dollar Vermögen verwaltet BlackRock. Damit ist die internationale Investmentgesellschaft der größte Vermögensverwalter der Welt.

  • Ein Vermögensverwalter kümmert sich um das Geld seiner Kunden und tätigt im Gegensatz zu einem Vermögensberater auch Anlage-Entscheidungen.

  • Deutsche Anleger haben BlackRock einen dreistelligen Milliardenbetrag anvertraut - vor allem als Altersvorsorge.

  • Neben dem Geld von Privat-Anlegern verwaltet BlackRock das Vermögen von Staatsfonds, Pensionskassen, Versicherungen und Unternehmen.

  • BlackRock selbst betont, nicht eigenes Geld anzulegen, sondern als Treuhänder zu agieren und damit im Interesse der Kunden zu handeln.

  • CDU-Politiker Friedrich Merz, bis Frühjahr 2020 Aufsichtsrat der deutschen BlackRock-Tochter, hatte zuletzt immer wieder für eine verpflichtende private Altersvorsorge beispielsweise über Aktien geworben.

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© Galileo
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Was steckt hinter Aladdin?

BlackRocks wichtigstes Instrument ist Aladdin, ein Risiko-Analyse-System, das 200 Millionen Kalkulationen pro Woche durchführen kann. Gleichzeitig kann das System berechnen, wie sich der Wert von Aktien oder Fonds bei Einflüssen wie Währungs- und Ölpreis-Schwankungen verändert.

Das Unternehmen verkauft die über Aladdin gewonnenen Erkenntnisse und Analysen - und beeinflusst damit den weltweiten Finanzmarkt.

Die größten BlackRock-Beteiligungen an Dax-Unternehmen

Insgesamt hält BlackRock Beteiligungen an 28 von 30 im Dax gelisteten Unternehmen (Stand April 2018). Und er sitzt auf dem Chefsessel: der  Vorstandsvorsitzende Larry Fink
Insgesamt hält BlackRock Beteiligungen an 28 von 30 im Dax gelisteten Unternehmen (Stand April 2018). Und er sitzt auf dem Chefsessel: der Vorstandsvorsitzende Larry Fink© imago images/Xinhua
An der Wohnungsbaufirma Vonovia ist BlackRock mit 8,62 % beteiligt – der größte Anteil an einem Dax-Unternehmen.
An der Wohnungsbaufirma Vonovia ist BlackRock mit 8,62 % beteiligt – der größte Anteil an einem Dax-Unternehmen.© imago images/wolterfoto
7,2 % Beteiligung sind es beim Darmstädter Pharma- und Chemie-Unternehmen Merck.
7,2 % Beteiligung sind es beim Darmstädter Pharma- und Chemie-Unternehmen Merck.© imago images/HMB-Media
An der Bayer AG hält BlackRock 7,17 %.
An der Bayer AG hält BlackRock 7,17 %.© imago images/Future Image
Auch an der Deutschen Post ist der Vermögensverwalter mit 7 % beteiligt.
Auch an der Deutschen Post ist der Vermögensverwalter mit 7 % beteiligt.© imago images/Eibner
6,9 % hält BlackRock am Versicherungsunternehmen Allianz.
6,9 % hält BlackRock am Versicherungsunternehmen Allianz.© imago images/DeFodi
An 23 weiteren Dax-Unternehmen ist BlackRock beteiligt – darunter Siemens, Adidas, SAP, Daimler und BMW (Stand April 2018).
An 23 weiteren Dax-Unternehmen ist BlackRock beteiligt – darunter Siemens, Adidas, SAP, Daimler und BMW (Stand April 2018).© imago images/Panthermedia
Insgesamt hält BlackRock Beteiligungen an 28 von 30 im Dax gelisteten Unternehmen (Stand April 2018). Und er sitzt auf dem Chefsessel: der  Vorstandsvorsitzende Larry Fink
An der Wohnungsbaufirma Vonovia ist BlackRock mit 8,62 % beteiligt – der größte Anteil an einem Dax-Unternehmen.
7,2 % Beteiligung sind es beim Darmstädter Pharma- und Chemie-Unternehmen Merck.
An der Bayer AG hält BlackRock 7,17 %.
Auch an der Deutschen Post ist der Vermögensverwalter mit 7 % beteiligt.
6,9 % hält BlackRock am Versicherungsunternehmen Allianz.
An 23 weiteren Dax-Unternehmen ist BlackRock beteiligt – darunter Siemens, Adidas, SAP, Daimler und BMW (Stand April 2018).
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Zu viel Macht und Einfluss? Wofür BlackRock kritisiert wird

  • Von Kritikern wird ein möglicher Interessenskonflikt genau beobachtet: BlackRock bietet Analysen von Finanzprodukten auf dem Markt an und verkauft selbst Finanzprodukte.

  • Finanzkonzerne wie BlackRock sind an hunderten Unternehmen - auch aus derselben Branche - beteiligt und könnten so den Wettbewerb einschränken - zum Nachteil der Verbraucher.

  • BlackRock berät unter anderem die EZB und unterstützt Stress-Tests für Banken in Europa. Kritiker werfen dem Unternehmen hier vor, an der Prüfung der Deutschen Bank beteiligt und gleichzeitig der größte Aktionär des Geldinstituts zu sein.

  • Kritiker warnen, BlackRock habe durch die Beteiligungen und Beziehungen einen so tiefen Einblick in die globale Finanzwelt wie keine Regierung - und könne eventuell sogar das Finanzsystem gefährden.

  • Auch im großen Markt-Einfluss von Aladdin wird eine Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems gesehen: Schon ein Systemfehler könnte ein Herdenverhalten - und damit eine starke negative Entwicklung - auslösen.

BlackRock und der Klimawandel

🌿 Im Januar 2020 erklärte BlackRock-Chef Larry Fink, sein Unternehmen werde sich von Anlagen mit einem Nachhaltigkeits-Risiko trennen, zum Beispiel Wertpapiere von Kohleproduzenten.

🔥 Zuvor hatten Kritiker wie der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore dem Unternehmen vorgeworfen, die Zerstörung der menschlichen Zivilisation mitzufinanzieren.

🌍 BlackRock begründete seinen Strategiewechsel mit dem gestiegenen Interesse seiner Kunden an Nachhaltigkeit.

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Das sind ETFs

Index-Fonds wie ETFs gelten als Anlage-Trend. Die Exchange Traded Funds bilden oft einen Index wie den Dax oder den Dow Jones ab - die Wert-Entwicklung ist also immer parallel zum Index.

Ihre Vorteile: niedrige Gebühren durch passives Fond-Management und geringes Risiko wegen der Abbildung zahlreicher Unternehmen großer Aktien-Indexe.

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