Oscars ® 2018

Special Achievement Award für Alejandro González Iñárritu

Special Achievement Award

Bei den Oscars® gibt es einige Auszeichnungen, die nicht jedes Jahr vergeben werden und demnach als etwas wirklich Besonderes gelten. Ein gutes Beispiel hierfür ist der sogenannte Special Achievement Award, der das letzte Mal im Jahr 1996 verliehen wurde. Mehr als zwanzig Jahre später soll nun ein Regisseur mit mexikanischen Wurzeln diesen besonderen Preis erhalten: Alejandro González Iñárritu erhält die Auszeichnung für das Werk „Carne y Arena“. Was es mit diesem Preis auf sich hat und weshalb Alejandro González Iñárritu sich über die Trophäe freuen darf, erklären wir.

Alejandro González Iñárritu
Alejandro González Iñárritu bekommt einen Special Award. © Getty/Tristan Fewings

Was ist der Special Achievement Award der Oscars®?

Der Special Achievement Award bei den Oscars® ist eigentlich dafür da, um besondere filmische Leistungen auszuzeichnen, für die es keine eigene Kategorie bzw. keine eigene Nominierung gegeben hat. In der Regel werden vor allem besondere Ton-und Spezialeffekte mit diesem (exklusiven) Sonderpreis ausgezeichnet. Den ersten Special Achievement Award gab es zum Beispiel im Jahr 1973 für den Katastrophenfilm „The Poseidon Adventure“. Auch für die visuellen Effekte bei einigen Star Wars-Filmen sowie bei Indiana Jones wurde diese außergewöhnliche und selten verliehene Auszeichnung herausgegeben. Bevor nun Alejandro González Iñárritu mit dem Special Award belohnt wurde, war Toy Story als Komplett-Animation der letzte Titelträger.

Alejandro González Iñárritu – Regisseur und Ausnahmetalent

Alejandro González Iñárritu hat mit seinen Meisterwerken schon häufig für Aufsehen gesorgt - lange vor dem nun verliehenen Special Achievement Award bei den Oscars®. Als erster Regisseur aus Mexiko gelang es ihm nicht nur eine Oscar®-Nominierung für den besten Film zu ergattern, sondern den Preis anschließend auch mit nach Hause zu nehmen. Und das gleich zweimal hintereinander. Mittlerweile hat Alejandro González Iñárritu gleich vier Goldjungs bei sich zu Hause stehen: „The Revenant“ und „Birdman“ hießen seine beiden Glanzleistungen, mit denen er sich seinen Platz in Hollywood endgültig gesichert hat. Doch auch schon zuvor machte der Regisseur mit „Babel“, „21 Gramm“ sowie auch „Amores Perros“ eine große Fangemeinde auf sich aufmerksam.

"Carne y Arena" – VR-Film beeindruckt die Oscar®-Jury

Was genau ist eigentlich ein VR-Film und wie konnte es Alejandro González Iñárritu gelingen, die Kritiker in der Academy mit einem solchen Werk zu überzeugen? VR-Film bedeutet, dass dieser Streifen mit der sogenannten virtuellen Realität spielt, wie wir sie aus Videospielen kennen. Dafür zieht sich der Zuschauer eine Videobrille über, mit der die Szenerie des Films scheinbar real erlebbar wird. Auf diese Weise wird es möglich die Handlung als eine umfassende, eindringliche Sinneserfahrung zu durchleben und das Schicksal der Akteure beinahe ungefiltert wahrzunehmen. Das allein hätte vielleicht schon einen Special Achievement Award wert sein können.

Besonders intensiv wird das Erlebnis durch die Story, die Alejandro González Iñárritu gewählt hat: Mexikanische Flüchtlinge, die ihr Heimatland auf der Suche nach einer besseren Zukunft hinter sich lassen und den gefährlichen Weg in die USA antreten. Bei "Carne y Arena" handelt es sich entsprechend nicht um einen typischen Kinofilm, sondern vielmehr um ein Kunstprojekt, das zukünftig in verschiedenen Museen als Videoinstallation gezeigt werden wird.

Kritik am Special Achievement Award für Iñárritu

Alejandro González Iñárritu bekommt seinen Special Achievement Award dafür, dass er mit seinem Film „Carne y Arena“ auf der einen Seite ganz neue filmische Wege beschreitet und auf der anderen Seite ein brisantes und bereits seit vielen Jahren topaktuelles sowie hochemotionales Thema anspricht. Doch nicht alle Kritiker haben sich über die Auszeichnung Iñárritus gefreut. Für viele reduziert das Filmkonzept die Lebensrealitäten betroffener Mensch zu stark auf den Unterhaltungscharakter eines Videospiels. Davon mag man halten, was man will, eine außergewöhnliche Erfahrung ist Iñárritus Werk allemal und das scheint auch die Oscar®-Jury so zu sehen.

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