VornameMichael
NachnameHerbig
LandDeutschland
Alter50
Geburtstag29.04.1968
GeburtsortMünchen, Bayern
SternzeichenStier
Geschlechtmännlich
Haarfarbebraun

Biographie zu Michael "Bully" Herbig

Michael Herbig erblickt das Licht der Welt am 29. April 1968 in München. Seinen Spitznamen Bully erhält er schon in früher Kindheit von seinem Lehrer. Der ist nämlich froh um jede Möglichkeit, seine vielen Michaels in seiner Klasse irgendwie zu unterscheiden. Und als der kleine Michael Herbig als FC-Bayern-Fan mit dem Trikot seiner Lieblingsmannschaft aufläuft, die damals mit dem LKW-Hersteller Magirus-Deutz und dem Slogan „Die Bullen kommen“ werben, tauft ihn sein Lehrer kurzerhand Bully. Michael Herbig gefällt der Spitzname so gut, dass er ihn als festen Bestandteil seines Künstlernamens mit aufnahm.

Das Einzelkind wächst in München allein mit seiner Mutter auf, seinen Vater lernt er praktisch nicht kennen. Seine Kindheit beschreibt Michael Bully Herbig dennoch als glücklich. Mit Schule hat Bully aber nicht viel am Hut. Mit acht Jahren will er unbedingt Schauspieler werden. Zwei Jahre später sieht Bully Herbig seinen ersten Film des Regisseurs Alfred Hitchcock (Cocktail für eine Leiche, Die Vögel) und damit beschließt er für sich, dass ihm die Schauspielerei zu wenig ist, er will gleich Filmemacher werden und die Schule vorzeitig abbrechen. 

Er einigt sich schließlich mit seiner Mutter auf einen Kompromiss: kein Abitur, dafür aber Mittlere Reife und eine ordentliche Ausbildung. Bully geht auf den Deal ein und beginnt nach seiner Schulzeit eine Lehre als Fotograf, weil er sich mit diesem Beruf dem Film einen Schritt näher wähnt. Danach könne er sich ja immer noch an der Hochschule für Fernsehen und Film in München bewerben – denkt sich Bully Herbig. Die Rechnung macht er allerdings ohne Vater Staat, der ihn nach seiner Fotografen-Lehre erst mal zu seiner Grundausbildung in die Bundeswehr einzieht. Als er dann nach seiner Wehrpflicht einen neuerlichen Versuch bei der Filmhochschule startet, lassen die ihn eiskalt abblitzen – ein herber Rückschlag für den Filmemacher in spe.

Michael Herbig startet Karriere im Radio

Nach der gescheiterten Bewerbung bei der Filmhochschule gründet Michael Herbig mit einem Kumpel eine Firma für Ansagetexte auf Anrufbeantwortern. Der Verdienst bleibt bescheiden, dennoch lohnt sich der Ausflug in die Telekommunikations-Branche. Denn in München wird ein privater Radiosender auf Bully Herbig aufmerksam und engagiert den Spaßmacher. Von 1992 bis 1997 blödelt sich Michael Bully Herbig erst regional und dann national über den Äther. Besonders beliebt sind zu jener Zeit die brisanten Fälle der Bayern-Cops – rund zweiminütige Dialekt-Gags, bei denen Bully Herbig erstmals mit seinen beiden Freunden Christian Tramitz und Rick Kavanian zusammenspielt. Die Bayern-Cops bringen es insgesamt auf stattliche 800 Folgen und schaffen es sogar vom Radio ins Fernsehen – wenn auch nur auf dem Regionalsender München TV. Nebenbei dreht Bully Herbig außerdem einen rund 20 minütigen Filmsketch namens Easy Bully (1997; mit Christian Tramitz und Rick Kavanian). Der Sketch ist eigentlich nur für interne Zwecke gedacht, der Münchner Privatsender ProSieben bekommt ihn jedoch irgendwie trotzdem zu sehen und man ist dort so begeistert, dass man Bully und seinen beiden Freunden eine eigene Comedy-Show anbietet – die Geburtsstunde der Bullyparade.

Was heute im Nachhinein als Kultcomedy in den Köpfen der Fans verankert ist, startet 1997 fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Außerhalb Münchens kennt Michael Bully Herbig eben kaum einer, die Machart ist anfangs außerdem noch sehr rudimentär und zu allem Übel läuft die Bullyparade anfangs auch noch parallel zur Bundesliga-Berichterstattung. Doch mit steigender Anzahl der Staffeln reift das Konzept, Bully mutiert vom lispelnden Spaßvogel zu einem echten Comedian und seine beiden Sidekicks Christian Tramitz und Rick Kavanian etablieren sich zu vollwertigen Mitgliedern. Und als Comedy-Trio sind die Drei von der Bullyparade schließlich unschlagbar charmant und komisch zugleich.

Doppelter Bully Herbig und "Der Schuh des Manitu"

Im Jahre 2000 erfüllt sich Michael Bully Herbig erstmals seinen Kindheitstraum: er wird zu einem richtigen Filmemacher und übernimmt die Regie in der Schwörer-Komödie Erkan & Stefan (mir John Friedmann, Florian Simbeck und Alexandra Neldel). Die Kritiken sind zwar noch etwas zurückhaltend, Erkan & Stefan holen aber dennoch über 1,2 Millionen Zuschauer in die Kinos. 

Allerdings hätte Bully Herbig lieber einen ganz anderen Film gedreht, einen Western, wenn möglich an Originalschauplätzen in den USA. Doch lässt sich trotz 2- bis 3-jährigen Hausierens kein Verleih für sein Projekt finden. Erst dank seinem Regie-Debüt bei Erkan und Stefan wird der Produzent Bernd Eichinger auf das junge Talent aufmerksam und nach ein paar Winnetou und Old-Shatterhand-Sketchen aus der Bullyparade willigt Bernd Eichinger schließlich ein – es soll sein Schaden nicht sein...

Und so entsteht anno 2000 die bildgewaltige Karl-May-Persiflage Der Schuh des Manitu (2001; mit Sky du Mont, Marie Bäumer und Hilmi Sözer) mit seinen beiden Bullyparade-Partnern Christian Tramitz und Rick Kavanian. Neben der Regie und drei Rollen im Film übernimmt Michael Bully Herbig auch die Produktion und das Schreiben des Drehbuches. Gedreht wird zwar nicht in den USA, dafür aber in der Wüste von Almeria in Südspanien, wo einst der Meister der Italo-Western Sergio Leone solch Werke schuf wie Spiel mir das Lied vom Tod (1968; mit Henry Fonda, Charles Bronson und Claudia Cardinale) oder die so genannte Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood. Die Kritiker sehen in Der Schuh des Manitu eine technisch perfekte, aber schauspielerisch schlechte und unlustige Western-Parodie. Dem Publikum ist das allerdings völlig egal. Im TV ist zu jener Zeit die Bullyparade längst Kult und die Fans wollen ihre Helden endlich auf der großen Leinwand erleben. Am Ende sehen über 11,7 Millionen Zuschauer den Western und machen den Film (je nach geführter Statistik) zum erfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten. Im Guinness-Buch der Rekorde verweist man nämlich auf Otto – Der Film (1985; mit Otto Waalkes, Sky du Mont und Jessika Cardinahl) als erfolgreichsten Film, da er zusammen mit den Zuschauern der damaligen DDR auf 14 Millionen Zuschauer kommen soll.

Bully Herbig erobert den Weltraum mit "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1" 

Nach dem Erfolg von Der Schuh des Manitu muss sich Bully Herbig von nun an mit allem was er macht, an seinem Meisterstück messen lassen muss. Das beginnt bereits bei der Frage, was soll auf Der Schuh des Manitu folgen. Dieser Problematik entzieht sich der Münchner Filmemacher sehr geschickt, in dem er im Rahmen der Bullyparade einfach das Publikum abstimmen lässt. Und die Wahl fällt bekanntermaßen auf die Star Trek & Star Wars-Persiflage rund um Mr. Spuck, Käpt’n T. Kork und Schrotty mit dem Titel (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 (2004; mit Til Schweiger, Anja Kling und Sky du Mont). Auch mit dem (T)Raumschiff landet Bully Herbig einen absoluten Senkrechtstarter an den Kinokassen und zieht innerhalb von 18 Tagen über 6 Millionen Zuschauer in die Lichtspielhäuser – dies bedeutet einen neuen Rekord. Am Ende bleibt der Zuschauerzähler bei knapp 9,2 Millionen Zuschauer stehen, womit Bully Herbig mit (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 seinen Wahnsinnserfolg von Der Schuh des Manitu fast auf Augenhöhe wiederholen kann.

Nach (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 wird aus dem Komiker-Trio ein Duo. Die Akte von Die Bullyparade schließt sich bereits 2002, von 2004 bis 2006 sieht man Bully Herbig gemeinsam mit Rick Kavanian in der Sketch-Show Bully & Rick, während Christian Tramitz eigenen Projekten nachgeht, darunter zahlreiche Spielfilme, die eigene Sketch-Show Tramitz & Friends sowie später die Krimi-Reihe Hubert & Staller (seit 2011; mit Helmfried von Lüttichau, Michael Brandner und Annett Fleischer). Die Drei bleiben aber in Freundschaft miteinander verbunden und bereits in Bullys animierter Sissi-Parodie Lissi und der wilde Kaiser (2007) übernimmt Christian Tramitz wie gewohnt die Synchronrolle vom Kaiser Franz. Abseits dieser Sissi-Hommage spielt Bully Herbig mitunter in der Neuverfilmung des bayerischen Volksstücks Die Geschichte vom Brandner Kaspar (2008; mit Franz Xaver Kroetz, Lisa Maria Potthoff und Jörg Hube) den Boandlkramer – letztere Rolle beschert Bully Herbig einen Bambi.   

Michael Herbig auf großer Fahrt mit "Wickie und die starken Männer"

Im Jahre 2009 bringt Michael Herbig die kultige Zeichentrickserie Wickie und die starken Männer (mit Jonas Hämmerle, Günther Kaufmann und Christoph Maria Herbst) auf die Kinoleinwand. Für das Casting geht er dabei einen sehr ungewöhnlichen Weg: äußerst medienwirksam veranstaltet Bully Herbig beim Münchner Privatsender ProSieben eine sechsteilige Castingshow unter dem Titel Bully sucht die starken Männer. Finden will er dabei die sechs starken Wikinger, die Wicke bei seinen Abenteuern begleiten. Herbig selbst übernimmt bei dem ersten filmischen Wickie-Abenteuer die Regie, das Schreiben des Drehbuchs sowie eine kleine Nebenrolle als spanischer Depeschenschreiber Ramon Martinez Congaz. Mit über fünf Millionen Kinogängern wird Wickie und die starken Männer der erfolgreichste deutsche Film des Jahres 2009. Michael Herbig darf sich wieder einmal auf zahlreiche Preise freuen, unter anderem sein vierter Bambi und als Krönung eine gläserne Ehrenleinwand für 30 Millionen Zuschauer mit fünf Filmen innerhalb von zehn Jahren – dies gelang vor Michael Herbig noch niemanden.  

Nach so viel nationalem Ruhm wird sogar Hollywood auf den Münchner aufmerksam. Michael Herbig darf in der Star-besetzten Zauber-Varietee-Komödie Der unglaubliche Burt Wonderstone (2013; mit Steve Carell, Steve Buscemi und Jim Carrey) eine Nebenrolle als katzenliebender Magier bekleiden. Wieder daheim agiert Michael Herbig in seiner Romantik-Komödie Buddy (2013; mit Alexander Fehling und Mina Tander) als Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Titeldarsteller. 

Die Bullyparade kommt vom TV ins Kino  

Michael Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian haben sich noch einmal vereint, um zum 20sten Jubiläumsjahr der Bullyparade noch einmal einen gemeinsamen Film zu machen. In diesem Episodenfilm kommen noch einmal all die Lieblingsfiguren auf die Leinwand, welche die Fangemeinde lange Jahre so vermisste. Passender Weise heißt der Film auch Bullyparade – Der Film und kommt im Juli 2017 in die Kino.

Nach der Kino-Version von Die Bullyparade soll allerdings Schluss mit lustig sein. Michael Herbig will sich mehr als Filmemacher engagieren und als solcher auch mal Thriller drehen, die völlig frei von Slapstick und Komik sind. In Vorbereitung ist derzeit ein Film mit dem Titel Ballon über die Flucht der Familien Strelzyck und Wetzel aus der DDR in die BRD mit einem selbstgeflickten Heißluftballon. Der Flucht-Thriller wird im September 2018 in die Kinos kommen.

Übrigens hat sogar ein Michael Bully Herbig bei aller TV- und Kino-Präsenz ein Privatleben, allerdings hält er so gut es geht den Deckel drauf. Seit 2003 ist er mit seiner Frau Daniela verheiratet, die beiden wurden im Februar 2010 erstmals Eltern ihres Sohnes Ben. Mehr aus dem Privatleben der Herbigs muss der Bully-Fan auch nicht wissen.