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Body-Profiling: Was steckt hinter dem gefährlichen Trend?

Staffel 2021Episode 25409.11.2021 • 17:00

In Südkorea gibt es einen neuen Trend mit dem Hashtag "Body-Profiling". Auf den Bildern werden vermeintlich perfekte Körper gezeigt. Doch Ärzte und Psychologen schlagen Alarm. Wie gefährlich dieser neue Trend ist, erklären wir im Video.

Über Monate lang eine extrem strenge Diät halten, keinen Schluck Alkohol trinken, keine Süßigkeiten essen. Außerdem fast jeden Tag stundenlang im Fitness-Studio trainieren. Und das alles nur für ein Foto-Shooting, bei dem man seinen trainierten Körper zur Schau stellt und das Ergebnis auf Social Media teilt. Dieser Trend ist seit Neustem in Südkorea ausgebrochen und nennt sich „Body Profile“. Was dahinter steckt und welche gefährlichen Nebenwirkungen „Body Profile“ mit sich bringt, verraten wir hier.

Auf Social Media sind gerade unzählige Fotos mit dem Hashtag "Body Profile" zu sehen. Über zwei Millionen Bilder findet man allein auf Instagram. Darauf zu sehen: Menschen, die stolz ihren muskulösen Körper zeigen. Die meisten "Body Profile"-Teilnehmer kommen aus Südkorea. Vor allem in der Hauptstadt Seoul wird dieser Trend immer beliebter.

"Body Profiling": Was ist das?

Der Begriff "Body Profiling" bezeichnet einen Sporttrend, der ein bestimmtes Körperbild zum Ziel hat. Durch ein intensives Sport- und Ernährungsprogramm soll eine extreme Körperdefinition erreicht werden. Das Programm dauert durchschnittlich drei bis sechs Monate. In dieser Zeit verzichten die Teilnehmer im Rahmen einer strengen Diät vollständig oder zu weiten Teilen auf:

  • Kohlenhydrate
  • Alkohol
  • Süßigkeiten

Die Diät sieht hohe Mengen an Proteinen vor, außerdem muss man fast täglich zu Hause oder im Fitness-Studio trainieren. Am Ende des Programms wird ein professionelles Foto-Shooting gemacht, um das Ergebnis auf Bildern festzuhalten. Die „Body Profiler“ hängen sich ihre Bilder dann an die eigene Wand und teilen sie natürlich auf Social Media. Schließlich sollen auch alle andere sehen, dass man beim „Body-Profile-Trend“ mitgemacht und es diszipliniert durchgezogen hat.

Body Profile boomt in Südkorea 

Der Trend ist mittlerweile in Südkorea so weit verbreitet, dass immer mehr Menschen „Body Profiling” auf ihre Bucket List setzen und einmal im Leben mit einem perfekt durchtrainierten Körper glänzen wollen. Deshalb spezialisieren sich in Südkorea immer mehr Trainer, Fitnessstudios und Fotografen auf "Body Profile".

Doch wieso gerade in Südkorea? In dem ostasiatischen Staat herrscht ein großer Schönheitsdruck. Menschen mit makelloser Haut, großen Augen, kleiner Nase und einem spitzen Kinn gelten dort seit Jahren als das Schönheitsideal. Jetzt kommt der makellose und durchtrainierte Körper dazu, den viele in Südkorea mit Disziplin und Ehrgeiz gleichsetzen. Um so einen Körper zu bekommen, hungern und trainieren die Menschen beim „Body Profile“. Dass dieser Trend einige gefährliche Nebenwirkungen mit sich bringt, nehmen die meisten Teilnehmer in Kauf.

Essstörung durch "Body Profile" 

Das Risiko, beim „Body Profile“ in eine Essstörung zu rutschen, ist sehr hoch. Einige der Teilnehmer sind mit ihrer Diät so extrem, dass sie Essattacken bekommen und die Kontrolle verlieren. Dadurch können Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht entstehen. Auch nach der Teilnahme entwickeln viele eine ungesunde Beziehung zu Essen. Nach dem monatelangen Verzicht auf Fast Food, Süßigkeiten und Co. stopfen sich die Teilnehmer nach dem Programm oft wochenlang unkontrolliert fettiges Essen rein. Diese wiederkehrenden Essanfälle sind ein Hauptsymptom der Esstörung „Binge Eating”.

Da der Körper aber die vielen Kalorien nicht mehr gewohnt ist und der Stoffwechsel nach „Body Profiling” anders arbeitet, nehmen viele Menschen nach der Teilnahme schnell wieder an Gewicht zu. Sie sind frustriert, fühlen sich in ihrem Körper nicht wohl und starten erneut eine strenge Diät. Ein Teufelsreis beginnt! Zudem sind mittlerweile viele Teilnehmer dem „Body Profile” bereits so verfallen, dass es ihnen nicht reicht, nur einmal bei diesem Trend mitzumachen. Sie starten das Programm immer wieder und ignorieren alle Alarmzeichen des Körpers. Ärzte und Psychologen in Südkorea schlagen deshalb Alarm und warnen vor „Body Profiling“ und den gefährlichen Nebenwirkungen.

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