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Entschädigung für Passagiere: So bekommen Sie Geld bei Flugausfällen und Verspätungen

07.10.2021 • 15:37

Flugausfälle oder -verspätungen sind ein Ärgernis. Dennoch kann man - wie viele nicht wissen - einiges tun, um in solchen Situationen sein Geld zurückzubekommen. Hier greift nämlich die EU-Fluggastrechteverordnung.

Flugverspätung und Geld zurück: So kommt man an die Entschädigung

Seit Wochen freut man sich auf den Urlaub und dann der Schock am Flughafen! Der Flieger ist gestrichen oder hebt erst deutlich verspätet ab. Zur nervigen Warterei kommt nun meistens noch, dass man einer Entschädigung hinterherlaufen muss.

Dabei steht nach der EU-Fluggastrechteverordnung jedem Passagier ab einer Flugverspätung von mehr als drei Stunden eine Entschädigung zu. Nur zahlen diese die Fluggesellschaften oft erst auf Nachfrage. Es lohnt sich also dranzubleiben und auf seine Entschädigung zu bestehen.

Ab drei Stunden Flugverspätung: 250 - 600 Euro Entschädigung sind möglich

Die Höhe der Entschädigung reicht dabei von 250 bis 600 Euro und ist abhängig von der Flugstrecke.

Diese Entschädigungssummen können Reisende ab einer Verspätung von 3 Stunden je nach Flugstrecke von der Fluggesellschaft erwarten:

  • Bei einer Flugstrecke bis 1.500 Kilometern: 250 Euro.
    (Zum Beispiel: München - Athen)
  • Bei einer Flugstrecke von 1.500 bis 3.500 Kilometern: 400 Euro.
    (Zum Beispiel: München - Kairo)
  • Bei einer Flugstrecke über 3.500 Kilometern mit Start und Ziel außerhalb der EU: 600 Euro.
    (Zum Beispiel: New York - Rio de Janeiro)

Die Entschädigung ist auch fällig, wenn man den verspäteten Flug nicht antritt. Zum Beispiel, weil man sich in der Zwischenzeit für ein anderes Transportmittel beziehungsweise einen alternativen Flug entschieden hat.

Vor lauter Ärger vergessen, die Entschädigung einzufordern? Kein Problem, der Anspruch darauf verjährt erst nach drei Jahren.

Keine Erstattung bekommen? Unter diesen Umständen muss die Fluggesellschaft nichts zahlen

Bei "außergewöhnlichen Umständen" muss die Fluggesellschaft jedoch nicht zahlen. Dazu gehören:

  • Streiks
  • Unwetter
  • Vulkanasche oder andere Naturkatastrophen
  • Flugzeugschaden durch Vogelschlag
  • Terrorwarnungen oder andere Sicherheitsrisiken
  • Politische Instabilität in den Zielländern

Technische Defekte unterliegen dagegen der Verantwortung der Airline. Außerdem muss die Airline für die Verpflegung der Passagiere während der Wartezeit aufkommen und die Reisenden mit Snacks und Getränken beziehungsweise mit Gastro-Gutscheinen versorgen. Die Fluggesellschaft muss gegebenenfalls auch ein Hotelzimmer stellen. Zusätzlich muss der Passagier seinen Flug kostenlos umbuchen oder stornieren können.

Ist der verspätete oder annullierte Flug Teil einer Pauschalreise, so ist der Reiseveranstalter in der Verantwortung. 

Die Fluggesellschaft verweigert die Zahlung: Das kannst du tun

Viele Airlines verweigern zunächst die Zahlung einer Entschädigung. Wer fürchtet, alleine gegen einen großen Konzern machtlos zu sein, dem helfen inzwischen zahlreiche Online-Anbieter dabei, sein Recht hier geltend zu machen. Einige davon sind: Claimflights, Flightright, SOS-Flugverspätung, EUflight und Fairplane.

Wichtig: Die Dauer der Verspätung wird nicht an der Abflugzeit bemessen, sondern an der Ankunftszeit am Zielort. Schließlich kann die Airline die entstandene Verspätung während des Fluges noch um einige entscheidende Minuten minimieren.

Als Ankunftszeit gilt dabei nicht das Aufsetzen der Maschine auf dem Boden, sondern das Öffnen der ersten Flugzeugtür. Erst wenn in diesem Moment mehr als drei Stunden Verspätung vorliegen, muss die Airline eine Entschädigung zahlen.

Tipp für die Rückerstattung: Alle Nachweise der Verspätung aufheben

Es lohnt sich also die genaue Zeit zu notieren. Zusätzlich sollte man die Bordkarte, beziehungsweise das E-Ticket, die sechsstellige Flugnummer und die Buchungsbestätigung aufbewahren. Nützlich kann es auch sein, Screenshots von E-Mail- oder App-Benachrichtigungen mit der Dauer der Verspätung zu machen.

Die Erfolgschancen sind oft höher, wenn möglichst alle Belege vollständig sind und die Verspätung möglichst genau dokumentiert wurde.

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