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Zeitumstellung Winter 2021: Wann werden die Uhren umgestellt?

24.09.2021 • 09:42

Der Herbst bringt nicht nur kältere Temperaturen und buntes, herunterfallendes Laub mit sich, sondern auch die Zeitumstellung. Wie jedes Jahr muss man sich also fragen: Wann genau ist das der Fall?

Winterzeit 2021: Zeitumstellung von Sommerzeit Ende Oktober

  • Durch Einteilung in Sommer- und Winterzeit in Europa kommt es zweimal im Jahr zu einer Zeitumstellung. Auch im Herbst 2021 und im Frühjahr 2022 werden die Uhren vor- und zurückgestellt.
  • Winterzeit: Im Herbst 2021 werden die Uhren in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 31. Oktober 2021 von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt.
  • Sommerzeit: Die nächste Umstellung findet dann wieder im Frühjahr von Samstag auf Sonntag, den 27. März 2022 statt. Dann werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.

Der Herbst bringt alljährlich nicht nur kältere Temperaturen, sondern auch die Zeitumstellung mit sich. Und jedes Mal fragen wir uns wieder: Wann genau ist das nochmal? Muss ich die Uhr nun vor- oder zurückstellen? Und wie geht das nochmal bei der Uhr am Backofen?

Bei letzterem Problem können wir leider auch nicht helfen. Die gute Nachricht: Wenn es nicht klappt, geht sie in einem halben Jahr wieder richtig. Alle anderen Fragen klären wir aber gerne.

Umstellung auf Winterzeit: Wir bekommen eine Stunde geschenkt

Dieses Jahr wird die Uhr am Sonntag, den 31. Oktober um genau 3:00 Uhr auf die Winterzeit umgestellt. Das ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Um 3:00 Uhr früh am Sonntagmorgen werden die Uhren auf 2:00 Uhr zurückgestellt. Das heißt, wir bekommen eine Stunde geschenkt und dürfen eine Stunde länger schlafen.

Das bedeutet, dass es morgens eine Stunde früher hell ist. Im Umkehrschluss wird es natürlich nun aber am Abend auch eine Stunde früher dunkel. Wir müssen also meist schon am Nachmittag das Licht einschalten.

Du weißt nie, wie Du in welche Richtung die Zeiger gedreht werden? Zeitumstellung Winterzeit: So merkst Du dir, wie Du die Uhren umstellen musst.

Wie lange gibt es die Zeitumstellung? Seit 1980 Uhr drehen wir an der Uhr

Die Zeitumstellung war ursprünglich eine Idee der DDR. 1979 verkündete die SED ihren Bürgern im Frühjahr 1980 eine Stunde Schlaf zu rauben und damit aber Feierabend zu verlängern, da es länger hell sein würde. Geboren war die "Sommerzeit". 

Viele EU-Länder setzten zu dem Zeitpunkt schon auf die Sommerzeit, um Energie einzusparen. Nur West- und Ostdeutschland konnten sich zunächst nicht einigen. Bis 1979 die DDR mit ihrem Entschluss vorpreschte und die BRD zum Nachziehen zwang.

Millionen Kosten durch Zeitumstellung

Freilich kein kleines Unterfangen: Alleine die Deutsche Bahn musste alle ihre Fahrpläne neu drucken und dafür sorgen, dass sämtliche Bahnhofsuhren auf die Minute umgestellt wurden. Insgesamt kostete die Zeitumstellung am 6. April 1980 alleine Westdeutschland rund 50 Millionen D-Mark.

Aus vielen Berufsgruppen hagelte es nach Einführung der Zeitumstellung Kritik. Gewerkschaften fürchteten, dass ihre Angestellten durch den nun länger hellen Abend zu spät ins Bett kamen. Arbeitgeber mussten ihren Nachtschichtarbeitern eine Stunde mehr Lohn bezahlen. Lehrer fürchteten um potentielles Hitzefrei.

Kühe leiden unter Zeitumstellung besonders

Besonders hart traf es aber die Landwirte oder besser gesagt, ihre Kühe. Eine Stunde Zeitverschiebung beim Melken brachte die Tiere völlig durcheinander und sorgte bei einigen Milchkühen bestimmt für einen schmerzhaften Milchstau.

Auch andere Haus- und Nutztiere leiden heute noch unter einer Art Mini-Jetlag. So können auch Hunde bis zu einer Woche brauchen bis sie sich an die neue Zeit gewöhnt haben. Hilfreich kann es hier sein, die neue Gassigehen- und Fütterungszeit stufenweise anzupassen.

Zeitumstellung abschaffen? EU-Bürger fordern Ende Sommer- und Winterzeit

Schon nach der ersten Zeitumstellung wurde deutlich, dass die erhofften Vorteile für die Energiewirtschaft ausblieben. Doch auch nach 40 Jahren halten die Staaten bis heute daran fest. Dabei wird der Ruf nach einem Ende der Zeitumstellung gerade in den letzten Jahren immer lauter.

2018 befragte die EU-Kommission die Bürger und Bürgerinnen zu dem Thema. 4,6 Millionen Bürger nahmen an der öffentlichen Befragung teil und 84 Prozent stimmten dafür die Zeitumstellung zu beenden und das ganze Jahr über die Sommerzeit beizubehalten. Denn diese hat für viele nur einen Nachteil: Die meisten müssten im Winter dann im Dunklen zur Arbeit beziehungsweise zur Schule gehen.

Wird die Zeitumstellung abgeschafft? Alle Fakten zum letzten Stand der Befragung 2018 findest Du im Clip.

Keine Einigung im EU-Parlament in Sicht

Doch so eindeutig das Ergebnis, passiert ist seitdem nichts. Die 27 EU-Mitgliedsstaaten müssen sich zunächst einigen, ob und wann sie die Umstellung auf Sommer- und Winterzeit abschaffen wollen. Daran scheitert es bislang.

Das Vorhaben "Ende der Zeitumstellung" droht im Rat der Mitgliedsstaaten zu versanden. Ziel der Bundesregierung ist es, keine Inseln aus Sommer- und Winterzeit innerhalb der EU entstehen zu lassen. Es soll möglichst eine große, einheitliche Zeitzone in Mitteleuropa geben.

Die Coronapandemie hat im EU-Parlament die Frage nach der Zeitumstellung in ihrer Dringlichkeit weit nach hinten rücken lassen. Eine Einigung scheint zurzeit in weiter Ferne.

Hilfreiche Merksprüche zur Zeitumstellung

Da wir voraussichtlich noch eine Weile mit den halbjährlichen Zeitumstellungen leben müssen, hier ein paar nützliche Merksprüche:

"Immer zum Sommer hin." Das heißt im Frühjahr eine Stunde vor, im Herbst eine Stunde zurück. 

"Mit der Zeitumstellung ist es wie mit der Temperatur." Im Sommer plus, im Winter Minus.

"Mach es wie mit den Gartenmöbeln." Im Sommer stellst du sie vor die Tür, im Herbst stellst du sie zurück in den Schuppen.