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Bei akuter Bedrohung, wähle die 110! Die Polizei wird alles Erforderliche tun, um dich zu schützen.

Wie sollte man sich bei Verdacht auf Stalking verhalten?

  • Dem Stalker oder der Stalkerin unmissverständlich klarmachen, dass der Kontakt nicht erwünscht ist. Dann bei der Abgrenzung selbst konsequent bleiben und jeden Kontakt vermeiden, auch wenn es sich um den Ex-Partner oder die Ex-Partnerin handelt.
  • Keine "klärenden" Gespräche führen – das sendet dem Stalker oder der Stalkerin falsche Signale. Wenn Kontakt notwendig ist, dann nur über Dritte (z.B. Scheidungsanwalt) verhandeln.
  • Das Umfeld informieren. Wenn Familie, Freund:innen, Kolleg:innen und Nachbar:innen Bescheid wissen, hat der Stalker oder die Stalkerin kein so leichtes Spiel mehr.
  • Wenn Null-Kontakt nicht möglich ist, etwa wegen gemeinsamer Kinder: klare, eng gesteckte Grenzen setzen und bei notwendigen Treffen informierte Zeugen dabeihaben, z.B. Freund:innen oder Mitarbeiter:innen des Jugendamtes.

Im Clip: Wie kann man sich gegen Stalker wehren?

Beweise sichern und Kontakt vermeiden

  • Foto- und Tonaufnahmen des Stalkings und der Drohungen machen. Jeden Kontaktversuch, Übergriff, Mails oder Sprachnachrichten etc. dokumentieren, um Beweise zu haben. Zum Beispiel mit Hilfe der Stalking Tagebuch-App "No Stalk" der Opferschutz-Initiative "Weißer Ring". Mehr Infos dazu findest du hier: https://nostalk.de/  
  • Sich "unsichtbar" machen, rät der Psychologe Jens Hoffmann, indem man die Telefonnummern wechselt oder sich ein zweites Handy besorgt. Das Handy, das der Stalker oder die Stalkerin belagert, nur einmal am Tag abhören.
  • Alte E-Mail-Accounts löschen, den Stalker oder die Stalkerin auf Social Media blockieren und nur Anfragen von Menschen annehmen, die man wirklich kennt.
  • Geschenke des Stalkers oder der Stalkerin nicht zurücksenden (das deutet er nämlich als Kontaktaufnahme), sondern als Beweise aufbewahren.
  • Persönliche Daten nicht in den Hausmüll werfen. Unterlagen mit persönlichen Daten (z.B. Briefe) vor Zugriff schützen.

Hilfseinrichtungen aufzusuchen

  • Hilfe bei einer Opferschutz-Einrichtung/Stalking-Beratungsstelle suchen.
  • Frühzeitig Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Beim Amtsgericht eine "Einstweilige Verfügung/Schutzanordnung" nach dem Gewaltschutzgesetz beantragen.
  • Das Trauma verarbeiten, wenn nötig, mit professioneller Hilfe.

Beratungsstellen und Hilfsangebote

Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" bietet eine kostenlose anonyme Erstberatung in deutsch und 17 weiteren Sprachen, rund um die Uhr.
>> Telefon 08000 116 016 

Auf der Website des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland finden betroffene Frauen Hilfsangebote vor Ort. 
>> https://www.frauen-gegen-gewalt.de/ 

Der Verein "Weißer Ring" hilft Opfern von Kriminalität und Gewalt. Telefon: 116 006
>> https://weisser-ring.de/ 

Die Beratungsstelle "Stop Stalking" in Berlin ist Anlaufstelle für Opfer und Täter
>> www.stop-stalking-berlin.de

Bei Cyberstalking helfen z. B. die Beratungsstelle "Hate Aid"
>> https://hateaid.org
oder das Anti-Stalking-Projekt
>> https://www.anti-stalking-projekt.de/