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In einem Kurzbeitrag auf der Social-Media-Plattform Twitter wird der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD) von einem Nutzer im Frühsommer 2021 als "Pimmel" tituliert.

Grund für die Beleidigung: Grote musste nach einer privaten Party, bei der die geltenden Coronaauflagen missachtet wurden, zwar ein Bußgeld in Höhe von 1.000 Euro zahlen, konnte jedoch im Amt bleiben. Als einige Zeit später dann Partys Schlagzeilen machten, die den Coronaregeln widersprachen, twitterte der Politiker deutlich dagegen an: "Was für eine dämliche Aktion!", schrieb er auf seinem Account.

Die Doppelmoral hinter der Aussage erzürnt den Twitter-Nutzer @Pauli_Zoo offensichtlich so sehr, dass dieser verbal ausholt: "Du bist so 1 Pimmel.", twittert er an den Innensenator gerichtet.

Auf den "Pimmel" folgt die Durchsuchung

Drei Monate später berichtet @Pauli_Zoo ebenfalls auf Twitter von einer Hausdurchsuchung am frühen Morgen. Beamtinnen und Beamte hätten das Gerät gesucht, auf dem der Beleidigungs-Tweet verfasst worden war. Und das, obwohl der Nutzer nach einer Vorladung durch die Polizei bereits zugegeben habe, der Inhaber des Accounts zu sein.

Wie Medien berichten, hatte ein Polizist Strafanzeige erstattet, woraufhin Grote einen Strafantrag stellte. In einem Interview rechtfertigt sich der Senator, er könne keine Sonderbehandlung seiner Person feststellen, Durchsuchungen seien bei Beleidigungen durchaus üblich.

Hashtag #Pimmelgate verbreitet sich

Im Zuge der Diskussion um die Recht- und Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung findet das Thema hohen Anklang auf Twitter. Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer äußern sich zu den Vorgängen. Der Hashtag #Pimmelgate findet Verbreitung und beflügelt die Kreativität vieler Userinnen und User.

Vom Meme in die echte Welt

Auch in der echten Welt hinterlässt "Pimmelgate" seine Spuren: Eine Plakatwand an der Hamburger Roten Flora wird von Unbekannten mit dem Spruch "Andy, du bist so 1 Pimmel." versehen. Mehrfach übermalt die Polizei die Schmiererei, die kurze Zeit später immer wieder auftaucht.

Auch Sticker mit dem Spruch finden sich zahlreich im Stadtgebiet. Die Polizei wird zum Abkratzdienst für die unliebsamen Aufkleber.