Internationaler Weltfrauentag am 8. März

Der 8. März ist in Deutschland und auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. Denn zum Weltfrauentag, oder auch internationalen Frauentag, werden die Errungenschaften gefeiert, die Frauenbewegungen in der Geschichte erlangten, um die Rechte und Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft zu sichern.

Seit 1911 – also seit 110 Jahren – wird der Frauentag gefeiert. Der erste internationale Frauentag fand damals ursprünglich am 19. März statt. Doch warum dann gerade der 8. März als Datum festgelegt wurde, ist nicht mehr genau nachvollziehbar. Es gibt zwar mehrere Erklärungen dafür, sie sind aber umstritten.

Was bedeutet der Weltfrauentag?

Der Weltfrauentag dient auch dazu, um auf Missstände aufmerksam zu machen, die Frauen in der Gesellschaft erleben. Organisationen, Parteien, Verbände sowie andere Gruppen richten zu diesem Zweck an diesem Datum verschiedene Veranstaltungen aus oder starten besondere Kampagnen.

Themen, auf die dabei aufmerksam gemacht werden, sind unter anderem:

  • Gewalt an Frauen
  • Zwangsprostitution
  • Die Situation für Migrantinnen
  • Frauenhandel
  • Chancengleichheit
  • Gleicher Lohn
  • Gleiche Aufstiegschancen

Das Ziel ist es, Probleme und Missstände sichtbar zu machen, um Lösungen zu finden und Verbesserungen herbeizuführen. Damit Frauen in Deutschland und überall auf der Welt ohne Angst und Gewalt mit den gleichen Chancen und Perspektiven leben können, wie Männer es tun.

Auf fehlende Gleichberechtigung aufmerksam machen

Verbände und Unternehmen nutzen den Weltfrauentag, um auf ihre Kampagnen aufmerksam zu machen, die die Gleichberechtigung unter Frauen und Männern stärken und vorantreiben soll. In sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter oder Facebook verbreiten sich besondere Hashtags und Posts zu geplanten Aktionen.

Eine dieser Kampagnen ist "Wir werden #GenerationEquality" des Senders sixx und der Organisation UN Women. Die Aktion will bewirken, dass die Gleichstellung von Frauen mehr Beachtung findet und weiter vorangetrieben wird. "Unser Wunsch ist es, dass Gleichberechtigung keine Zukunftsvision bleibt, sondern eine Selbstverständlichkeit wird", so sixx-Senderchefin Ellen Koch.

Geschichte und Ursprung: Der erste Weltfrauentag vor über 100 Jahren

Der erste Frauentag wurde am 19. März 1911 gefeiert. Damals jedoch nur in Deutschland, Österreich-Ungarn, der Schweiz und Dänemark. Die Teilnehmerinnen forderten, dass es ein Recht für Frauen geben soll, an geheimen, freien und gleichen Wahlen teilnehmen zu dürfen. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (1857 – 1933) ist die Ideengeberin. Sie schlug auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 vor, einen internationalen Frauentag einzuführen und kämpfte auch in den folgenden Jahren darum, den Tag jährlich zu wiederholen. Anfangs variierte das Datum für den Tag noch.

Frauenrechte = Menschenrechte

Die Menschenrechte umfassen verschiedene Punkte, die jedem Menschen zustehen und ein freies und selbstbestimmtes Leben sichern sollen. Beispiele sind das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das Recht auf Leben, Meinungsfreiheit oder Berufsfreiheit. Für einige dieser Rechte mussten Frauen jedoch lange kämpfen.

So wurde zum Beispiel in Deutschland erst 1957 eingeführt, dass Frauen ein eigenes Bankkonto eröffnen und führen dürfen. Erst 1977 erhielten sie Entscheidungsfreiheit über ihre Erwerbstätigkeit und erst im Jahr 1997 wurde gesetzlich entschieden, dass die Vergewaltigung in der Ehe nicht straffrei bleiben soll.

Frauenwahlrecht

Heutzutage kennen wir es nicht anders: Frauen dürfen genauso wie Männer frei, geheim und gleich an Wahlen teilnehmen. Doch erst am 30. November 1918 erhielten deutsche Bürgerinnen dieses Recht. 1919 war daher ein historisches Jahr in der Geschichte Deutschlands. Bei der ersten Wahl, an der auch Frauen teilnehmen durften, gaben über 80 Prozent der Wählerinnen ihre Stimme ab.

Veraltete Rollenbilder

Die Frau im Haushalt bei den Kindern, der Mann in der Arbeit beim Geldverdienen – das sind veraltete Rollenbilder. Doch noch heutzutage übernehmen Frauen den Löwenanteil bei der Betreuung der Kinder oder anderer unbezahlter Pflegearbeiten. Dadurch haben sie häufig schlechtere Chancen im Beruf und verdienen oftmals weniger als männliche Kollegen.

Dennoch sind die klassischen Rollenbilder, Familien und die Vorstellungen, die wir von einem Geschlecht haben, im Wandel. Heutzutage fordern sowohl Frauen als auch Männer in der Gesellschaft und in sozialen Medien, dass die typischen Bilder aufgebrochen und neu definiert werden, damit Familien sich individuell entfalten können und Frauen sowie auch nicht-binäre Personen Anerkennung finden.

Gleichstellung Frauen & Männer

Vor allem in der Arbeitswelt gibt es Nachholbedarf, was die Gleichstellung von Frauen und Männern im Beruf betrifft. Der Gehaltsunterschied lag 2019 laut des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Jugendliche und Frauen bei 20 Prozent. Das ist nicht nur in Deutschland ein Problem, überall in Europa liegt die Lücke bei 19 Prozent.

Weibliche Angestellte verdienen im Schnitt trotz gleicher Qualifikation rund 6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Damit diese Lücken geschlossen werden, brachte die Politik einige erste Schritte auf den Weg:

  • Ausbau von Kinderbetreuung und Elterngeld
  • Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen
  • Entgelttransparenzgesetz

Organisationen im Überblick

In Deutschland und weltweit gibt es Organisationen, Verbände und Gruppen, die sich um die Gleichstellung von Frauen bemühen. Hier findest du einen Überblick über einige Netzwerke:

Gesetzlicher Feiertag in Berlin

Im Großteil Deutschlands ist der internationale Frauentag kein gesetzlicher Feiertag. Anders sieht es da in Berlin aus. 2019 beschloss das Bundesland, dass der Weltfrauentag als Feiertag begangen werden soll. Auch in anderen Ländern auf der Welt ist das so, zum Beispiel in Angola, Aserbaidschan, China, Eritrea, Georgien, Kambodscha, Madagaskar, Nepal, Russland, Uganda oder der Ukraine.

Der Weltfrauentag 2021

In der Vergangenheit gab es in Berlin und anderen Städten verschiedene Veranstaltungen und Demonstrationen, um auf Probleme aufmerksam zu machen, denen Frauen ausgesetzt sind, oder um wichtige Vorreiterinnen aus der Geschichte oder verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen zu ehren.

Das Motto in diesem Jahr ist "Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world" (auf Deutsch bedeutet das etwa: Frauen in der Führungsrolle: Das Erreichen von gleichen Zukunftschancen trotz einer Welt im Griff von COVID-19).

Wegen Corona ist es am 8. März 2021 zwar nicht möglich, in Berlin oder an anderen Orten eine große Versammlung abzuhalten, aber es gibt online verschiedene Angebote, Events, Live-Streams und Veranstaltungen zum Weltfrauentag.