Internationaler Frauentag 2018

Weltfrauentag

Jedes Jahr am 8. März findet er statt: der Weltfrauentag! Doch was steckt eigentlich dahinter? Wir verraten dir die Hintergründe zu diesem historischen Datum.

Internationaler Frauentag
© Getty Images

Was heute für uns als selbstverständlich gilt, war noch vor einigen Jahrzehnten kaum denkbar – zumindest für Frauen. Während damals noch die Zustimmung des Ehemanns gebraucht wurde, damit eine Frau überhaupt arbeiten durfte, ist es heute ganz normal, wenn man einem Job nachgeht und eigenes Geld verdient, über das Frau auch bestimmen darf. Und das mittlerweile sogar in Führungspositionen mit wichtigen Funktionen. Werfen wir nur mal einen Blick auf unsere Kanzlerin. Doch leider war es nicht immer so und es brauchte viele starke Frauen, um die Früchte ihrer Arbeit heute ernten zu dürfen.

Weltfrauentag: Wie alles begann

Der Ursprung des uns bekannten Weltfrauentags entstand zur Zeit des ersten Weltkriegs, als sozialistische Organisationen anfingen, für die Gleichberechtigung von Frauen und deren Wahlrecht zu kämpfen. Daher wird dieser Tag auch „Internationaler Frauenkampftag“ genannt. Wie so oft waren die USA in dieser Sache mal wieder die Vorreiter: Dort wurde bereits 1908 ein Nationales Frauenkomitee gegründet, um einen nationalen Kampftag für das Stimmrecht der Frau einzuführen. Somit fand dann bald der weltweit erste Frauentag am 28. Februar 1909 statt. Er war so erfolgreich, dass diese fixe Idee von Frauenrechtlern weite Kreise zog und schließlich auch Europa erreichte. In einigen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, fand der erste Weltfrauentag am 19. März 1911 statt. Das Datum wurde ganz bewusst gewählt, denn der Vortag, der 18. März, war ein Gedenktag für die Gefallenen der Märzrevolution im Jahr 1848.

Internationaler Frauentag: Wofür es sich zu kämpfen lohnt

Das wichtigste Thema der damaligen Zeit war ein freies und geheimes Wahlrecht für Frauen. Ganz besondere Befürworter und Unterstützer waren die Sozialdemokraten, die in wahlberechtigten Frauen viele neue Anhänger, Wähler und Parteimitglieder sahen. Und sie sollten Recht behalten. Finnland war übrigens das erste Land, in dem sich das weibliche Geschlecht an den Wahlen beteiligen durfte. Ein weiterer Punkt war und ist immer noch die Gleichberechtigung gegenüber dem männlichen Geschlecht. Auch Gewalt gegen Frauen stand ganz oben auf der Liste und die weiblichen Superhelden der damaligen Zeit gingen auf die Straße, um ihre Forderungen durchzusetzen. Hätte es sie nicht gegeben, dürften Frauen heute noch immer kein eigenes Bankkonto ohne Zustimmung des Ehemannes eröffnen. Auch Vergewaltigung in der Ehe gilt erst seit 1997 als Straftat.

Weltfrauentag: Frauen, die die Welt veränderten

Neben der Teilnahme an den Wahlen hat die Frau von heute den Kämpferinnen von damals noch viele weitere Erfolge zu verdanken. So war es beispielsweise undenkbar, als Frau ins All zu fliegen. Dank Walentina Tereschkowa, die 1963 als erste sowjetische Kosmonautin in den Weltraum flog, ist dies heute nahezu Normalität und einige weitere Astronautinnen sind ihr bereits gefolgt. Leider gibt es auch immer noch Länder, in denen Frauen unterdrückt werden und das nicht unbedingt gewaltfrei. Eine wahre Pionierin, die dagegen ankämpft, ist Malala Yousafzai. Die jüngste Nobelpreisträgerin aus Pakistan ist mittlerweile fast jedem ein Begriff und wurde in ihrer Heimat selbst Opfer eines Anschlags aufgrund ihres öffentlichen Blog-Tagebuchs für den britischen TV-Sender BBC. Doch wie durch ein Wunder überlebte sie und kämpft heute von Großbritannien aus weiter für die Rechte unterdrückter Frauen und Mädchen.

Internationaler Frauentag: Frauen in der Forschung

Warum nur Windeln wechseln, wenn die Wissenschaft doch so vieles zu bieten hat? Marie Curie hat in diesem Bereich eine absolute Vorbildfunktion für Mädchen und Frauen. Die polnische Physikerin und Chemikerin forschte zusammen mit ihrem Ehemann und entdeckte die Elemente Polonium und Radium. Öffentlich kämpfte sie für die Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten und machte damit den Weg frei für eine Generation weiblicher Forscher und Wissenschaftler.

Viel haben die Vorreiterinnen schon erreicht, aber eine echte Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gibt es noch nicht. Umso wichtiger, sich für Frauenrechte einzusetzen und auf Missstände aufmerksam zu machen. Aktuellstes Beispiel: Die #metoo-Bewegung. Nur so entwickelt sich die Gesellschaft weiter – und wird besser!

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