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Lange Schnauze, nix dahinter? Was du noch nicht über den Ameisenbären wusstest

  • Veröffentlicht: 07.09.2021
  • 08:45 Uhr
  • Anna Kaltenhauser

Ameisenbären sind keine echten Bären, aber beeindrucken mit langen Schnauzen. Warum sie keine Zähne brauchen, was sie fressen und wo sie leben - erfahre mehr über die Tiere im Steckbrief. Außerdem: Eine Ameisenbär-Forscherin verrät, warum die Straße der größte Feind der Einzelgänger ist.

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Hat der Ameisenbär eigentlich Zähne? 6 verblüffende Fakten über die Tiere

👃 Der Ameisenbär erschnüffelt mit seiner langen Nase zielsicher Nahrung. Er riecht 40 Mal besser als ein Mensch. Allerdings sieht und hört der Ameisenbär schlecht.

👅 Seine bis zu 60 Zentimeter lange Zunge ist mit klebrigem Speichel bedeckt. Er seilt sie in Ameisennester und Termitenhügel ab. Seine Beute bleibt an der Zunge haften.

🦷 Lange Schnauze, aber nichts dahinter: Ameisenbären besitzen so wie auch Pangoline keine Zähne. Sie schlucken ihre Beute ungekaut.

🐜 Täglich verzehrt das Säugetier circa 30.000 Ameisen, das sind 180 Gramm. Zum Vergleich: Ein Päckchen Butter wiegt 250 Gramm. Um die Tiere zu verdauen, nutzt der Ameisenbär die Ameisensäure seiner Beute. Er ernährt sich ausschließlich von Ameisen und Termiten.

🌰 Der Ameisenbär ist nicht sehr schlau und kann sich nur auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren. Sein Gehirn ist ungefähr nur so groß wie eine Walnuss.

🛌 Wenn der Ameisenbär schläft, deckt er sich mit seinem langen und buschigen Schwanz zu. Er ruht bis zu 15 Stunden täglich.

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Das Wichtigste zum Thema Ameisenbären

  • Gürtel- und Faultiere sind mit Ameisenbären verwandt: Alle 3 Arten gehören zur Ordnung der Nebengelenktiere. Das heißt: Sie besitzen ein extra Gelenk in der Wirbelsäule. Ameisenbären können sich damit auf die Hinterbeine stellen, um sich zu verteidigen.

  • Ameisenbären leben in Süd- und Mittelamerika. Allerdings sind sie in Uruguay und Argentinien bereits ausgestorben. Aktuell werden in Argentinien Tiere wieder angesiedelt.

  • Seit über 57 Millionen Jahren gibt es den Ameisenbären. Ähnlich wie beim Schnabeltier oder der Harpyie gibt es allerdings auch vom Ameisenbär nur noch wenige Tiere. Er steht auf der roten Liste der gefährdeten Tiere.

Guck mal, wie süß die sind! Familie Ameisenbär in Action

Dürfen wir vorstellen? Das ist ein Verwandter des Großen Ameisenbären: Der Zwergameisenbär passt in eine Hand, ist nur so groß wie ein Eichhörnchen und lebt ausschließlich auf Bäumen.
Dürfen wir vorstellen? Das ist ein Verwandter des Großen Ameisenbären: Der Zwergameisenbär passt in eine Hand, ist nur so groß wie ein Eichhörnchen und lebt ausschließlich auf Bäumen.© picture alliance/ dpa, Ernesto Arias
Und noch ein Familienmitglied: der Tamandua. Er wird auch kleiner Ameisenbär genannt. Das Tier ist dank seines kräftigen Greifschwanzes ein ausgezeichneter Kletterer und lebt auch auf Bäumen.
Und noch ein Familienmitglied: der Tamandua. Er wird auch kleiner Ameisenbär genannt. Das Tier ist dank seines kräftigen Greifschwanzes ein ausgezeichneter Kletterer und lebt auch auf Bäumen.© Getty Images
Der Große Ameisenbär sucht seine Nahrung auf dem Boden. Hat er einen Termitenhügel erschnüffelt, bricht er mit seinen drei langen und äußerst scharfen Krallen das Nest auf.
Der Große Ameisenbär sucht seine Nahrung auf dem Boden. Hat er einen Termitenhügel erschnüffelt, bricht er mit seinen drei langen und äußerst scharfen Krallen das Nest auf.© Getty Images
Der Ameisenbär seilt seine Zunge in die Termitengänge ab und zieht sie inklusive Beute wieder heraus. Diesen Vorgang kann er übrigens bis zu 160 Mal in der Minute wiederholen.
Der Ameisenbär seilt seine Zunge in die Termitengänge ab und zieht sie inklusive Beute wieder heraus. Diesen Vorgang kann er übrigens bis zu 160 Mal in der Minute wiederholen. © Getty Images
Der Nachwuchs des Großen Ameisenbären bleibt bis zu neun Monate auf dem Rücken seiner Mutter und klettert nur zum Trinken runter. Die Ameisenbärin legt während des Säugens ihren Schwanz über das Junge, um es zu schützen.
Der Nachwuchs des Großen Ameisenbären bleibt bis zu neun Monate auf dem Rücken seiner Mutter und klettert nur zum Trinken runter. Die Ameisenbärin legt während des Säugens ihren Schwanz über das Junge, um es zu schützen.© Getty Images
Die Fellzeichnung des Großen Ameisenbären, sichtbar als schwarze Flagge, wird zur perfekten Tarnung für das Baby. Übrigens: Jedes Tier ist individuell gezeichnet.
Die Fellzeichnung des Großen Ameisenbären, sichtbar als schwarze Flagge, wird zur perfekten Tarnung für das Baby. Übrigens: Jedes Tier ist individuell gezeichnet.© Getty Images
Dürfen wir vorstellen? Das ist ein Verwandter des Großen Ameisenbären: Der Zwergameisenbär passt in eine Hand, ist nur so groß wie ein Eichhörnchen und lebt ausschließlich auf Bäumen.
Und noch ein Familienmitglied: der Tamandua. Er wird auch kleiner Ameisenbär genannt. Das Tier ist dank seines kräftigen Greifschwanzes ein ausgezeichneter Kletterer und lebt auch auf Bäumen.
Der Große Ameisenbär sucht seine Nahrung auf dem Boden. Hat er einen Termitenhügel erschnüffelt, bricht er mit seinen drei langen und äußerst scharfen Krallen das Nest auf.
Der Ameisenbär seilt seine Zunge in die Termitengänge ab und zieht sie inklusive Beute wieder heraus. Diesen Vorgang kann er übrigens bis zu 160 Mal in der Minute wiederholen.
Der Nachwuchs des Großen Ameisenbären bleibt bis zu neun Monate auf dem Rücken seiner Mutter und klettert nur zum Trinken runter. Die Ameisenbärin legt während des Säugens ihren Schwanz über das Junge, um es zu schützen.
Die Fellzeichnung des Großen Ameisenbären, sichtbar als schwarze Flagge, wird zur perfekten Tarnung für das Baby. Übrigens: Jedes Tier ist individuell gezeichnet.
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Das macht eine Ameisenbär-Forscherin

Lydia Möcklinghoff ist Tropen-Ökologin und erforscht als einzige Deutsche seit über 10 Jahren den Ameisenbären in einer Langzeitstudie.

Dafür verbringt sie die meiste Zeit im Pantanal, einem Sumpfgebiet im Westen Brasiliens. Auf Instagram findest du Bilder vom tierischen Leben im Pantanal.

Außerdem ist Lydia Möcklinghoff Science-Slammerin und Buchautorin, unter anderem hat sie "Die Supernasen: Wie Artenschützer Ameisenbär & Co. vor dem Aussterben bewahren" geschrieben.

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Tierforscherin Lydia Möcklinghoff im Interview

Hat der Ameisenbär Feinde?

💬 Der Ameisenbär schmeckt wohl ganz furchtbar. Darum jagen ihn auch kaum andere Tiere oder Menschen. Sein größter Feind ist die Straße: Ameisenbären sind kurzsichtig und hören nicht gut. Wenn doch, bleiben sie wie angewurzelt stehen und werden überfahren! Durch Klimawandel, Abholzung und den Einsatz von Pestiziden verlieren die Tiere auch nach und nach ihren Lebensraum.

Warum hat es Ihnen der große Ameisenbär angetan?

💬 Er ist ein charismatisches Tier, über das man noch fast nichts weiß. Doch ohne Forschung kann man keine geeigneten Schutzkonzepte für ihn generieren.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

💬 Ich fahre mit dem Jeep raus und suche Ameisenbären. Durch sogenannte Direkt-Beobachtung finde ich heraus, wie alt die Tiere in freier Wildbahn werden, wie oft Weibchen ein Baby tragen, wie groß ihre Streifgebiete sind und wie sie sich sozial organisieren.

Was ist aktuell besonders spannend?

💬 Ich konnte beobachten, dass Ameisenbären Kratzbäume benutzen. Sie klettern hoch, zerkratzen die Rinde der Bäume und reiben ihre Duftdrüsen daran. Es scheint Teil ihres Kommunikationssystems zu sein.

Haben Sie einen Lieblings-Ameisenbären?

💬 Es gibt eine Ameisenbärendame, die etwas antiautoritär ist. Normalerweise tragen Weibchen ihre Babys fast durchgehend auf dem Rücken. Diese Ameisenbärin lässt ihren Nachwuchs absteigen und nebenherlaufen - oder versteckt ihn auch mal im Gebüsch und zieht alleine los. Das ist ungewöhnlich. Aber es zeigt, dass es Charaktertiere sind. Und es wirft Fragen auf: Gibt es dieses Verhalten vielleicht viel öfter - oder hat die Ameisenbärin Rückenprobleme? Das ist nicht leicht zu beantworten. Deshalb ist Forschung so wichtig.

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Die ungewöhnlichsten Jobs, um bedrohte Tiere zu schützen

Ob im Flugzeug sitzen und wie ein Vogel krächzen oder unterwegs sein als menschlicher Panda: Um bedrohte Tierarten zu schützen und für deren Fortbestand zu sorgen, scheuen diese Menschen keine Mühe.

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