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Aspartam: Ist der künstliche Süßstoff wirklich krebserregend?

  • Veröffentlicht: 15.07.2023
  • 10:33 Uhr
  • Teresa Bergt

Der Süßstoff Aspartam ist eine beliebte Zucker-Alternative. Er befindet sich insbesondere in Lebensmitteln, die als „light“ oder „zuckerfrei“ vermarktet werden. Aktuell steht das kalorienarme Pulver aber immer wieder in der Kritik. Laut WHO ist Aspartam sogar "möglicherweise krebserregend". Welche Auswirkungen Aspartam auf den menschlichen Körper hat, kannst du hier nachlesen.

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Was genau ist Aspartam?

  • Aspartam ist ein weißes, geruchsloses Pulver und wird in Europa als Süßungsmittel in Lebensmitteln wie Softgetränken, Süßwaren und Ähnlichem eingesetzt.

  • Im Vergleich zu Zucker ist Aspartam rund 200 mal süßer. Man kann also eine deutlich geringere Menge verwenden und bekommt den gleichen Süßungseffekt. Deshalb gilt Aspartam als die kalorienärmere Variante.

  • Es gibt allerdings immer wieder Kritik am künstlichen Süßstoff Aspartam. So hat die “internationale Agentur für Krebsforschung” (IARC), ein Gremium der WHO, erst kürzlich Aspartam als „möglicherweise krebserregend eingestuft.

  • Laut der EU-Lebensmittelbehörde ESFA und der WHO gilt ein Konsum in Maßen allerdings als unbedenklich. Sie empfehlen maximal 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

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Wo steckt Aspartam drin?

Das Süßungsmittel Aspartam wurde 1965 von einem Chemiker der Searle Company in Chicago entdeckt. Mittlerweile befindet sich der Süßstoff in über 9.000 Produkten und über 90 Ländern.

Meist sind die Produkte mit Begriffen wie "Light" oder "Zuckerfrei" gekennzeichnet. In den Inhaltsstoffen ist Aspartam unter dem Kürzel E 951 aufgeführt.

Während Aspartam am häufigsten in Light-Softgetränken vorkommt, gibt es den Süßstoff auch in zuckerfreien Kaugummis, Fertiggerichten, Backwaren und Milchprodukten.

Wie schädlich ist Aspartam für den Körper?

Ob Aspartam schädlich für Menschen ist, wird schon seit Jahren diskutiert und immer wieder in Studien untersucht. So gibt es Untersuchungen, die nahelegen, dass sich künstliche Süßstoffe negativ auf die Darmflora auswirken. Auch andere mögliche Nebenwirkungen wurden berichtet, konnten aber bisher nicht eindeutig bewiesen werden.

Wirklich gefährlich ist Aspartam bekanntermaßen für Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie, kurz PKU, da der Süßstoff Phenylalanin enthält.

Seit Juli 2023 gibt es jedoch eine neue Entwicklung. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), ein Gremium der WHO, hat Aspartam erstmals bewertet und das Süßungsmittel als "möglicherweise krebserregend für den Menschen" in die Kategorie 2B eingestuft. Diese Kategorie besagt allerdings nur, dass ein Verdacht auf eine krebsfördernde Wirkung bei der Aufnahme von Aspartam besteht – die Beweise seien aber begrenzt. In Kategorie 2B gelistet ist beispielsweise auch Aloe-Vera-Extrakt.

Insgesamt gibt es vier Klassifizierungsstufen der IARC: "krebserregend", "wahrscheinlich krebserregend", "möglicherweise krebserregend" und "nicht klassifizierbar". Je nach Beweislage wird in die jeweiligen Stufen eingeteilt.

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So unterscheidet sich Aspartam von Zucker

Aspartam zählt zu der Gruppe der Eiweiße und liegt in Sachen Kalorien mit Zucker gleich auf. Beide haben rund 4 Kilokalorien pro Gramm. Der Unterschied: Aspartam ist rund 200 mal süßer als gewöhnlicher Haushaltszucker. Man muss also viel weniger verwenden und spart somit Kalorien. Das macht Aspartam zu einer kalorienarmen Zuckeralternative.

Ein weiterer Unterschied: Süßstoffe wie Aspartam beeinflussen den Blutzuckerspiegel nicht. Das macht sie besonders interessant für Diabetiker:innen und andere Personen, die ihren Blutzucker kontrollieren müssen.

Wie viel Aspartam ist gefährlich?

Über mögliche Gesundheitsgefahren durch Aspartam-Konsum gibt es viele, kontrovers diskutierte Studien und Untersuchungen.

Generell gilt: Auf die Menge kommt es an. Bei einer geringen Dosis ist nicht nachgewiesen, dass dem Körper Schaden zugeführt wird. Die WHO rät zwar davon ab, Aspartam in großen Mengen zu konsumieren, aber ein genereller Verzicht sei, aus gesundheitlicher Sicht, nicht notwendig.

Auch einer Risikobewertung der EU-Lebensmittelbehörde EFSA zufolge, ist der Süßstoff Aspartam für Verbraucher:innen unbedenklich.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die erlaubte Tagesdosis (ETD) von 40 Milligramm Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Auch die WHO bestätigte diese Tagesdosis erneut. Im Vergleich: Eine Coco-Cola-Light oder Coco-Cola-Zero-Flasche enthält 130 Milligramm Aspartam pro Liter.

Wer stattdessen wieder auf Zucker umsteigen möchte, sollte aber auch hier in Maßen genießen. Denn Zucker ist bereits in geringen Mengen ungesund. Darüber hinaus gibt es neben Aspartam auch eine Vielzahl an anderen Zucker-Alternativen.

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Die häufigsten Fragen zu Aspartam

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