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22.000 Bewerbungen: Die ESA sucht neue Astronaut:innen

  • Veröffentlicht: 26.10.2021
  • 08:45 Uhr
  • Peter Schneider

Mehr als 22.000 Menschen wollen ESA-Astronaut:in werden. Hier liest du, was du für den Job im All mitbringen musst. Im Clip: Matthias Maurer - er hat die knallharte Auswahl überstanden und wird der nächste Deutsche auf der ISS.

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Astronauten-Suche bei der ESA

👩‍🚀 Die ESA sucht sich derzeit neue Astronautinnen und Astronauten für Flüge zur Internationalen Raumstation - und vielleicht später sogar zum Mond.

🏃🏿‍♀️ Mehr als 22.000 Männer und Frauen haben ihre Unterlagen eingereicht, fast 14.000 mehr als bei der vorangegangenen Auswahl - Rekord für die ESA. Hier findest du alles über die Raumfahrtmissionen der Europäischen Raumfahrtagentur.

🥺 Wer dabei sein will, hat seine Unterlagen hoffentlich bis zum 28. Mai 2021 eingereicht - bis dahin lief die Bewerbungsfrist. Wer beim nächsten Mal dabei sein will, muss vermutlich lange warten: Die vorangegangene Bewerbungsrunde war 2008.

😂 5400 Bewerbungen stammen von Frauen, das sind 24 Prozent. Für die ESA ist das eine gute Nachricht: Vor 13 Jahren waren es nur 16 Prozent.

♀️ Vielleicht fliegt ja demnächst zum ersten Mal eine Frau aus Deutschland ins All - fast 35 Jahre nach dem Flug ersten deutschen Astronauten Sigmund Jähn. Seitdem starteten 11 deutsche Männer Richtung Kosmos.

🏁 Derzeit läuft ein 6-stufiger Auswahlprozess (siehe unten). Wer den übersteht, darf ab Oktober 2022 als Astronautin oder Astronaut bei der ESA anfangen.

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Die Timeline der ESA für ihren Auswahlprozess

Wer Astronaut werden will, muss Geduld mitbringen - und damit rechnen, dass er sehr wahrscheinlich nach einem einjährigen Auswahlprozess doch nicht genommen wird - und auf der Erde bleibt. Spannend dürfte es trotzdem sein.
Wer Astronaut werden will, muss Geduld mitbringen - und damit rechnen, dass er sehr wahrscheinlich nach einem einjährigen Auswahlprozess doch nicht genommen wird - und auf der Erde bleibt. Spannend dürfte es trotzdem sein.© ESA

Wie hoch fliegt die ISS eigentlich?

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Bist du schwindelfrei?

Wer ins Weltall will, muss schwindelfrei sein. Das zeigte NASA-Astronaut Bruce McCandless 1984 während seines historischen Raumspaziergangs ohne Sicherungsleine.
Wer ins Weltall will, muss schwindelfrei sein. Das zeigte NASA-Astronaut Bruce McCandless 1984 während seines historischen Raumspaziergangs ohne Sicherungsleine.© NASA

Bringst du alles mit, um Astronautin oder Astronaut zu werden?

👨‍🎓 Hast du in der Schule gut aufgepasst? Ins All darf nur, wer einen Hochschulabschluss in der Tasche hat - am besten in Naturwissenschaften und Technik. Schließlich forschen Astronautinnen und Astronauten auf der ISS hauptsächlich.

💪 Bist du topfit? Wer Chancen auf den begehrten Job haben will, muss gesund und sportlich sein. Spitzensportler:in solltest du aber nicht sein. Zu viele Muskeln können in der Schwerelosigkeit sogar ein Nachteil sein. Neuerung bei diesem Auswahlverfahren: Auch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen können sich bewerben.

😊 Bist du (immer) nett und ein Teamplayer? Da sie so viel Zeit mit anderen Menschen auf engstem Raum verbringen, müssen Astronautinnen und Astronauten freundlich und geduldig sein. Oder mit anderen Worten: psychisch extrem belastbar.

👹 Zwar ist bisher noch kein ESA-Astronaut mit grün-violetten Punkten aus dem Allzurückkgekehrt, aber eine Bedingung lädt doch zum Kopfkino ein: "Bereitschaft zur Teilnahme an medizinischen Experimenten".

🔞 Hast du das richtige Alter? Wer sich bewirbt, darf bisher zwischen 27 und 37 Jahre alt sein. Aber es gab auch Ausnahmen: Der Italiener Paolo Nespoli ist noch mit 60 in den Orbit geflogen, US-Astro-Legende John Glenn sogar mit 77.

👌 Sprichst du gut englisch? Wäre wichtig, denn es ist die Fachsprache im Weltraum. Es sei denn, du fliegst mit dem Sojus-Raumschiff. Dann musst du noch russisch lernen.

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Hast du das Zeug dazu, Austronaut:in zu werden? Mach den Test!

Sie können es genauso gut: berühmte erste Frauen im All

Die Sowjetunion verlor vielleicht das Rennen zum Mond. Aber sie holte den Sieg in Sachen Emanzipation. Schon 1963 schickte sie Walentina Tereschkowa als erste Frau ins All, 3 Tage lang und ganz allein.
Die Sowjetunion verlor vielleicht das Rennen zum Mond. Aber sie holte den Sieg in Sachen Emanzipation. Schon 1963 schickte sie Walentina Tereschkowa als erste Frau ins All, 3 Tage lang und ganz allein. © Roskosmos
Ausstieg: Bei ihrem 2. Raumflug spazierte Svetlana Savitskaya 1984  durchs All. Beim ersten Flug hatte sie mit 2 anderen Kosmonauten die erste gemischte WG im Weltraum gebildet. Ein 3. Flug fiel aus - sie wurde schwanger ...
Ausstieg: Bei ihrem 2. Raumflug spazierte Svetlana Savitskaya 1984 durchs All. Beim ersten Flug hatte sie mit 2 anderen Kosmonauten die erste gemischte WG im Weltraum gebildet. Ein 3. Flug fiel aus - sie wurde schwanger ...© Roscosmos
Erst 20 Jahre nach den Sowjets zogen die Amerikaner nach. 1983 flog die Physikerin Sally Ride im Spaceshuttle in den Orbit. Sie war damals erst 32 und ist damit bis heute die jüngste aller US-Raumfahrerinnen.
Erst 20 Jahre nach den Sowjets zogen die Amerikaner nach. 1983 flog die Physikerin Sally Ride im Spaceshuttle in den Orbit. Sie war damals erst 32 und ist damit bis heute die jüngste aller US-Raumfahrerinnen.© NASA
In den 80er-Jahren plante die NASA eine Lehrerin in den Weltraum zu schicken: Christa McAuliffe (oben im Bild) wollte ihre Schulkinder aus dem Weltraum unterrichten und allen zeigen, wie wichtig Bildung ist. Tragischerweise kam sie beim Absturz des Spaceshuttle "Challenger"  1986 ums Leben.
In den 80er-Jahren plante die NASA eine Lehrerin in den Weltraum zu schicken: Christa McAuliffe (oben im Bild) wollte ihre Schulkinder aus dem Weltraum unterrichten und allen zeigen, wie wichtig Bildung ist. Tragischerweise kam sie beim Absturz des Spaceshuttle "Challenger" 1986 ums Leben.© NASA
Nancy Jan Davis war die erste Frau, die mit ihrem Ehemann ins All flog (umgekehrt war Marc C. Lee natürlich der erste Mann mit Ehefrau im All). Pikant: Die beiden heirateten heimlich. Als es der NASA kurz vor dem Start im September 1992 erzählten, war es zu spät, um sie zu ersetzen. Seitdem verbietet die NASA Ehepaaren offiziell, gemeinsam zu fliegen.
Nancy Jan Davis war die erste Frau, die mit ihrem Ehemann ins All flog (umgekehrt war Marc C. Lee natürlich der erste Mann mit Ehefrau im All). Pikant: Die beiden heirateten heimlich. Als es der NASA kurz vor dem Start im September 1992 erzählten, war es zu spät, um sie zu ersetzen. Seitdem verbietet die NASA Ehepaaren offiziell, gemeinsam zu fliegen.© NASA
Anna Lee Fisher ist die erste Mutter, die ins All flog. Eigentlich keine große Sache, schließlich hatte sie kaum einen männlichen Kollegen, der nicht Vater war. Damals, im November 1984, war es das aber doch.
Anna Lee Fisher ist die erste Mutter, die ins All flog. Eigentlich keine große Sache, schließlich hatte sie kaum einen männlichen Kollegen, der nicht Vater war. Damals, im November 1984, war es das aber doch.© NASA
Presswurst im All: Eingedrückt zwischen Ausrüstung grüßt Claudie Haigneré aus dem Sojus-Raumschiff, 2001 die erste Europäerin auf der ISS. In einer ersten Mission war sie bereits 1996 die erste (und einzige) Französin im Weltraum.
Presswurst im All: Eingedrückt zwischen Ausrüstung grüßt Claudie Haigneré aus dem Sojus-Raumschiff, 2001 die erste Europäerin auf der ISS. In einer ersten Mission war sie bereits 1996 die erste (und einzige) Französin im Weltraum.© ESA/CNES
Tatsächlich gab es schon deutsche Astronautinnen - in der Astronautenklasse von 1982. Doch Heike Walpot und Renate Brümmer flogen aus Mangel an Gelegenheit nie ins All. Walpot (rechts) kam der Astronautik ironischerweise so nah wie keine andere Deutsche: Die Leistungsschwimmerin und Medizinerin heiratete den späteren Raumfahrer Hans Wilhelm Schlegel.
Tatsächlich gab es schon deutsche Astronautinnen - in der Astronautenklasse von 1982. Doch Heike Walpot und Renate Brümmer flogen aus Mangel an Gelegenheit nie ins All. Walpot (rechts) kam der Astronautik ironischerweise so nah wie keine andere Deutsche: Die Leistungsschwimmerin und Medizinerin heiratete den späteren Raumfahrer Hans Wilhelm Schlegel.© ESA
Zu Apollo-Zeiten war Raumfahrt Männersache. Frauen musste man mit der Lupe suchen und mit einem roten Pfeil markieren.
Zu Apollo-Zeiten war Raumfahrt Männersache. Frauen musste man mit der Lupe suchen und mit einem roten Pfeil markieren.© NASA
Die Sowjetunion verlor vielleicht das Rennen zum Mond. Aber sie holte den Sieg in Sachen Emanzipation. Schon 1963 schickte sie Walentina Tereschkowa als erste Frau ins All, 3 Tage lang und ganz allein.
Ausstieg: Bei ihrem 2. Raumflug spazierte Svetlana Savitskaya 1984  durchs All. Beim ersten Flug hatte sie mit 2 anderen Kosmonauten die erste gemischte WG im Weltraum gebildet. Ein 3. Flug fiel aus - sie wurde schwanger ...
Erst 20 Jahre nach den Sowjets zogen die Amerikaner nach. 1983 flog die Physikerin Sally Ride im Spaceshuttle in den Orbit. Sie war damals erst 32 und ist damit bis heute die jüngste aller US-Raumfahrerinnen.
In den 80er-Jahren plante die NASA eine Lehrerin in den Weltraum zu schicken: Christa McAuliffe (oben im Bild) wollte ihre Schulkinder aus dem Weltraum unterrichten und allen zeigen, wie wichtig Bildung ist. Tragischerweise kam sie beim Absturz des Spaceshuttle "Challenger"  1986 ums Leben.
Nancy Jan Davis war die erste Frau, die mit ihrem Ehemann ins All flog (umgekehrt war Marc C. Lee natürlich der erste Mann mit Ehefrau im All). Pikant: Die beiden heirateten heimlich. Als es der NASA kurz vor dem Start im September 1992 erzählten, war es zu spät, um sie zu ersetzen. Seitdem verbietet die NASA Ehepaaren offiziell, gemeinsam zu fliegen.
Anna Lee Fisher ist die erste Mutter, die ins All flog. Eigentlich keine große Sache, schließlich hatte sie kaum einen männlichen Kollegen, der nicht Vater war. Damals, im November 1984, war es das aber doch.
Presswurst im All: Eingedrückt zwischen Ausrüstung grüßt Claudie Haigneré aus dem Sojus-Raumschiff, 2001 die erste Europäerin auf der ISS. In einer ersten Mission war sie bereits 1996 die erste (und einzige) Französin im Weltraum.
Tatsächlich gab es schon deutsche Astronautinnen - in der Astronautenklasse von 1982. Doch Heike Walpot und Renate Brümmer flogen aus Mangel an Gelegenheit nie ins All. Walpot (rechts) kam der Astronautik ironischerweise so nah wie keine andere Deutsche: Die Leistungsschwimmerin und Medizinerin heiratete den späteren Raumfahrer Hans Wilhelm Schlegel.
Zu Apollo-Zeiten war Raumfahrt Männersache. Frauen musste man mit der Lupe suchen und mit einem roten Pfeil markieren.
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50 Millionen für "Die Astronautin"

"Die Astronautin" Insa Thiele-Eich beim Unterwassertraining. Für einen Flug ins All fehlt noch das Geld.
"Die Astronautin" Insa Thiele-Eich beim Unterwassertraining. Für einen Flug ins All fehlt noch das Geld.© Benjamin Schulze

65 Frauen waren schon im All, aus mehr als 10 Ländern, darunter Iran, Indien und Südkorea. Frauen aus Deutschland? Fehlanzeige.

"Bei Amazon gibt es nur Astronautenanzüge für Jungs", sagt Claudia Kessler. "Astronautenanzüge für Mädchen gibt es gar nicht." Geschlechter-Klischees wie dieses ärgern sie. Und auch, dass es Deutschland nicht schafft, eine Astronautin ins All zu entsenden. Deshalb hat sie das Projekt "Die Astronautin" gegründet.

Kesslers Ziel: Sie will 50 Millionen Euro sammeln, um damit die Mission einer Deutschen zur ISS zu finanzieren. 2 Anwärterinnen hat sie schon: die Astrophysikerin Suzanna Randall und die Meteorologin Insa Thiele-Eich.

Zwar ist das Geld längst nicht zusammen, aber die beiden bereiten sich schon mit Parabelflügen, im Wassertank und in der Zentrifuge auf den Weltraum vor.

Magst du Technik?

Wer auf der ISS arbeiten möchte, sollte Spaß an wissenschaftlicher Arbeit haben - und an Technik. Wenn die Astronauten keine Experimente ausführen, warten und reparieren sie die Station.
Wer auf der ISS arbeiten möchte, sollte Spaß an wissenschaftlicher Arbeit haben - und an Technik. Wenn die Astronauten keine Experimente ausführen, warten und reparieren sie die Station.© ESA

Achtung Knochenschwund: Trainieren im All

In der Schwerelosigkeit verlieren Menschen innerhalb eines halben Jahres bis zu 10 Prozent ihrer Knochenmasse. Damit sie bei ihrer Rückkehr auf die Erde nicht zusammenbrechen, müssen sie täglich gut 2 Stunden trainieren - so wie es hier NASA-Astronaut Jack Fisher vormacht.

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