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B.1.1.7: Warum die britische Virus-Mutante noch gefährlicher ist

  • Veröffentlicht: 05.05.2021
  • 09:00 Uhr
  • Galileo

Die ansteckendere britische Virus-Mutante ist hierzulande bereits für mehr als 90 Prozent der Corona-Fälle verantwortlich - und für den starken Anstieg der Zahlen in den letzten Monaten. Mehr noch: Laut mehreren Studien erhöt B.1.1.7 auch das Sterbe-Risiko deutlich.

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Das Wichtigste zur britischen Corona-Virus-Variante B.1.1.7

  • Weltweit gibt es verschiedene Corona-Virus-Varianten. 3 davon sind aktuell besonders besorgniserregend: die britische Variante B.1.1.7, die südafrikanische Variante B.1.351 und die brasilianische Variante P.1. Man nennt sie auch Variants of Concern (VOC).

  • Alle VOCs gibt es auch bei uns, wobei B.1.351 und P.1. kaum verbreitet sind. B.1.1.7 dagegen ist hierzulande bereits für 91 Prozent der Infektionen verantwortlich, wie das Robert Koch-Institut am 5. Mai mitteilte.

  • B.1.1.7 ist um 35 Prozent ansteckender als das herkömmliche Corona-Virus und breitet sich deswegen schneller aus. Experten rechnen auch jetzt noch mit einer weiteren Zunahme in Deutschland.

  • Die britische Variante ist zudem gefährlicher: Das Sterbe-Risiko ist laut mehreren großen Studien um bis zu 67 Prozent höher als bei einer Infektion mit dem alten Corona-Virus. Genaues dazu unten.

  • Neben Impfungen sind daher die AHA+L-Regeln und Kontakt-Reduktion weiterhin extrem wichtig.

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Was B.1.1.7 so gefährlich macht

Schon lange vermuten Expertinnen und Experten, dass die britische Variante des Corona-Virus gefährlicher ist. Mehrere Studien haben nun eine deutlich erhöhte Sterblichkeit belegt.

  • Eine große britische Studie zeigt, dass die Sterblichkeit bei einer Infektion mit B.1.1.7 um 61 Prozent höher ist als bei der herkömmlichen Variante. Die Forscher:innen untersuchten, wie viele Corona-Patienten:innen innerhalb von 28 Tagen nach ihrem positiven Test gestorben sind. Dazu verglichen sie die Daten von 2,2 Millionen Corona-Patient:innen. Von ihnen war die Hälfte mit der britischen Mutante und die andere Hälfte mit der alten Variante infiziert.
  • Eine andere britische Untersuchung von 110.000 tödlich verlaufenen Covid-19-Fällen kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Patient:innen mit der Variante B.1.1.7 starben innerhalb von 28 Tagen um rund 64 Prozent häufiger als solche mit dem ursprünglichen Corona-Virus.
  • Eine dritte ebenfalls aus Großbritannien stammende Studie mit 180.000 Corona-Patient:innen kam auf ein erhöhtes Sterbe-Risiko bei B.1.1.7 um 67 Prozent.

👉Die Studien zeigen auch, dass das Sterbe-Risiko für Männer höher ist als für Frauen und mit dem Alter zunimmt.👴

Corona-Virus-Varianten in Deutschland

Die Grafik stammt aus dem Bericht des RKIs zu den Virus-Varianten von SARS-CoV-2 in Deutschland vom 05.05.2021.
Die Grafik stammt aus dem Bericht des RKIs zu den Virus-Varianten von SARS-CoV-2 in Deutschland vom 05.05.2021.© Robert Koch-Institut
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Welche Variante steckt hinter der Corona-Infektion?

Mit welcher (eventuell sogar ganz neuen) Corona-Virus-Variante ein Patient infiziert ist, kann man durch eine Genom-Sequenzierung in Spezial-Laboren bestimmen. Dabei wird das gesamte Viren-Erbgut analysiert. Die Regierung plant, 5 bis 10 Prozent aller positiven Corona-Proben zu sequenzieren. Dies kostet jedoch Zeit und Geld.

Eine deutlich schnellere und einfachere Methode ist das Mutations-Screening mittels eines speziellen PCR-Tests. Allerdings kann hier nur nach den 3 bekannten Varianten B.1.1.7, B.1.351 und P.1 gesucht werden.

Wie der klassische Corona-PCR-Test überhaupt funktioniert und wie zuverlässig er ist, erfährst du hier.

Erklärvideos zu Corona

Das Corona-Virus und seine Verwandten: So wirken Viren im Körper

Corona, Grippe, Windpocken und Co.: Viren sind raffinierte Gegner für unseren Körper und das, obwohl sie gar keine Lebewesen sind. Sie vermehren sich auf eine andere, teuflische Weise.

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Schützen die Impfstoffe vor B.1.1.7?

Gute Nachricht: Nach derzeitigen Erkenntnissen schützen die mRNA-Impfstoffe von BioNTech, Moderna und der Vektor-Impfstoff AstraZeneca auch relativ gut vor der britischen Mutante.

Klar ist aber: Damit sie auch in Zukunft gegen verschiedene Virus-Mutationen wirksam sind, wird man die Impfstoffe immer wieder nachbessern müssen. AstraZeneca hat dieses Vorhaben bereits angekündigt. Bei den mRNA-Impfstoffen könnte dies durch den Austausch der mRNA relativ leicht funktionieren. Mehr dazu hier.

Wie funktionieren Impfungen gegen Corona, Grippe und Hepatitis überhaupt? Die Erklärung ...

Von Großbritannien in die ganze Welt

🌍 Im Herbst 2020 wurde B.1.1.7 erstmals bei einem Patienten in Großbritannien gefunden. Im Dezember berichteten dann britische Behörden offiziell von der neuen Variante.

📅 Ende Dezember wurde sie das erste Mal in Deutschland nachgewiesen. Anfang Februar war sie hierzulande für knapp 6 Prozent der Corona-Fälle verantwortlich, heute sind es über 90 Prozent. B.1.1.7 ist der Hauptgrund für die dritte Welle.

📈 Anfang 2021 schon hatte die britische Corona-Virus-Mutante in anderen europäischen Ländern die Fall-Zahlen hochgetrieben. Ende Januar etwa sorgte sie in Portugal für eine Inzidenz von bis zu 885 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen.

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Wie entstehen Virus-Mutationen?

Dass Viren mutieren, kommt in der Natur oft vor. Grund dafür sind "Kopier-Fehler" bei ihrer Vermehrung. Der Großteil dieser Mutationen hat für uns Menschen keine Auswirkung. Manche aber sorgen dafür, dass das Virus ansteckender und gefährlicher wird.

Bei der britischen Virus-Variante geht es gleich um mehrere Mutationen. Problematisch sind die Veränderungen der sogenannten Spike-Proteine. Das sind Strukturen auf der Hülle, mit denen die Corona-Viren an die Körper-Zellen andocken und in sie eindringen. Bei B.1.1.7 gelingt dies infolge der Mutationen noch besser und du steckst dich schneller an.

Gelangen Viren in deinen Körper, heften sie sich an eine Körperzelle. Dann dringen sie in sie ein oder injizieren ihr Erbgut. Das Viren-Erbgut zwingt die Zelle dazu, tausende neue Viren herzustellen. Sind die fertig, stirbt die Zelle ab - und die Viren kommen frei. Sofort machen sie sich auf die Suche nach neuen Zellen, befallen sie - und alles beginnt von vorn.
Gelangen Viren in deinen Körper, heften sie sich an eine Körperzelle. Dann dringen sie in sie ein oder injizieren ihr Erbgut. Das Viren-Erbgut zwingt die Zelle dazu, tausende neue Viren herzustellen. Sind die fertig, stirbt die Zelle ab - und die Viren kommen frei. Sofort machen sie sich auf die Suche nach neuen Zellen, befallen sie - und alles beginnt von vorn.© Galileo

Warum es keine Medikamente gegen Covid-19 gibt

Ein gut wirksames Corona-Medikament gibt es bis heute nicht. Das Gleiche gilt für etliche andere Virus-Erkrankungen wie FSME. Was das Problem ist - und welche Viren-Mittel den Krankheitsverlauf zumindest mildern können, kannst du hier nachlesen.

Die Spanische Grippe gilt als Mutter der Pandemien. Sie grassierte von 1918 bis 1920 und forderte bis zu 50 Millionen Toten. Welche Symptome damals typisch waren, woher das Virus ursprünglich stammte und welche Parallelen es zu Corona gibt, erfährst du hier.

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