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Arbeiten im Bergbau: Einer der härtesten und gefährlichsten Jobs der Welt

  • Veröffentlicht: 18.11.2019
  • 15:29 Uhr
  • Galileo
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Immer wieder sorgen Unfälle im Bergbau für Aufsehen. Wie sicher sind eigentlich Bergwerke, wie sieht das Leben eines Kumpels aus und gibt es auch Bergfrauen?

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Das Wichtigste zum Thema Bergbau

  • Deutschland besitzt im internationalen Vergleich nur wenig Bodenschätze. Kohle, Edelmetalle, Erze, Salze und andere Gesteine kommen in der Erdkruste vor. Der Abbau von Steinkohle führte zum Reichtum des Ruhrgebiets.

  • Man unterscheidet zwischen dem Abbau von Rohstoffen im Tagebau, bei dem an der Erdoberfläche gegraben wird, und dem Abbau in einem Bergwerk ''unter Tage''.

  • Die Anfänge des Bergbaus liegen im Mittelalter. Damals gab es Kohleabbau in Pingen, einfachen Löcher. Im 16. Jahrhundert wurden erste Stollen gegraben.

  • Schicht im Schacht: In 2018 schloss Deutschlands letzte Steinkohlezeche. In rund 200 Jahre wurden dort fast 12 Milliarden Kubikmeter Kohle abgebaut.

  • Mindestens 10000 Bergleute fielen seit dem 19. Jahrhundert dem Abbau von Steinkohle in Deutschland zum Opfer, der letzte Kumpel starb im Dezember 2018.

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Wie wird ein Bergwerk gebaut?

Zunächst wird ein Schacht senkrecht in den Boden bis zum gesuchten Bodenschatz gebohrt. Dieser dient später als Fahrstuhlschacht, der die Bergmänner hinab und die Rohstoffe nach oben bringt. Unterirdisch werden Stollen gegraben und abgesichert. Bodenschätze im Bergland erreicht man auch mit schräg gebohrten Tunneln. Das deutsche Berggesetz besagt zudem, dass es mindestens 2 Schächte geben muss, damit die Arbeiter noch hinauf kommen, sollte einer davon einstürzen. Grubenunglücke, bei denen die Bergleute keinen Ausweg haben, sind hierzulande deshalb unwahrscheinlich.

Chronik der Kohle: Die Geschichte des Bergbaus im Pott

🏰 Die Anfänge des Bergbaus liegen im Mittelalter. Damals gab es Kohleabbau in so genannten Pingen, einfache Löcher.

💥 In den Stollen im 16. Jahrhundert war der Abbau unorganisiert. Es folgten der Schachtbau und der Einsatz von Sprengstoffen.

🚊 Anfang des 19. Jahrhunderts waren bereits über 200 Zechen im Ruhrgebiet in Betrieb und transportierten die Kohlen per Eisenbahn ab.

⛏ Erst Mitte des 19. Jahrhunderts ging man in den Tiefbau über. Dampfmaschinen ermöglichten die die dafür notwendige Wasserhaltung. Heißt: sie hielten die Grubenräume von Grundwasser frei.

🔫 Die Weltkriege brachten die Förderleistung zwischenzeitlich fast zum Erliegen. Entweder mussten die Bergleute an die Front oder wurden für die Rüstungsindustrie abgestellt.

💰 Die Nachkriegsjahre brachten der Ruhrkohle einen letzten großen Boom, bevor sie über Jahrzehnte vom Zechensterben und Kohlesubvention geprägt war. Im Dezember 2018 schloss in Bottrop die letzte Steinkohlezeche.

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Die spannendsten Schaubergwerke des Landes

Über 1.000 Jahre lang wurde im Bergwerk Rammelsberg südlich Goslar Erz abgebaut. Es ist laut archäologischer Funde das wohl älteste Bergwerk Europas. Seit 1992 steht das Bergwerk Rammelsberg in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Über 1.000 Jahre lang wurde im Bergwerk Rammelsberg südlich Goslar Erz abgebaut. Es ist laut archäologischer Funde das wohl älteste Bergwerk Europas. Seit 1992 steht das Bergwerk Rammelsberg in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.© picture alliance
Das Salzbergwerk Berchtesgaden ist seit 1517 ununterbrochen in Betrieb. Es gehört weltweit zu einem der innovativsten Erlebniszentren des Salzabbaus. Der Clou: Über 2 Rutschen gelangen Besucher ins Innere des Bergwerks. Möglich ist auch eine Fahrt auf dem Spiegelsee, einem Salzsee inmitten wachsender Salzkristalle.
Das Salzbergwerk Berchtesgaden ist seit 1517 ununterbrochen in Betrieb. Es gehört weltweit zu einem der innovativsten Erlebniszentren des Salzabbaus. Der Clou: Über 2 Rutschen gelangen Besucher ins Innere des Bergwerks. Möglich ist auch eine Fahrt auf dem Spiegelsee, einem Salzsee inmitten wachsender Salzkristalle.© picture alliance
Zinkbergwerk Ramsbeck: Das Bergwerk hat 12 Etagen. Auf einer Führung geht es mit einer Grubenfahrt 1300 Meter in den Eickhoffstollen hinein. Dort steht die ehemals größte unterirdische Trommelfördermaschine der Welt. Mindestens seit 1518 wurde im Erzbergwerk Ramsbeck im Sauerland Blei und Zink abgebaut.
Zinkbergwerk Ramsbeck: Das Bergwerk hat 12 Etagen. Auf einer Führung geht es mit einer Grubenfahrt 1300 Meter in den Eickhoffstollen hinein. Dort steht die ehemals größte unterirdische Trommelfördermaschine der Welt. Mindestens seit 1518 wurde im Erzbergwerk Ramsbeck im Sauerland Blei und Zink abgebaut.© picture alliance
Kupferschieferbergwerk Röhrigschacht, Sangershausen-Wettelrode: Das Wahrzeichen des Röhrigschachts ist eine der ältesten Schachtfördergerüste Europas. Über 800 Jahre wurde hier Kupferschiefer abgebaut.
Kupferschieferbergwerk Röhrigschacht, Sangershausen-Wettelrode: Das Wahrzeichen des Röhrigschachts ist eine der ältesten Schachtfördergerüste Europas. Über 800 Jahre wurde hier Kupferschiefer abgebaut.© picture alliance
Eisenerzbergwerk Grube Fortuna, Solms-Oberbiel: Hier können Besucher das letzte klassische Eisenerzbergwerk Deutschlands im Originalzustand besuchen. Bergwerksführer führen auch die Originalmaschinen vor.
Eisenerzbergwerk Grube Fortuna, Solms-Oberbiel: Hier können Besucher das letzte klassische Eisenerzbergwerk Deutschlands im Originalzustand besuchen. Bergwerksführer führen auch die Originalmaschinen vor.© picture alliance
Zinnerzgrube, Ehrenfriedersdorf: Mit einer Seilfahrtsanlage gelangen Besucher bis in 100 Meter Tiefe in das Innere des Saubergs. Dort können Besucher das Leben und die Arbeit der Bergleute in verschiedenen Zeiten der 750-jährigen Geschichte des Zinn- und Silberbergbaues hautnah erleben.
Zinnerzgrube, Ehrenfriedersdorf: Mit einer Seilfahrtsanlage gelangen Besucher bis in 100 Meter Tiefe in das Innere des Saubergs. Dort können Besucher das Leben und die Arbeit der Bergleute in verschiedenen Zeiten der 750-jährigen Geschichte des Zinn- und Silberbergbaues hautnah erleben.© picture alliance
Zeche Zollverein Essen: Er wird auch der "Eiffelturm des Ruhrgebiets" genannt und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist auch bekannt als die "schönste Zeche der Welt", ehemals größte und leistungsstärkste Steinkohlezeche der Welt. Hier wurden einst bis zu 12000 Tonnen Kohle am Tag gefördert.
Zeche Zollverein Essen: Er wird auch der "Eiffelturm des Ruhrgebiets" genannt und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist auch bekannt als die "schönste Zeche der Welt", ehemals größte und leistungsstärkste Steinkohlezeche der Welt. Hier wurden einst bis zu 12000 Tonnen Kohle am Tag gefördert.© picture alliance
Zinnbergwerk Pöhla: In Pöhla können Besucher die größten Zinnkammern Europas bewundern. Bergführer führen in der Lagerstätte "Hämmerlein" in die Geheimnisse des Wismutbergbaus ein.
Zinnbergwerk Pöhla: In Pöhla können Besucher die größten Zinnkammern Europas bewundern. Bergführer führen in der Lagerstätte "Hämmerlein" in die Geheimnisse des Wismutbergbaus ein. © picture alliance
Über 1.000 Jahre lang wurde im Bergwerk Rammelsberg südlich Goslar Erz abgebaut. Es ist laut archäologischer Funde das wohl älteste Bergwerk Europas. Seit 1992 steht das Bergwerk Rammelsberg in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Das Salzbergwerk Berchtesgaden ist seit 1517 ununterbrochen in Betrieb. Es gehört weltweit zu einem der innovativsten Erlebniszentren des Salzabbaus. Der Clou: Über 2 Rutschen gelangen Besucher ins Innere des Bergwerks. Möglich ist auch eine Fahrt auf dem Spiegelsee, einem Salzsee inmitten wachsender Salzkristalle.
Zinkbergwerk Ramsbeck: Das Bergwerk hat 12 Etagen. Auf einer Führung geht es mit einer Grubenfahrt 1300 Meter in den Eickhoffstollen hinein. Dort steht die ehemals größte unterirdische Trommelfördermaschine der Welt. Mindestens seit 1518 wurde im Erzbergwerk Ramsbeck im Sauerland Blei und Zink abgebaut.
Kupferschieferbergwerk Röhrigschacht, Sangershausen-Wettelrode: Das Wahrzeichen des Röhrigschachts ist eine der ältesten Schachtfördergerüste Europas. Über 800 Jahre wurde hier Kupferschiefer abgebaut.
Eisenerzbergwerk Grube Fortuna, Solms-Oberbiel: Hier können Besucher das letzte klassische Eisenerzbergwerk Deutschlands im Originalzustand besuchen. Bergwerksführer führen auch die Originalmaschinen vor.
Zinnerzgrube, Ehrenfriedersdorf: Mit einer Seilfahrtsanlage gelangen Besucher bis in 100 Meter Tiefe in das Innere des Saubergs. Dort können Besucher das Leben und die Arbeit der Bergleute in verschiedenen Zeiten der 750-jährigen Geschichte des Zinn- und Silberbergbaues hautnah erleben.
Zeche Zollverein Essen: Er wird auch der "Eiffelturm des Ruhrgebiets" genannt und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist auch bekannt als die "schönste Zeche der Welt", ehemals größte und leistungsstärkste Steinkohlezeche der Welt. Hier wurden einst bis zu 12000 Tonnen Kohle am Tag gefördert.
Zinnbergwerk Pöhla: In Pöhla können Besucher die größten Zinnkammern Europas bewundern. Bergführer führen in der Lagerstätte "Hämmerlein" in die Geheimnisse des Wismutbergbaus ein.

Diese Dinge sollen die Unfallgefahr unter Tage senken

☁️ Bewetterung: Durch ein Belüftungssystem wird im Bergwerk ständig Gas abgesaugt sowie Frischluft eingeblasen und verteilt. Die Wettersteiger, Bergleute mit spezieller Ausbildung, überwachen, dass das Klima unter Tage stabil und nicht gefährlich ist.

👨‍🚀 Filter-Selbstretter: Diese Atemschutzgeräte mit Luftfilter, die auch "Lebensretter" genannt werden, versorgen Bergleute bei Bränden in verqualmten Stollen bis zu 50 Minuten mit Sauerstoff. Selbstretter gehören zur Arbeitskleidung eines Bergmanns.

🐤 Gasmessstationen: In früheren Jahrhunderten warnten Singvögel im Stollen die Bergmänner vor Gas im Schacht. Heutzutage überwachen Sensoren ständig den Methangehalt im Bergwerk und melden kritische Konzentrationen an die Grubensicherheitswarte über Tage.

🔎 Tastlöcher: Um Verschiebungen in Wänden und die Sicherheit der Decke im Abbauschacht zu prüfen, sind an ausgewählten Orten Löcher gebohrt. So können Veränderungen rechtzeitig erkannt werden. In Kali-Gruben werden mehrere 1000 Tastlöcher regelmäßig kontrolliert.

🌊 Wassertrogsperren: Sie begrenzen bei einer Explosionen unter Tage das Unglück. Die Druckwelle einer Detonation bringt an der Decke vieler Stollen hängende, mit Wasser gefüllte Wannen zum Bersten. Der sich bildende Wasservorhang löscht Explosionsflammen.

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Die weltweit schlimmsten Grubenunglücke

Oktober 1963 - Lengede (Deutschland): Als der zum Eisenerzbergwerk Lengede-Broistedt gehörende Klärteich 12 einbrach, strömten rund 475000 Kubikmeter Wasser und Schlamm in die Grube Mathilde. 29 Menschen starben. Die unwahrscheinliche Rettung von 11 Bergleuten nach 14 Tagen gelang und ging als '"Wunder von Lengede" in die Geschichte ein.
Oktober 1963 - Lengede (Deutschland): Als der zum Eisenerzbergwerk Lengede-Broistedt gehörende Klärteich 12 einbrach, strömten rund 475000 Kubikmeter Wasser und Schlamm in die Grube Mathilde. 29 Menschen starben. Die unwahrscheinliche Rettung von 11 Bergleuten nach 14 Tagen gelang und ging als '"Wunder von Lengede" in die Geschichte ein.© picture alliance
1992 - Kozlu (Türkei): Bei dem bis dahin schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kommen in Kozlu im Kohlerevier Zonguldak am Schwarzen Meer 263 Bergleute ums Leben. Das Bild zeigt Protestanten.
1992 - Kozlu (Türkei): Bei dem bis dahin schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kommen in Kozlu im Kohlerevier Zonguldak am Schwarzen Meer 263 Bergleute ums Leben. Das Bild zeigt Protestanten.© picture alliance
März 2000 - Lugansk (Ukraine): Mehr als 80 Menschen sterben bei einer Methanexplosion. Es ist das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Ukraine.
März 2000 - Lugansk (Ukraine): Mehr als 80 Menschen sterben bei einer Methanexplosion. Es ist das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Ukraine.© picture alliance
Februar 2005 - Liaoning (China): Beim schwersten Grubenunglück in China seit Jahrzehnten lassen in der nordöstlichen Provinz Liaoning mindestens 214 Kumpel ihr Leben. Auf ein Grubenbeben folgt in etwa 242 Metern Tiefe eine Gasexplosion.
Februar 2005 - Liaoning (China): Beim schwersten Grubenunglück in China seit Jahrzehnten lassen in der nordöstlichen Provinz Liaoning mindestens 214 Kumpel ihr Leben. Auf ein Grubenbeben folgt in etwa 242 Metern Tiefe eine Gasexplosion.© picture allinance
August 2007 - Provinz Shandong (China): Im Kohlebergwerk Minggong kommt es nach einem Dammbruch zu einem Wassereinbruch. Mehr als 100 unter Tage eingeschlossene Bergleute sterben dabei.
August 2007 - Provinz Shandong (China): Im Kohlebergwerk Minggong kommt es nach einem Dammbruch zu einem Wassereinbruch. Mehr als 100 unter Tage eingeschlossene Bergleute sterben dabei.© picture alliance
November 2007 - Donezk (Ukraine): Nach einer Methangasexplosion in einem Kohlebwergwerk in 1078 Metern Tiefe sterben mehr als 100 Menschen.
November 2007 - Donezk (Ukraine): Nach einer Methangasexplosion in einem Kohlebwergwerk in 1078 Metern Tiefe sterben mehr als 100 Menschen.© picture alliance
Mai 2010  - Region Kemerowo (Sibirien): Bei 2 Methanexplosionen  in der Kohlegrube "Raspadskaja" kommen 75 Menschen ums Leben, mindestens 16 bleiben vermisst.
Mai 2010 - Region Kemerowo (Sibirien): Bei 2 Methanexplosionen in der Kohlegrube "Raspadskaja" kommen 75 Menschen ums Leben, mindestens 16 bleiben vermisst.© picture alliance
Juni 2010 - Amagá (Kolumbien): Durch eine Methangasexplosion stürzt eine Kohlegrube in Kolumbien ein. Mindestens 73 Menschen kommen ums Leben. In der Woche vor dem Unglück war die Anlage auf ihre Sicherheit überprüft worden. Das Ergebnis: Gasmelder und eine Entlüftungsanlage fehlten.
Juni 2010 - Amagá (Kolumbien): Durch eine Methangasexplosion stürzt eine Kohlegrube in Kolumbien ein. Mindestens 73 Menschen kommen ums Leben. In der Woche vor dem Unglück war die Anlage auf ihre Sicherheit überprüft worden. Das Ergebnis: Gasmelder und eine Entlüftungsanlage fehlten.© picture alliance
August 2010 - Atacama Wüste (Chile): Im Kupfer- und Goldbergwerk San José werden 33 Kumpel durch einen Bergschlag verschüttet. Es dauert über 2 Wochen bis Rettungskräfte die Männer in einer Tiefe von 700 Metern erreichen. Erst nach 69 Tagen können sie gerettet werden.
August 2010 - Atacama Wüste (Chile): Im Kupfer- und Goldbergwerk San José werden 33 Kumpel durch einen Bergschlag verschüttet. Es dauert über 2 Wochen bis Rettungskräfte die Männer in einer Tiefe von 700 Metern erreichen. Erst nach 69 Tagen können sie gerettet werden.© picture alliance
November 2011 - Shizong (China): Unfälle in Gruben in China sind keine Seltenheit. Hier steigen Rettungskräfte nach einer Gasexplosion in den Schacht der Mine.
November 2011 - Shizong (China): Unfälle in Gruben in China sind keine Seltenheit. Hier steigen Rettungskräfte nach einer Gasexplosion in den Schacht der Mine.© picture alliance
Oktober 1963 - Lengede (Deutschland): Als der zum Eisenerzbergwerk Lengede-Broistedt gehörende Klärteich 12 einbrach, strömten rund 475000 Kubikmeter Wasser und Schlamm in die Grube Mathilde. 29 Menschen starben. Die unwahrscheinliche Rettung von 11 Bergleuten nach 14 Tagen gelang und ging als '"Wunder von Lengede" in die Geschichte ein.
1992 - Kozlu (Türkei): Bei dem bis dahin schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kommen in Kozlu im Kohlerevier Zonguldak am Schwarzen Meer 263 Bergleute ums Leben. Das Bild zeigt Protestanten.
März 2000 - Lugansk (Ukraine): Mehr als 80 Menschen sterben bei einer Methanexplosion. Es ist das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Ukraine.
Februar 2005 - Liaoning (China): Beim schwersten Grubenunglück in China seit Jahrzehnten lassen in der nordöstlichen Provinz Liaoning mindestens 214 Kumpel ihr Leben. Auf ein Grubenbeben folgt in etwa 242 Metern Tiefe eine Gasexplosion.
August 2007 - Provinz Shandong (China): Im Kohlebergwerk Minggong kommt es nach einem Dammbruch zu einem Wassereinbruch. Mehr als 100 unter Tage eingeschlossene Bergleute sterben dabei.
November 2007 - Donezk (Ukraine): Nach einer Methangasexplosion in einem Kohlebwergwerk in 1078 Metern Tiefe sterben mehr als 100 Menschen.
Mai 2010  - Region Kemerowo (Sibirien): Bei 2 Methanexplosionen  in der Kohlegrube "Raspadskaja" kommen 75 Menschen ums Leben, mindestens 16 bleiben vermisst.
Juni 2010 - Amagá (Kolumbien): Durch eine Methangasexplosion stürzt eine Kohlegrube in Kolumbien ein. Mindestens 73 Menschen kommen ums Leben. In der Woche vor dem Unglück war die Anlage auf ihre Sicherheit überprüft worden. Das Ergebnis: Gasmelder und eine Entlüftungsanlage fehlten.
August 2010 - Atacama Wüste (Chile): Im Kupfer- und Goldbergwerk San José werden 33 Kumpel durch einen Bergschlag verschüttet. Es dauert über 2 Wochen bis Rettungskräfte die Männer in einer Tiefe von 700 Metern erreichen. Erst nach 69 Tagen können sie gerettet werden.
November 2011 - Shizong (China): Unfälle in Gruben in China sind keine Seltenheit. Hier steigen Rettungskräfte nach einer Gasexplosion in den Schacht der Mine.

Spätfolgen vom Bergbau: Gefahr Tagesbruch

Doch Gefahren im Bergbau gibt es nicht nur in Bergwerken, sondern auch an der Oberfläche. Auch dann, wenn das Bergwerk längst geschlossen ist. In Nordrhein-Westfalen gab es fast überall einmal Bergbau. Neben Steinkohle wurden auch Erze und Salze abgebaut. Schätzungen zufolge verbergen sich im Bundesland rund 60000 verlassene Stollen. Die Schächte und Stollen sind zum Teil schon mehrere hundert Jahre alt. Oft wurden sie nur durch Eichenbalken gesichert, die nun verrotten. Jederzeit kann darüber heute die Erde einbrechen.

Der Geologische Landesdienst und die Projektgruppe Bergbau beim Regierungspräsidium Arnsberg eine Karte im Internet, in der alle potenziellen Gefahrenherde im Untergrund aufgeführt sind. Die Karte ist im Internet frei zugänglich.

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Die Ausrüstung eines Bergmanns

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Lexikon unter Tage: Das ABC der Kumpel

Arschleder: Es diente als Schutz vorm Abwetzen des Hosenbodens und hielt Bodennässe und Kälte ab.

Backenbrecher: Mit dieser Maschine zerkleinern Bergleute harte Materialien.

buckeln: Meint das gegenseitige Rückenwaschen der Kumpel in der Waschkaue.

Bumser: Abfälliger Begriff für einen Grubenarbeiter.

Dieselkatze: Es ist das Zugfahrzeug einer Einschienenhängebahn.

Frosch: Eine historische Glühlampe, in der Öl verbrannt wird.

Futtsack:  Die Aussage "Da is Futtsack dran" meint eine knifflige Situation. Daher kommt's: Wenn früher Unruhe oder Probleme im Schacht auftraten, bekamen die Grubenpferde zur Beruhigung den "Futtersack", daraus wurde verkürzt "Futtsack".

Mottek: Bezeichnet einen schweren Berghammer.

Steiger: Er führt die Aufsicht unter Tage.

Gibt es auch Frauen unter Tage?

Der Bergbau ist aber nicht bloß eine Männerdomäne. Im 19. Jahrhundert war es die Regel, dass auch Frauen in Bergwerken arbeiteten. Frauenarbeit geschah vor allem bei Hilfsarbeiten und in der Aufbereitung, neben dem Erzklauben waren Frauen häufig bei der Erzwäsche eingesetzt. Bis ihnen das Allgemeine Berggesetz für die preußischen Staaten die Tätigkeiten 1865 verbot. Zu hart sei die Arbeit. Auch herrschte lange der Aberglaube: "Frauen im Bergbau bringen Unglück." Im Zuge der EU-Gleichstellungsregeln wurde das Frauenarbeitsverbot unter Tage 2008 allerdings wieder gestrichen. Seitdem ist der Prozentsatz an Frauen unter den Bergleuten jedoch noch immer verschwindend gering.

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